Frühlingsfest Sulingen ist gut besucht / Zahlreiche Gruppen informieren

Bunter Mischung lockt

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Das Frühlingsfest Sulingen ist gut besucht

Sulingen - Trocken, nicht zu kalt und nicht zu warm, aber ohne Sonnenschein: Das Frühlingsfest der „Initiative Sulingen“ machte Lust auf einen Bummel über die Lange Straße. Dazu trug auch die Mischung des Festes bei: Rabatte in den Geschäften, Buntes und Gruppen, die informieren.

Natürlich musste man nicht auf jene Beschicker zwischen Bratwurst und Zuckerwatte verzichten, die das Angebot komplettieren.

Die Lange Straße wird flugs gesperrt, nahe Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung. Und so nutzten besonders Familien die Chance zum gemeinsamen Bummel. Ob mit dem Ziel, fehlende Ausstattung zu komplettieren, was dank zahlreicher Angebote der heimischen Geschäftswelt ein wenig leichter fiel. Oder mit dem Ziel, sich unterhalten zu lassen. Die Marching band „Sound of Sulingen“ hatte die gewohnt melodische Form gewählt, sich Platz zu schaffen beim musikalischen Gang über die Flaniermeile. Pianist Klaus Porath war da an die Bühne auf dem Neuen Markt gebunden, doch mancher nutzte die Bänke dort gerne für eine kleine Verweilpause. Jüngere wie auch ältere Besucher ließen sich an dieser Stelle zudem gerne auf „Benzingespräche“ ein, denn: Zu übersehen war die Lkw-Flotte aus dem Sulinger Land nicht. Mit Anhänger, mit Kipper, mit Container, ein Bus: Die noch junge Gruppe der Sulinger Logistiker nutzte die Chance, um für qualifizierten Nachwuchs hinter dem Lenkrad zu werben. Jens Kleinert, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Hannover, Hildesheim und Braunschweig im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen und gestern vor Ort, nennt die Initiative „spektakulär“.

Frühlingsfest in Bildern

Frühlingsfest in Sulingen

Dass unterschiedliche Fuhrunternehmer sich nicht als Konkurrenz sehen, sondern als Kollegen und mit dieser Vorbildinitiative auch Kollegen andernorts zu Aktionen motiviere, das wäre durchaus möglich. Für 260 000 Berufskraftfahrer, die in den nächsten 15 Jahren altersbedingt in den Ruhestand wechseln, rücke kaum ein Achtel nach. Kleinert: „Und das in der wichtigste Branche.“ Für Henri Wortmann, Inhaber der gleichnamigen Spedition, ist die Gleichung klar: „Gute Ausbildung beschert uns gute Fahrer und damit gute Aufträge. Und dann kann auch gutes Geld gezahlt werden.“ Wortmann hat seine Fahrerausbildung bei der Bundeswehr gemacht – der Wegfall der Wehrpflicht bedeute auch den Wegfall von jährlich 130 000 jungen Leuten, die beim „Bund“ ihren Lkw-Lappen gemacht haben. Da kaum noch Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben werde, fehle eine Gruppe, die als Zweitjob hinterm Brummi-Lenkrad Platz nahm. Laut Fahrlehrer Fritz Griewe dauere die Ausbildung in Theorie und Praxis nach neusten Qualifikationsvorgaben zum „EU-Berufskraftfahrer“ etwa fünf Monate. Für manchen jüngeren Festbesucher allerdings standen eher Hubschrauber und Pferd als Fortbewegungsmittel auf der Wunschliste: Karussellfahren gehörte zum Angebot wie Kinderschminken. Und der mit Inbrunst mitgesungene Carrell-Hit, den Porath intonierte: „Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer?“ · sis

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