Brokser Markt: Astrid und Christian Kropp sind das „Brautpaar des Jahres“

„Wir stehen im Riesenrad und genießen die Höhenflüge“

„Schön war‘s“: Am 17. Juli 2015 gaben sich Astrid und Christian Kropp das Ja-Wort. - Fotos: Oliver Siedenberg

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Der Brokser Heiratsmarkt ist ihr zweites Zuhause. Seit Jahren schenken Astrid und Christian Kropp in Partyzelten auf dem Volksfest aus, und auch ein privater Bummel steht jedes Mal fest in ihrem Kalender. Bei der nächsten Auflage werden die Bruchhausen-Vilser ein bisschen weniger arbeiten und ein bisschen mehr feiern als gewohnt. Denn sie sind das „Brautpaar des Jahres 2016“.

Zum zehnten Mal hatten der Flecken Bruchhausen-Vilsen, Gastronom Uwe Stoffregen und die Mediengruppe Kreiszeitung zu der Aktion aufgerufen. Mehrere Paare stellten sich bei einem Casting im Rathaus vor, am Ende entschied sich die Jury für Astrid und Christian Kropp. Die Wahl-Bruchhausen-Vilser nehmen am Freitag, 26. August, in Brautkleid und Anzug an der Heiratsmarkt-Eröffnung teil und müssen am Sonntag, 28. August, beim Frühschoppen im Remmer-Zelt damit rechnen, auf die Bühne geholt zu werden. Die Belohnung: Zum Frühschoppen darf das „Brautpaar des Jahres“ auf Kosten von Stoffregen einige Freunde einladen. Der Flecken spendiert ein Überraschungspaket mit Vergünstigungen für den Markt und die Kreiszeitung einen Kurzurlaub in Berlin inklusive Musical-Besuch – die zweiten Flitterwochen sozusagen.

Dass die gebürtige Hamburgerin Astrid Kropp (40) ein Volksfest-Fan ist, wird schon durch die Worte deutlich, mit denen sie die Liebesgeschichte von sich und ihrem Christian erzählt: „Als wir uns das erste Mal trafen, ahnte ich nicht, wie viel du mir eines Tages bedeuten würdest. Ich ging an dir vorbei wie an einer Losbude“, sagt sie und ergänzt: „Du warst der Hauptgewinn.“

Die Turteltauben lernten sich 2004 in der Gaststätte „Leinenweber“ in Bruchhausen-Vilsen kennen. Astrid Kropp arbeitete dort zu dem Zeitpunkt (heute ist sie im „Alten Bahnhof“ tätig), ihr Traummann war Gast. Bald stellten die zwei fest, dass sie mehr verbindet als ihr Job in der Gastronomie und die damit verbundenen unregelmäßigen Arbeitszeiten. „Wir fingen an, uns zu treffen“, erzählt der sympathische 51-Jährige mit der großen Klappe. „Aber zunächst nur als gute Freunde. Zusammen gekommen sind wir erst zwei, drei Jahre später.“ Details wollen die Eheleute nicht verraten. „Die Nächte wurden immer länger“, sagt er. „Es kam halt so“, sagt sie. „Irgendwann hat sie mal bei mir geschlafen und wollte mehr“, fügt er hinzu und grinst. „Na gut, wer den Anfang gemacht hat, weiß ich nicht mehr.“

Sicher ist: Die beiden wurden ein Paar. „Dann stand die obligatorische Frage im Raum: ,Ich hab drei Kinder, schaffst du das?‘“, erklärt Astrid Kropp, deren Töchter 12, 14 und 18 Jahre alt sind. „Ja, logisch“, sagt ihr Mann, gibt dann aber zu: „Es hat Kraft gekostet, bis sie mich mochten. Aber ich hab‘s geschafft. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht ihr Vater bin, sondern ihr bester Kumpel und dass ich immer da bin. Das haben sie kapiert.“

Dass die Zeit zum Heiraten gekommen ist, kapierte der 51-Jährige, der mit 18 Jahren von Liebenau nach Bruchhausen-Vilsen zog, spätestens Ostern vergangenen Jahres. Grinsend berichtet er von dem Antrag, den seine Gattin ihm nach einer durchgearbeiteten Nacht beim Mittagessen in der „Ristorante Pizzeria Italia“ in Bruchhausen-Vilsen machte. „Da sitzen wir da und essen, und dann zieht sie eine Packung ,M&M‘s‘ raus. Ich denk: ,Lecker Schokolade‘. Da sagt sie, ich soll mal drauf gucken. Und da sind dann Paare und Ringe auf der Schokolade.“ Astrid Kropp unterbricht ihn: „Er hat immer gesagt, dass wir heiraten, ich hab auf einen Antrag gewartet, aber der kam nicht. Also hab ich ,M&M‘s‘ bedrucken lassen.“ Ihr Mann spricht lachend weiter: „Da lief mir kalter Schweiß runter. Also hab ich schnell ,Ja‘ gesagt, da war das Thema vom Tisch.“

Vom Tisch war das Thema allerdings nicht lange. Denn am 17. Juli 2015 sagten beide noch mal offiziell „Ja“. Nach der standesamtlichen Trauung in Bruchhausen-Vilsen feierten die Kropps mit etwa 70 Gästen im „Esszimmer“, wo der Bräutigam angestellt ist. „Schön war‘s“, sagt der 51-Jährige. „Wir würden‘s wieder tun.“

Zumindest ihr Hochzeit-Outfit können die Verliebten bald noch mal tragen. Nicht nur, aber auch deshalb freuen sie sich schon auf den Brokser Markt. Christian Kropp lobt die „familiäre Stimmung, auch unter den Gastronomen“ auf dem Fest. „Wir verbinden das Arbeiten mit dem Feiern“, sagt seine Gattin. „Wir sind quasi durchgehend da. Wir verfluchen den Markt jedes Jahr, aber wir lieben ihn auch.“ Und dann findet die 40-Jährige noch ein paar Worte zu ihrer ganz persönlichen Liebesgeschichte: „Wir stehen noch immer ganz oben im Riesenrad und genießen die Höhenflüge.“

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