Grünen-Politiker mahnt „verdeckte Strukturen“ an

Walter Kreideweiß teilt zum Abschied noch mal aus

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Verabschiedet wurden (von links) Bernd Prumbaum, Heinrich Schröder, Wolfgang Griese, Dietrich Wimmer, Walter Kreideweiß, Stephanie Schmitz, Thomas Tholl, Ingo Rahn, Bernd Garbers und Meina Fuchs. Es fehlt: Peter Schmitz. 

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Fast die Hälfte der 23 Mitglieder des alten Rats des Fleckens Bruchhausen-Vilsen scheidet zum Ende der Wahlperiode aus. Zehn Politiker verabschiedete der stellvertretende Fleckenbürgermeister Ulf Schmidt (Grüne) am Mittwochabend. Einzig Fleckenbürgermeister Peter Schmitz, der nicht mehr kandidiert hatte, war krankheitsbedingt nicht anwesend. Er soll während der konstituierenden Sitzung des neuen Fleckenrats im November verabschiedet werden.

Alle anderen scheidenden Ratsmitglieder bekamen je eine Urkunde, ein Buchgeschenk und einen Blumenstrauß. Zu jedem von ihnen fand Ulf Schmidt ein paar Worte. Verabschiedet wurden Ingo Rahn, Walter Kreideweiß und Meina Fuchs (Grüne), Dietrich Wimmer, Bernd Garbers und Bernd Prumbaum (SPD) sowie Stephanie Schmitz, Heinrich Schröder, Wolfgang Griese und Thomas Tholl (CDU).

Zu Walter Kreideweiß sagte Ulf Schmidt: „Du hast immer klare Kante gezeigt, warst konsequent bis zum bitteren Ende, aber was fehlte, war ein bisschen die Kompromissbereitschaft.“ Daraufhin holte Kreideweiß aus und erklärte: „Ich scheide bewusst aus, wegen der hier vorgefundenen verdeckten Strukturen. Schon zu Beginn meiner Ratstätigkeit hatte mir jemand geflüstert, dass alle Entscheidungen am Biertisch getroffen werden. Bürgern und Ratsmitgliedern das Wort zu entziehen, schafft kein Vertrauen.“ Sein Demokratieverständnis sei ein anderes: „Das muss ich mir als 70-Jähriger nicht mehr antun. Ich hoffe, dass der neue Rat mehr Transparenz zeigt und offen zu den Bürgern ist.“

Äußerungen stießen zum Teil auf Unverständnis

Positiv wertete Kreideweiß die Förderung des Tourismus‘ sowie die Schaffung eines Denkmals in Oerdinghausen, das an ein ehemaliges Kinderheim in der Nazizeit erinnert. Gleichzeitig mahnte der Grünen-Politiker einmal mehr an: „Ich hoffe, der neue Rat wird unverzüglich den Straßennamen einer Nazidichterin abschaffen.“ Gemeint war die Agnes-Miegel-Straße in Bruchhausen-Vilsen.

„Ich hoffe auch, dass der neue Rat nicht nach den Interessen kapitalkräftiger Interessengruppen entscheidet“, fuhr Kreideweiß fort. Bei den anderen ausscheidenden Ratsmitgliedern stießen seine Äußerungen zum Teil auf Unverständnis. Sowohl Bernd Prumbaum als auch Wolfgang Griese betonten die „gute Diskussionskultur“ im Fleckenrat. „Wir sind nie mit persönlichen Beleidigungen aufeinander los gegangen“, erklärte Prumbaum.

Prumbaum und Griese hatten beide 25 Jahre im Rat gesessen und in dieser Zeit einmal als stellvertretende Fleckenbürgermeister den Brokser Heiratsmarkt eröffnet, weil der amtierende Bürgermeister verhindert war. „Da kann man auch beruhigt abtreten“, scherzte Schmidt.

Griese, der eine lange Laufbahn als Kommunalpolitiker hinter sich hat, wurde sogar mit stehenden Ovationen verabschiedet. „Das ist schon eine Situation, da hat man ein weinendes Auge“, erklärte er.

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