Frühstückstreffen für Frauen: Christiane Rösel begeistert mit ihrem Vortrag

Wie viel Anerkennung braucht der Mensch?

Die Initiatorinnen Birgit Heppner (von links) und Karin Sporleder vom Forum „Frühstückstreffen für Frauen“ sowie die Referentin Christiane Rösel freuten sich über einen vollen Saal, als es am vergangenen Freitagabend um die Themen Anerkennung und Wertschätzung ging. - Foto: Ulf Kaack

ASENDORF - Von Ulf Kaack. Jeder Mensch auf der Welt braucht Anerkennung für sein Handeln und seine Existenz. Über dieses Thema referierte Christiane Rösel am Freitagabend vor mehr als 150 interessiert lauschenden Zuhörern im voll besetzten Saal von Uhlhorns Gasthaus in Asendorf. Veranstalter war das Forum FFF (Frühstückstreffen für Frauen) Bruchhausen-Vilsen. Ausdrücklich waren auch Männer geladen. Sie befanden sich aber deutlich sichtbar in der Minderzahl.

Ursprünglich ist Christiane Rösel ein norddeutsches Gewächs, wie sie in ihrer Anmoderation offenbarte. Durch Familie und Beruf wurde sie nach Marburg und später ins ländliche Walddorfhäslach (Baden-Württemberg) verpflanzt. Brüche in ihrem Leben, die nicht zur Entwurzelung führten. Sie verstand diese stets als Chance und Herausforderung und spannte so den Bogen zum Thema des Abends: Wie viel Anerkennung braucht der Mensch?

„Du lobst mich so oft, sagte der Mann zufrieden – wenn ich’s dir schon vormache, warum du mich nicht, dachte sich die Frau“, so eröffnete Christiane Rösel ihr Referat. Ein simpler Satz mit Tiefgang. Launig ging es zu, spritzig und humorvoll – trotz oder gerade wegen der offensichtlichen Ernsthaftigkeit der Thematik.

Anerkennung, so erfuhren die Zuhörer, wiederfährt den Menschen in allen Bereichen ihres Lebens – in der Familie, im Beruf, in der Freizeit, im Ehrenamt. Oder eben halt nicht oder zu niedrig dosiert. Wo sind die Grenzen der Wertschätzung durch andere und durch sich selbst? Reicht es aus, ist es zu viel oder zu wenig? Viele Fragen stellte Christiane Rösel in den Raum. Für einige lieferte sie Antworten oder Denkansätze. Andere ließ sie offen, verschaffte dem Publikum so Raum für die eigene Suche nach Lösungen.

„Ein Fußballspiel zwischen einer US-amerikanischen und einer deutschen Jugendmannschaft, die Eltern sitzen am Rand und feuern ihre Kids an“, formulierte sie plakativ und gleichnishaft. „Während die Amerikaner lautstark zu motivieren wissen, verstehen sich die Deutschen aufs Nörgeln und Kritisieren: Hättest du nicht, du solltest aber. Nicht geschimpft ist schon genug gelobt, sagt man bei uns im Schwabenland. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.“

Selbstwertgefühl wird dem Menschen nicht in die Wiege gelegt, so die Erkenntnis. Christiane Rösel fasste es in einer einfachen Formel zusammen: Selbstwert ist der Erfolg des Menschen geteilt durch seine Ansprüche. Eine zu hoch angelegte Messlatte beim eigenen Leistungsniveau oder der Erwartungshaltung an sich selbst bringt diese Gleichung durcheinander.

Auf vier Säulen ruht die Anerkennung des Menschen, so die These von Christiane Rösel. Selbstakzeptanz und -achtung sind wichtig, wobei auch der körperliche Aspekt eine wichtige Rolle spielt. „Du bist so wie du bist“, führte sie an. „Der Po ist wie er ist, Hauptsache man kann gut drauf sitzen.“

Selbstvertrauen in die eigene Begabung bei gleichzeitiger Fähigkeit zur Selbstkritik benannte sie als zweite Säule: „Das kann man trainieren!“. Ebenso die soziale Kompetenz als dritte Säule: „Wünsche von den Augen ablesen funktioniert nicht. Sag es!“ Die Sorge für sich selbst muss eben so groß sein, wie die für andere.

Viertes Fundament ist das soziale Netz, das den Menschen umgibt. Bin ich je richtig dort angekommen wo ich bin – bin ich in meinem Umfeld verwurzelt? Christiane Rösel: „Das Netz, an dem ich knüpfe, soll mich tragen wenn ich es brauche.“ Nach ihrem zeitlich angenehm knapp bemessenen Vortrag, stellte die Referentin die Themen Anerkennung und Selbstwert tischweise unter den Zuhörern zur Diskussion. So war das Publikum nicht nur auf das passive Lauschen reduziert, sondern setzte sich im kleinen Kreis auch aktiv engagiert mit den offenen Fragen auseinander.

Am Sonnabendmorgen referierte Christine Rösel vor mehr als 150 Frauen zum Thema „Nur Mut“. „Spritzig und humorvoll konnte sie die Gäste begeistern“, steht in einer Pressemitteilung des Forums FFF.

Während beider Veranstaltungen sorgte die Gruppe „Tri & Ole“ aus Lindwedel (Heidekreis) für die musikalische Umrahmung. Zudem führte das Tafeltheater Bruchhausen-Vilsen die Zuschauer mit Stücken in die Thematik der Referate ein.

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