Oldenburg kandidiert erneut als Bürgermeister

Der „Urschwarmer“ möchte im Amt bleiben

Johann-Dieter Oldenburg

Schwarme - Von Mareike Hahn. Johann-Dieter Oldenburgs Amtszeit begann mit einem Eklat. Eigentlich wollte Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) 2011 Bürgermeister der Gemeinde Schwarme bleiben, aber CDU und SPD verständigten sich stattdessen – zunächst hinter verschlossenen Türen – auf den Sozialdemokraten Oldenburg als Nachfolger.

Schröder fühlte sich übergangen und verzichtete auf eine Gegenkandidatur bei der konstituierenden Ratssitzung. In diesem Jahr sieht das anders aus: Sowohl Schröder als auch Oldenburg haben bereits angekündigt, ihren Hut in den Ring zu werfen. Im Interview erklärt Johann-Dieter Oldenburg, warum er seinen Posten behalten möchte:

Herr Oldenburg, warum wollen Sie Bürgermeister bleiben?

Die Aufgaben des Ehrenamtsbürgermeisters haben mir in den letzten fünf Jahren sehr, sehr viel Freude bereitet. Ich hatte als Urschwarmer die Möglichkeit, mich um die Menschen meines Dorfs und um den Ort selbst intensiv zu kümmern. Ich werde wie bisher meine „Streifenfahrten“ mit Fahrrad und Hund im Dorf durchführen, um weiter mit allen Menschen ins Gespräch zu kommen, dabei Missstände zu erkennen, um sie mithilfe des Schwarmer Rats und der Verwaltung in Bruchhausen-Vilsen zu beseitigen.

Und warum sollten Sie Bürgermeister bleiben?

Das Leiten einer Polizeidienststelle hat schon mal dazu geführt, dass ich in Schwarme das ein oder andere Problem etwas später in Angriff genommen habe. Das würde sich in Zukunft ändern; denn ich gehe am 30. September in Pension und habe dann noch mehr Zeit, mich für „meine Bürgerinnen und Bürger“ und für „mein Dorf“ zu engagieren. Da ich auch für den Samtgemeinderat und den Kreistag kandidiere, habe ich, bei einer Wahl in die Gremien, viele Möglichkeiten, mich politisch einzubringen, mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Gemeinde Schwarme, die Samtgemeinde und den Kreis.

Hermann Schröder möchte ebenfalls Bürgermeister werden. Was unterscheidet Sie von ihm?

Ich bin ein gebürtiger Schwarmer. Deshalb verstehe ich die Menschen in unserem Dorf und kenne die Altschwarmer und ihre Kinder. Die Neubürger kennenzulernen, wird ein Ziel in der künftigen Wahlperiode sein. Ich bin ein Mann der Taten, des praktischen Handelns und nicht der großen Worte. Durch meinen Beruf als Polizeibeamter bringe ich ein hohes Maß an Erfahrungen mit Menschen und deren Problemen mit ein. Ich kann mich in die Lage meiner Mitmenschen hineinversetzen und intensiven Kontakt zu allen Bürgern pflegen.

Welche Chancen rechnen Sie sich bei der Bürgermeisterwahl aus?

Entscheidend sind die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat und welche Partei oder Gruppierung dann welchen Kandidaten bei der Wahl zum Bürgermeister unterstützt. Ich hoffe, dass meine Arbeit und die Arbeit meiner Fraktion in den vergangenen fünf Jahren von unseren Bürgerinnen und Bürgern mit einer Stimmabgabe für mich/uns gewürdigt werden.

Wie lautet Ihre Bilanz der ablaufenden Wahlperiode?

Für mich war es in der Wahlperiode sehr wichtig, für alle Bürgerinnen und Bürger ansprechbar zu sein, ihnen bei Problemlösungen behilflich zu sein, eine gute Dorfgemeinschaft zu pflegen und die Vereine und Institutionen in Schwarme zu unterstützen und zu fördern. In den letzten fünf Jahren habe ich jede Jahreshauptversammlung der Vereine aufgesucht und dadurch einen engen Kontakt zu den Vereinen und Institutionen gepflegt. Ich meine, dass mir das auch gelungen ist. Der Supermarkt in Schwarme wurde erhalten, der Kindergarten wurde um eine Krippe erweitert, die Postannahmestelle blieb in Schwarme, sämtliche Bauplätze sind verkauft, unser Sportzentrum mit der Schule, dem Kindergarten, dem Freibad und der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Vorzeigeobjekt geworden, die Gemeinde hat den Krähenkamp als Festgelände käuflich erworben, wir haben Teile der Bruchlandschaft rekultiviert und uns an der Renovierung der Trauerhalle beteiligt. Wichtig ist es mir, den Schwarmerinnen und Schwarmern mitzuteilen, dass uns die finanzielle Situation der Gemeinde beruhigt in die Zukunft sehen lassen kann. Wir sind schuldenfrei und verfügen über ein Finanzpolster von rund einer halben Million Euro.

Welche Ziele wollen Sie in der neuen Wahlperiode umsetzen?

Zum einen möchte ich auch die nächsten fünf Jahre mit dem Gemeinderat Politik für unser Dorf gestalten, unabhängig von einer Partei- oder sonstigen Zugehörigkeit. Wir/Ich werden uns darauf konzentrieren, das Geschaffene zu erhalten und gegebenenfalls zu optimieren. Ich möchte erreichen, dass wir weitere Bauplätze ausweisen und unter anderem dabei eine Möglichkeit des altersgerechten Wohnens in Schwarme schaffen. Weiter denke ich daran, unser Wegenetz auszubauen, die Naherholung in Schwarme und im Schwarmer Bruch in das Tourismuskonzept der Samtgemeinde zu integrieren und unsere Vereine weiterhin so zu unterstützen, dass sie ihre Integrationsfunktion und ihr Engagement für das Dorf weiter so hervorragend durchführen können. Vielleicht können wir uns den Luxus eines beheizten Schwimmbads leisten, damit die älteren und die ganz jungen Mitbürger und Mitbürgerinnen in unser schönes Schwimmbad kommen.

Wie sehen Sie Schwarme aufgestellt?

Wir haben eine hervorragende Infrastruktur geschaffen und befinden uns in einer sehr guten finanziellen Situation. In Schwarme praktizieren drei Allgemeinmediziner und ein Zahnarzt. Apotheke, Physiotherapiepraxis, Friseure, Gas-, Wasser-, Heizungsbauer, Haustechnik, Supermarkt, Raiffeisengenossenschaft mit der Postannahmestelle, Bäckerei, Zimmereibetriebe, Gartenbaubetriebe, Landwirtschaft, Biohof und so weiter. Um es kurz zu machen: Schwarme ist für das nächste Jahrzehnt hervorragend aufgestellt.

Mehr zum Thema:

Mediengestalterin/Mediengestalter

Mediengestalterin/Mediengestalter

Neue Vielfalt beim Fußabstreifer

Neue Vielfalt beim Fußabstreifer

Bilder vom Oktoberfest: Standkonzert zur Halbzeit

Bilder vom Oktoberfest: Standkonzert zur Halbzeit

Kartoffelmarkt in Rotenburg

Kartoffelmarkt in Rotenburg

Meistgelesene Artikel

Krisenzentrum in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr?

Krisenzentrum in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr?

Brand einer Lagerhalle in Diepholz

Brand einer Lagerhalle in Diepholz

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Soldatenheim: Zukunft ist weiter offen

Soldatenheim: Zukunft ist weiter offen

Kommentare