Nutzfahrzeug-Oldtimertreffen in Wackershausen

250 Unimogs, alle Individuen

Auch allerlei landwirtschaftliches Gerät gab es in Wackershausen zu bestaunen. Unser Bild zeigt einen Teil des Organisationsteams. - Fotos: Heiner Büntemeyer

Wackershausen - Von Heiner Büntemeyer. Schon seit zehn Jahren veranstaltet Familie Wulfers im Schwarmer Ortsteil Wackershausen regelmäßig Oldtimertreffen mit dem Schwerpunkt Nutzfahrzeuge und landwirtschaftliches Gerät. Diesmal ergänzte das Sommertreffen des bundesweit agierenden „Unimog Veteranen-Clubs“ (UVC) das Veranstaltungswochenende.

Bereits 2011 hatte sich Friedrich „Vize“ Wulfers um die Ausrichtung dieses Treffens beworben, nun war es endlich so weit – und alle Erwartungen wurden übertroffen: Mehr als 250 „Universal Motor Geräte“ (Unimogs) wurden auf dem großen Gelände der Wulfers ausgestellt. Dazu kamen etliche betagte Traktoren und Lastwagen anderer Hersteller. Die Aussteller brachten indes nicht nur ihre Fahrzeuge mit. Viele von ihnen kamen mit Bauwagen zum Übernachten, vor denen sie sich bei herrlichem Wetter Sitzgelegenheiten schafften und den Grill anwarfen.

Stolz zeigten die Besitzer ihre Fahrzeuge verschiedener Hersteller.

„Uns findest du an der Frankenfahne“, erklärte Robert Gutgesell über sein Handy einem Anrufer. Gutgesell war zusammen mit Stefan Stutz und dessen 17-jährigem Sohn Marc aus Lichtenfels (Bayern) nach Wackershausen gekommen. Für Marc war die gut 500 Kilometer lange Anreise eine Feuertaufe, denn er hat jüngst seinen Führerschein erworben und durfte nun in Begleitung selbst fahren. Er war stolz darauf, dass sein Vater ihm für die 16 Stunden Fahrzeit seinen 34 PS starken Unimog anvertraute. Nach der Ankunft wurden vor dem Stellplatz die Frankenfahne gehisst, auf dem Grill 40 Paar fränkische Bratwürste gebraten und das 30-Liter-Fass mit fränkischem Pülz-Bräu angestochen.

Nicht weit entfernt stand der Unimog der Familie Kreuz aus Leverkusen. Carola Kreuz richtete einen kleinen Auslauf für „Freddy Marcury“, ihre 18 Jahre alte Schildkröte, ein, die von den Besuchern ausgiebig bestaunt wurde.

Eine Gruppe war mit fünf Fahrzeugen aus dem nordrhein-westfälischen Raum Coesfeld angereist und präsentierte stolz ihre liebevoll gepflegten Unimogs. Getreu dem Motto „Jeder Unimog ist ein Individuum“ trug eines der Fahrezeuge seitlich ein Schneidwerk mit Feinschnitt-Messer, das über die vordere Zapfwelle angetrieben wurde. Dieser Unimog ist noch im Betrieb und kann über die hintere Zapfwelle einen Häcksler antreiben, um das Schnittgut stärker zu verfeinern.

Im Mittelpunkt des Wochenendes standen die Unimogs.

Eine echte Rarität ist der „Werner-Uniknick“, ein im Forstbetrieb genutzter Knicklenker auf Unimog-Basis. Von diesem Fahrzeug wurden bis 1976 lediglich 78 Exemplare gebaut. Der „Werner-Uniknick“ ist ungemein geländegängig und wendig, aber ein paar Unimog-Freunde hatten ihn dennoch per Tieflader nach Wackershausen geschafft. Den Grund erklärte der Besitzer aus Hamburg: „Der ist nicht gefedert, die Fahrt auf eigener Achse wollte ich meinen Bandscheiben nicht antun.“ Ja, Unimog-Fahrer müssen leidensfähig sein.

Natürlich führen sie vorsichtshalber stets Werkzeug und die gängigen Ersatzteile mit. Die Unimog-Reisegeschwindigkeit von maximal 60 Stundenkilometern wird nur auf ebener Strecke erreicht. „Was Steigungen sind, bestimmt mein Unimog“, sagte ein Fahrer aus Cuxhaven-Sahlenburg lachend, dessen 25 PS starker „401“ (Baujahr 1956) Steigungen entdecke, die nicht einmal ein Radfahrer bemerke.

Obgleich ziemlich verrostet, war ein „2010“ dank seiner Fahrgestellnummer einer der Stars der Ausstellung. Er wurde 1951 als siebtes Fahrzeug dieser Serie gebaut, und so etwas adelt einen Unimog.

Unimog- und Trecker-Treffen in Wackershausen

Selbst aus den Niederlanden und aus Belgien waren Unimogs angerollt. Stolz präsentierte Debo Lieven seinen „401“ aus dem Jahr 1956, den er acht Jahre lang restauriert hat, wobei er alle Fortschritte fotografiert und in einer dicken Mappe dokumentiert hat.

Viele Unimog-Freunde sind auch Tüftler. Zu ihnen gehört Rolf Nitschmann aus Vethem bei Walsrode, der einen Unimog aus Holz mitbrachte. Er hatte einst gehofft, dass seine Enkelin gerne darin schlafen würde – und versteht bis heute nicht, warum das Mädchen sein Bettchen bevorzugt.

„Ein Unimog kann alles, aber nichts richtig“, urteilte ein anderer Besitzer. Was die Fahrzeuge (zumindest ein bisschen) können, zeigten ihre Besitzer am Freitag, Samstag und Sonntag zahlreichen Schaulustigen: Sie hackten Buschholz, mähten Gras mit einem „Fella-Häcksler“, pflügten, eggten, luden Holzschnitzel auf einen Hänger und unternahmen Ausfahrten in die Umgebung.

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