Hermann Schröder will wieder Bürgermeister in Schwarme werden

Der Unbefangene

Hermann Schröder

Schwarme - Von Mareike Hahn. Hermann Schröder kommt nicht von hier. Und das ist gut so, findet der gebürtige Emsländer. „Meine Erfahrung ist, dass ich unbefangen bin“, sagt er. „Ich bin niemandem verpflichtet, ich bin mit niemandem verwandt, sondern kann ganz neutral an Entscheidungen herangehen.“

Genauso möchte er in der neuen Wahlperiode im Schwarmer Gemeinderat wieder agieren – am liebsten als neuer alter Bürgermeister. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Schröder, derzeit Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), um das Amt bewirbt. Von 2001 bis 2011 war er bereits Bürgermeister in Schwarme. 

Eigentlich wollte er es auch bleiben, aber vor fünf Jahren verständigten sich CDU und SPD stattdessen auf den Sozialdemokraten Johann-Dieter Oldenburg als Nachfolger. Schröder bekam auf Geburtstagen Wind davon. Damals fühlte er sich übergangen, heute sagt er lachend: „Dumm gelaufen.“ Und greift noch mal an.

Was hebt Schröder von seinem Kontrahenten Oldenburg ab? „Das ist eine schwierige Frage“, antwortet der 1951 geborene Pensionär. „Entweder man macht den anderen schlecht oder sich gut.“ Er gesteht dem aktuellen Bürgermeister zu, „mit viel Engagement und Liebe“ zu handeln. „Aber jeder hat das Recht zu kandidieren“, sagt Schröder. „Warum sollte ich es nicht tun?“

Er glaubt, dass es für die Entwicklung des Dorfs gut ist, wenn der Bürgermeister den Blick von außen hat. „Wenn es zum Beispiel um einen Bebauungsplan oder eine Straße geht, haben viele Ratsleute da einen Bekannten oder Verwandten wohnen oder jemanden, mit dem sie aufgewachsen sind. Das ist bei mir anders.“ Wichtig sei zudem, über die Parteigrenzen hinweg zu gucken, was „das Beste für den Ort“ ist. „Ich habe ein offenes Ohr für die Wünsche und Interessen aller Bürger.“

Schröder zog 1982 nach Schwarme. „Ich habe sehr früh den Wandel von einer Bauernschaft zu einem modernen ländlichen Wohnort bemerkt“, erinnert er sich. „Das möchte ich weiter vorantreiben.“ Dazu gehört für ihn auch die „Rettung“ des Schwarmer Bruchs, für die er in den vergangenen Jahren nicht nur als Ratsherr, sondern auch als Mitglied der Bürgerinitiative „Schützt das Schwarmer Bruch: Keine Mastställe“ kämpfte.

Das heißt aber nicht, dass er gegen Bauern ist: „Die Landwirte sollen weiter ihre Lebensmöglichkeiten haben“, sagt der frühere stellvertretende Schulleiter des Achimer Marktgymnasiums und kommt auf die aktuell laufende Flurbereinigung und den damit verbundenen Wegebau zu sprechen: „Wir sind dabei – und das ist nicht allein mein Verdienst, aber ich habe immer mitgearbeitet – die Kirchstraße und die Bruchhauser Straße zu entlasten, indem wir die landwirtschaftlichen Fahrzeuge durch das Bruch fahren lassen.“ Eine Win-win-Situation: „Die Landwirte können leichter zu ihren Flächen, und bei den Anliegern wackeln nicht mehr die Tassen im Schrank.“

Zu Schröders Zielen gehört es auch, weitere Bauplätze in Schwarme auszuweisen. „Man braucht zusätzliche Bevölkerung, um die Infrastruktur zu retten.“ Es gebe schon einen „festen Plan“, in welcher Ecke neue Bauplätze entstehen könnten. Offiziell sei der aber noch nicht, weil die Gemeinde noch die Eigentumsverhältnisse regeln müsse.

Auch eine flächendeckende Breitbandversorgung hat sich der Pädagoge auf die Fahnen geschrieben. „Nur so können wir die Betriebe erhalten.“ Dazu zähle auch, bei den Anbietern eine bessere Mobilfunkversorgung einzufordern: „Die Funklöcher müssen dringend behoben werden.“

Außerdem wünscht sich Schröder „angemessenen Wohnraum“ für ältere Menschen. Kleine Häuser auf kleinen Grundstücken seien bei Senioren gefragt. „Mal gucken, ob wir das im Baugebiet hinkriegen.“

Das Thema Tourismus hat Schröder, der neben dem Gemeinderat auch dem Samtgemeinderat und dem Kreistag erhalten bleiben möchte, ebenfalls im Blick. „Ich nenne es Naherholung. Wir müssen in erster Linie was für die Bevölkerung tun, und wenn dann auch noch Gäste aus Syke oder Bruchhausen-Vilsen herkommen, ist das sehr schön.“ Die UWG habe jüngst eine neue Radfahrkarte für das Bruch erstellt (wer eine haben möchte, erreicht Schröder unter Telefon 04258/284). Ferner überlege die zuständige Arbeitsgruppe, weitere Bänke und Schutzhütten in der Bruchlandschaft aufzustellen. Bereits vor einiger Zeit forderte Schröder im Tourismusausschuss der Samtgemeinde ein Konzept, um die Weiterentwicklung der Mitgliedsgemeinden zu forcieren.

„Die Gemeinde muss selbstständig bleiben, das ist das A und O“, betont Schröder, dass eine Einheitsgemeinde für ihn nicht infrage kommt. „Was kennt ein Asendorfer die Ecke in Schwarme, wo ein Bebauungsplan aufgelegt werden soll?“

Wie gut seine Chancen sind, im November wieder Schwarmes Bürgermeister zu werden, vermag Schröder nicht einzuschätzen: „Ich habe nicht mit den anderen Fraktionen gesprochen. Ich halte nichts von Geheimdiplomatie. Entweder man spricht offiziell miteinander oder gar nicht.“ Offiziell zu sprechen, macht für ihn erst nach der Wahl Sinn – wenn klar ist, wie viele Sitze die drei in Schwarme antretenden Gruppierungen (SPD, CDU, UWG) bekommen haben. Es wird also spannend.

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