Singer-Songwriter „The Monotrol Kid“ in Asendorf

Singt ein Belgier in Asendorf über Indianer aus Amerika ...

„The Monotrol Kid“ alias Erik van den Broeck gastierte am Samstagabend im Restaurant „Beats and Burgers“ in Asendorf. Nachmittags hatte er bereits im „Landcafé“ in Wechold gesungen. - Foto: hfr

Asendorf - Von Horst Friedrichs. „Rain in the Face“ – übersetzt: Regen im Gesicht – war ein berühmter amerikanischer Indianerhäuptling. Ihm widmen der belgische Musiker Erik van den Broeck und seine Band ihr neues Album, das im Herbst dieses Jahres unter van den Broecks Künstlernamen „The Monotrol Kid“ auf den Markt kommen soll. Am Wochenende trat der Sänger und Gitarrist solo im „Beats and Burgers“ auf, dem Restaurant der Asendorfer Diskothek „Break Out“. „The Monotrol Kid“ eröffnete den Konzertabend mit dem Titelsong seiner nächsten CD.

Sein Englisch ist von einem amerikanischen Akzent geprägt, er singt mit rauchig-rauer Stimme, und sobald er dazu in die Saiten greift, macht er die Weite des amerikanischen Westens hörbar: „The Monotrol Kid“ widmet sich in seinen Kompositionen und Liedtexten vorzugsweise amerikanischen Themen und vertieft sie auch dann, wenn sie so problembeladen sind wie die Geschichte und das heutige Leben der nordamerikanischen Indianer. So befassen sich der Titelsong und alle weiteren Lieder auf der neuen CD mit „Rain in the Face“ und den vielfältigen Schicksalsaspekten seines Volks.

Indianerhäuptling „Rain in the Face“ (1835-1905), aufgenommen 1893.

Während seiner Aufenthalte in den USA, aber auch via Internet zu Hause gräbt der Singer-Songwriter tief in jenen Zusammenhängen, die ihn sowohl für die Texte und Melodien seiner bisher erschienenen CDs als auch für das kommende Album inspirierten. So stieß er auf „Rain in the Face“, den legendären Kriegshäuptling der Sioux-Stämme Hunkpapa und Lakota. An der Seite des berühmten Häuptlings Sitting Bull ritt „Rain in the Face“ 1876 in die große Schlacht gegen US-General Georg Armstrong Custer und seine „7th US Cavalry“, die bis auf den letzten Mann ausgelöscht wurde. „The Monotrol Kid“ hat das Leben des in den Vereinigten Staaten ebenfalls berühmten Kampfgefährten Sitting Bulls als roten Faden für seine Texte aufgegriffen.

Viele Legenden ranken sich um „Rain in the Face“, der 1905 im Alter von 70 Jahren in einem Indianerreservat in North Dakota starb. Mit der CD, die Erik van den Broeck und seine Band – auch gemeinsam als „The Monotrol Kid“ firmierend – in Kürze veröffentlichen werden, verhelfen sie dem tragischen Schicksal des Kriegshäuptlings und seiner Leidensgefährten zu neuer Aufmerksamkeit. Solche und verwandte Themen finden Eingang in die Spielart des Folk-Americana, wie sie der belgische Vollblut-Musiker am Samstagabend seinem Publikum in Asendorf bot – gewürzt mit van den Broecks bekannten Qualitäten als Alleinunterhalter und belohnt mit begeistertem Applaus.

Am Rande des Konzerts verriet Erik van den Broeck die Entstehung seines Künstlernamens. „Ich war auf der Suche nach einem Wort, das mir zu einer Alleinstellung verhilft“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Da kam mir zugute, dass ich einmal für eine Firma gearbeitet habe, die Gabelstapler herstellt. Diese Firma verwendet in ihren Staplern eine besondere Erfindung – das Monotrol.“ Das Monotrol-Pedal ermögliche es, sowohl die Fahrtrichtung als auch die Geschwindigkeit mit einem einzigen Pedal zu regeln. Die Wortwahl van den Broecks bewährt sich nach wie vor: Wer bei Google „Monotrol“ eingibt, stößt sofort auf ihn.

www.themonotrolkid.com

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