Anja Meyer stellt filigrane Holzfiguren und Tonschmuck her

Schwarmerin fertigt ungewöhnliche Ketten

Anja Meyer aus Schwarme trägt ihren Tonschmuck auch selber um den Hals. - Fotos: neu

Schwarme - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Die Idee, kleine Holzfiguren und Tonschmuck selbst herzustellen, ist Anja Meyer aus Schwarme gekommen, als sie auf der Suche nach einem Geschenk für ihre Mutter in einer Wohn- und Gartenzeitschrift stöberte. „Da waren Laubsägearbeiten aus Sperrholz zu sehen. Das war im November 2013. Ich dachte mir: Das kann ich auch!“

Und so begann ein arbeitsintensives Hobby Gestalt anzunehmen. Anja Meyers Mutter bekam die erste Laubsägearbeit, herausgeschnitten aus einer Sperrholzplatte, und befestigt auf einem größeren Holzklotz. „Bereits im Jahr danach fertigte ich immer mehr dieser kleinen Geschenke, war auch auf dem Weihnachtsmarkt in Hoya mit einer Bude vertreten, damals noch mit jemand anderem zusammen.“ Die Nachfrage nach den kleinen, feinen Arbeiten stieg so rasant, dass sie 2015 schon alleine eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt mit Arbeiten füllen konnte.

„In diesem Jahr habe ich mein Kleingewerbe angemeldet“, erzählt die 43-Jährige. Der Name ihres Kleingewerbes ist Konzept. „liebenswerk“ hat Anja Meyer dieses genannt, liebenswert sind ihre kleinen Holzfiguren und der filigrane Tonschmuck allemal. „Eigentlich sollte das Gewerbe ,Ideenreich‘ heißen, weil ich so voller Ideen bin. Aber dann entdeckte ich ein Geschäft in Eystrup mit diesem Namen und überlegte mir etwas anderes“, blickt Anja Meyer zurück. „Eines Morgens, als ich aus der Dusche kam, hatte ich die Idee für ,liebenswerk‘, wobei das ,i‘ andersfarbig im Logo dargestellt ist. Damit sind die ,Ideen‘ gemeint“, sagt Anja Meyer.

Werkeln in der eigenen Wohnung

In ihre kleine Werkstatt in der Wohnung in Schwarme, zieht sie sich gerne nach der Arbeit oder am Wochenende zurück. „Ich bin als Ergotherapeutin in Thedinghausen tätig.“ Aus diesem Grund kenne sie sich auch mit den Arbeitsmaterialien Ton und Sperrholz aus. „Ich hatte schon immer einen Hang zu filigranen Arbeiten, keine Ahnung warum.“ Dabei hat sie, vor der Umschulung zur Ergotherapeutin, Kfz-Mechanikerin gelernt. „Das ging aber gesundheitlich nicht mehr.“

Nun widmet sie einen Großteil ihrer Freizeit den Laubsägearbeiten und dem Tonschmuck. Für die Laubsägearbeiten überträgt Anja Meyer per Blaupause Vorlagen auf eine Sperrholzplatte, sägt diese dann mit der Laubsäge aus.

„Wollen Sie auch mal probieren?“, werde ich gefragt. Etwas holprig, aber immerhin, eine Schlangenlinie bekomme ich beim ersten Mal schon ganz gut hin. Eine ruhige Hand und etwas Übung sind aber sicher von Vorteil. Sind die Figuren ausgesägt, wird geschmirgelt, damit auch alles schön glatt ist und nirgendwo ein Holzsplitterchen heraussticht. „Dann werden die Figuren angemalt, in weißer Acrylfarbe und mit einem Pinsel.“ So ist auch der Kontrast zum Sockel aus Naturholz schön anzusehen. Das Holz sammelt Anja Meyer im Wald, bei Besuchen an der See oder bekommt es von Freunden oder Verwandten geschenkt.

Künstlerin gibt auch Seminare

Ihre Erfahrungen im Umgang mit Holz hat sie bereits in einem Holzseminar auf dem Hof Arbste 7 von Peter Henze in Asendorf weitergegeben. Dort sind auch einige ihrer Arbeiten im Hofladen zu erwerben. Außerdem stehen einige Sachen im „Esszimer“ in Nienburg und in der Ergotherapiepraxis in Thedinghausen-Morsum. Verkäufe über das Internet scheut Anja Meyer. „Das ist sicher sehr zeitaufwendig, und ich wüsste noch nicht, wie ich die Figuren wirklich bruchsicher verpacken kann, sodass sie unbeschädigt beim Kunden ankommen.“

Wenn sie mal kein Holz mehr sehen kann, dann widmet sich Anja Meyer ihrem zweiten Projekt, dem Tonschmuck. Auch dieser ist filigran, besteht aus dünn ausgerolltem Ton, in den Blätter, Blüten, Fruchtstände von Pflanzen oder Gräser gedrückt werden. „Ich liebe die Natur, und immer, wenn ich dort etwas finde, nehme ich es mit und verwahre es, wer weiß, wofür ich es einmal brauchen kann“, erzählt sie. Die gebrannten kleinen Kunstwerke werden dann mit Kreidefarbe versehen, und sie bekommen eine Wachsschicht, „damit es nicht irgendwann anfängt zu krümeln“, sagt Anja Meyer. Kettenanhänger und Ringe stellt sie so bislang her. 

„Es gibt aber auch schon Anfragen für Armbänder oder Ohrringe, mal sehen.“ Und auch Untersetzer für Gläser kann sie sich mit dieser Herstellungsmethode gut vorstellen. Ihre Arbeiten sind, außer in den genannten Verkaufsstellen, auf diversen Märkten zu bewundern. Demnächst beim Kunsthandwerkermarkt im Kreismuseum Syke, am Sonntag, 6. November. Wer sich die Arbeiten ansehen möchte, kann auch telefonisch mit der Künstlerin Kontakt aufnehmen unter 04258/9838361 oder einen Blick auf die Homepage werfen:

www.liebenswerk.com

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