Wanderer erfahren an heiligen Quellen, woher der Gründonnerstag seinen Namen hat

Wer rein von Sünden war, stärkte sich mit etwas Grünem

Noch im Hellen machten sich die Teilnehmer der Gründonnerstag-Wanderung auf zum Heiligenberg. Später, als es dunkel wurde, leuchteten ihnen Fackeln den Weg. - Foto: Max Brinkmann

BR.-VILSEN - „Mit dieser Wanderung wollen wir uns auf Ostern einstimmen“, begrüßte Jutta Filikowski vom Tourismusservice die gut 30 Teilnehmer am Abend des Gründonnerstags im Kurpark Bruchhausen-Vilsen. Gästeführer Heinz-Jürgen Wachholz leitete die Führung zu den Quellen des Heiligenbergs.

Bevor die Wanderung quer durch den Kurpark startete, rief er den Wanderern noch einmal kurz in Erinnerung, wer eigentlich David Heinrich Hoppe war, an den ein Gedenkstein im Kurpark erinnert. Der „berühmteste Sohn Bruchhausen-Vilsens“ erforschte im 19. Jahrhundert beispielsweise die Alpenflora und erlangte mit seiner Arbeit als Botaniker Bekanntheit. Hoppe wurde 1760 in Bruchhausen-Vilsen geboren. Er arbeitete auch als Arzt und Apotheker. Hoppe starb 1846 in Regensburg.

Mit diesem für manche sicher neuen Wissen ging es auf die Tour. Nach einer guten halben Stunde machte die Gruppe bei der Klostermühle den ersten Stopp. Heinz-Jürgen Wachholz informierte über die Mühle und auch über die benachbarte Bruchmühle.

Weiter ging es zu den Quellen. Weil die Teilnehmer diesen letzten Teil schweigend zurücklegten, war das Knistern der am Weg aufgestellten Fackeln deutlich zu hören sowie vereinzelt das Zwitschern der Vögel in der Abenddämmerung. Nach dieser fast andächtigen Stille begann der Hauptteil der Wanderung, in dem die Frage beantwortet werden sollte, woher der Gründonnerstag seinen Namen hat.

„Der Gründonnerstag ist der Tag, an dem Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl abgehalten hat“, erzählte Heinz-Jürgen Wachholz. In vielen anderen Ländern, zum Beispiel in Frankreich, den Niederlanden oder Dänemark, ist er als der „weiße Donnerstag“ bekannt, weil an diesem Tag früher viele Menschen um Vergebung ihrer Sünden gebeten haben und Weiß die Farbe der Unschuld ist.

Zum Snack gab es Kräutersaft

Früher war es ein Brauch, sich am Gründonnerstag von seinen Sünden rein zu waschen. Deshalb waren Quellen, wie die am Heiligenberg heilige Orte. „Außerdem wurden an Gründonnerstag nur frisches, grünes Gemüse und Kräuter gegessen, damit man nach dem Büßen neue Kraft hatte“, berichtete Wachholz.

Als Abschluss der Wanderung gab es für die Teilnehmer einen Snack. Die Farbe Grün stand, wie im alten Brauch, im Vordergrund, und so konnten die Wanderer zum Beispiel einen Kräutersaft genießen.

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