Psychologin Beate M. Weingardt referiert vor 130 Zuhörern über Körpersprache

Ein Tipp für Frauen: „Einfach mal tiefernst auftreten!“

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„Schau mir in die Augen, Kleines – die Faszination der Körpersprache“ lautete das Vortragsthema von Dr. Beate M. Weingardt (Mitte) im Restaurant Dillertal. Die Initiatorinnen Birgit Heppner (links) und Karin Sporleder vom Forum „Frühstückstreffen für Frauen“ freuten sich über einen vollen Saal.

Homfeld - Von Ulf Kaack. Jeder Mensch auf der Welt spricht sie – von Geburt an und häufig unbewusst: die Körpersprache. Über dieses Thema, das sich im Lauf des Abends als recht komplex herausstellte, referierte Dr. Beate M. Weingardt jetzt vor rund 130 gespannt lauschenden Zuhörern im Restaurant Dillertal. Veranstalter war das Forum „Frühstückstreffen für Frauen“ (FFF).

„Ein Frühstückstreffen für Frauen – am Abend und mit Männern. Das ist schon ein sprachliches Kuriosum“, eröffnete Karin Sporleder vom FFF die Vortragsveranstaltung und freute sich gemeinsam mit ihrer Mit-Initiatorin Birgit Heppner über den gut gefüllten Saal. Bevor es los ging, stärkten sich die Besucher an einem warmen Büfett, musikalisch virtuos untermalt von Jonas Buchroth. Übrigens: Etwa ein Drittel der Zuhörer waren männlichen Geschlechts.

Beate M. Weingardt hatte eine lange Anreise von mehr als 600 Kilometern hinter sich. Die promovierte Theologin und Diplom-Psychologin lebt und arbeitet nämlich im schwäbischen Tübingen. 2010 schied sie auf eigenen Wunsch aus dem Dienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg aus und ist seitdem als Referentin, Buchautorin und psychologische Beraterin tätig.

Wer kennt diese Situation nicht? Das Gegenüber verschränkt seine Arme, zieht die Mundwinkel nach unten und signalisiert damit sein Missfallen, baut damit eine Barriere im Dialog auf. „Mit dieser Geste wird eine Abgrenzung geschaffen und gleichzeitig versucht, eine Dominanz aufzubauen“, erklärte Weingardt eingangs.

Körpersprache ist die primäre Mitteilungsform eines lebendigen Körpers. Schon ein Säugling entschlüsselt die Signale seiner Eltern und entwickelt gleichzeitig eine eigene Art und Weise, sich mitzuteilen. Viele dieser Zeichen sind, egal ob Inuit, Indio oder Europäer, angeboren und rund um den Globus gleich. Andere entspringen den verschiedenen Kulturkreisen und differieren: „Während wir in Deutschland ein hohes Distanzbedürfnis haben, ist dies im Orient oder in Südamerika in deutlich geringerem Maße der Fall“, sagte die Dozentin. „Auf Umarmungen durch fremde Personen reagiert man hierzulande oftmals sehr reserviert, anderenorts gehört es zum Standard-Behaviour.“

Verschiedene Faktoren machen die Körpersprache aus: Haltung, Bewegung, Augen, Gestik, Sprechweise und Distanzverhalten. Sie signalisieren verschiedene Gemütszustände wie Furcht, Langeweile, Anspannung oder Selbstbewusstsein. Meist geschieht dies unbewusst, lässt sich aber mit einem bisschen Gespür für die Materie durchaus gezielt einsetzen, um im Beruf und Privatleben steuernd einzugreifen.

„Ein aufkommender Streit ist häufig schon an der Körpersprache auszumachen“, erfuhr das Publikum. „Wer das mit scharfem Blick rechtzeitig erkennt, kann eine sich anbahnende Konfliktsituation durch die entsprechende Eigenreaktion vermeiden. Und auch Lügen eines Gesprächspartners lassen sich mit ein wenig Übung recht zuverlässig ausmachen. Wird die Unwahrheit gesprochen, ist die Stimmlage höher und die Sprache monotoner.“

Die Theologin und Psychologin war locker, launig und kurzweilig in ihrem Vortrag, konnte die zuweilen abstrakte Thematik anschaulich vermitteln. Dabei bediente sie sich mehrfach plakativer Beispiele von prominenten Zeitgenossen wie Bill Clinton, Guido Westerwelle, Christine Lagarde, Annette Schavan oder Günter Schabowski.

Einen besonderen Tipp hatte Beate M. Weingardt für die anwesenden Damen parat: „Frauen lächeln häufig in Situationen, wo es gar nichts zu lachen gibt. Das schwächt bei Differenzen die eigene Position immens. Also, einfach mal tiefernst und selbstbewusst auftreten!“

Auch die Veranstaltung „Die Klugheit der Stachelschweine – Gute Beziehungen haben Grenzen“ des FFF war gut besucht, ein Bericht folgt.

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