Aircombat-Wettbewerb des MFV Schwarme

Packende Verfolgungsjagden in der Luft

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Beim Aircombat-Wettbewerb geht es darum, den anderen Modellen das Papierband abzuschneiden, ohne das an der eigenen Maschine zu verlieren.

Schwarme - Von Ulf Kaack. Wahnwitzige Flugmanöver bei höchsten Geschwindigkeiten, dazu jede Menge Bruch und Kollisionen – am Sonnabend veranstaltete der Modellflugverein (MFV) Schwarme einen Aircombat-Wettbewerb auf seinem Luftsportgelände.

Am Start waren ferngesteuerte Modell-Jagdflugzeuge nach dem Vorbild von Maschinen aus den beiden Weltkriegen. Sie lieferten sich wilde Luftschlachten am Himmel. Was den Piloten am Boden den Angstschweiß ins Gesicht trieb, sorgte bei den Zuschauern für jede Menge Spaß und packende Momente. Der Preis dafür: So manches Flugmodell ging am Abend in zersplitterten Einzelteilen mit seinem Eigner auf die Heimreise.

Von Natur aus sind Jagdflugzeuge schnell und wendig. Weltweit widmen ihnen Modellflieger aus diesem Grund besondere Aufmerksamkeit. Eine eigene Szene mit der noch recht jungen internationalen Wettkampfdisziplin Aircombat hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt.

In drei verschiedenen Klassen wurde auf dem MFV-Flugsportgelände am Rand des Süstedter Bruchs gestartet: Jagdflugzeuge aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg im Maßstab 1:12 sowie der kleineren EPA-Klasse, deren Maschinen eine Spannweite von 80 Zentimetern und ein maximales Abfluggewicht von 540 Gramm haben dürfen. Sie sind nach Konstruktionsplänen zusammengesetzt oder entstammen fertigen Baukästen. Als Antrieb dienen wahlweise Elektro- oder Verbrennungsmotoren.

Wie ein klassischer Le Mans-Start

Nach einem akustischen Signal begannen die einzelnen Wettbewerbe wie im Motorsport mit einem klassischen Le Mans-Start: Die Piloten sprinteten über eine 30 Meter-Distanz und brachten die Modellflugzeuge in ihre Abflugposition. Fernsteuerung aktivieren und Motor starten war eine Sache von Sekunden, dann waren die Jagdmaschinen in der Luft und die wilde Hatz nahm ihren Lauf.

„Jede Maschine schleppt am Heck einen Streamer, ein 12 bis 15 langes Papierband, hinter sich her“, erklärte Bernd Beschorner, Vorsitzender des MFV Schwarme und Oberschiedsrichter des Wettbewerbs, das Reglement. „Bis zu sieben Maschinen steigen für jeweils sieben Minuten in den Himmel. Aufgabe der Piloten ist es, die Streamer der Gegner abzuschneiden. Entweder mit dem Propeller oder den Tragflächen, deren vorderes Profil mit Bändern aus Schmirgelpapier geschärft ist. Dafür gibt es 200 Punkte, während dem Gegner 50 Minuspunkte verabreicht werden.“

Für jede Sekunde in der Luft bekamen die Teilnehmer einen Punkt gutgeschrieben. Hasenfüße, die sich vom Kampfgeschehen fernhielten, wurden nach 30 Sekunden der Passivität mit 200 Minuspunkten belegt. Bei den Maschinen aus der Ära des Ersten Weltkriegs gab es zusätzlich Bodenziele in Form von Stangen. Konnten diese im Tiefflug abrasiert werden, gab es zusätzliche 50 Punkte extra.

Für sieben Minuten erbitterte Gegner

Klingt ganz schön kompliziert. Ist es auch. Um ein exaktes und faires Ergebnis zu ermitteln, wurde jedem Piloten ein Schiedsrichter an die Seite gestellt, der in dem wilden Gewimmel unter den Wolken den Überblick behielt und die Ergebnisse festhielt.

„Für sieben Minuten sind die Piloten erbitterte Gegner, danach wieder die besten Kumpels“, grinst Bernd Beschorner. „Ihre Maschinen sind die destruktiven Punkrocker des Modellflugsports. Sie tragen deutlich sichtbar Blessuren der vergangenen Luftkämpfe.

Aircombat-Wettbewerb des Modellflugvereins Schwarme

Bruch bei Starts und Landungen sowie Kollisionen passieren zwangsläufig fast im Minutentakt. Das will natürlich keiner der Teilnehmer, lässt sich aber bei den Top-Speed-Manövern auf engstem Raum nicht vermeiden. Totalschäden sind von den Piloten einkalkuliert, darüber regt sich hier keiner groß auf. Und für die Zuschauer ist so ein spektakulärer Air-Crash natürlich das Salz in der Suppe.“

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