Kabarettisten-Duo begeistert das Publikum

„Onkel Fisch“ strapaziert die Lachmuskeln

Das Duo „Onkel Fisch“ bescherte dem Publikum einen witzigen und kurzweiligen Abend. - Foto: Dagmar Voss

Br.-Vilsen - Von Dagmar Voss. Schmerzen an den Lachmuskeln, unaufhörliches Lächeln im Gesicht und beste Stimmung, das waren nur einige Wirkungen, die das Duo „Onkel Fisch“, also Adrian Engels und Markus Riedinger, am Freitagabend im Kulturforum erzielte.

„Alle, die nicht da waren, haben wirklich was verpasst“, war die einhellige Meinung des Publikums, das sich mit grinsenden Gesichtern in der Pause und am Ende dazu äußerte; vom begeisterten Beifall nicht zu reden, das dem Programm „Neues aus der Lobbythek“ gespendet wurde.

Es ging schon auf 23 Uhr, als einer der witzigsten und kurzweiligsten Abende im Brokser Kulturforum zu Ende ging. Als dieses Feuerwerk verrückter Einfälle und skurriler Ideen, politisch-kabarettistischer Wortspiele und actionreicher Performance mit schrägen Liedern endete.

Ihre Sketche mit intelligentem Spaß und nicht enden wollenden, teils gruseligen Fakten aus Wirtschaft und Politik klärten auf. So sehr, dass manch einem trotz des amüsanten Umfelds nicht immer nur zum Lachen war. Zu hart die unüberhörbaren Wahrheiten, die dem Satirespaß beigemengt waren und den Scherzen schon mal einen bitteren Beigeschmack bescherten.

Wie sich Deutschland als Lobbyparadies herausstellt, warum 80 Prozent der Deutschen keine Waffenexporte wollen, obwohl die Bundesrepublik der drittgrößte Waffenhändler der Welt ist – diese und viele andere Einsichten packte das Duo „Onkel Fisch“ in gar nicht fischige Persiflage. Da kann man schon mal das alte Peace-Zeichen schräg legen, wenn der Frieden verkauft wird, und schwupps, wird daraus ein Euro-Zeichen.

Böse-bissig, garniert mit urkomischer Performance sangen oder dichteten die zwei Herren in feinem schwarzen Zwirn in ihrer Action-Comedy. Über „Lobby and paste“ kann man sich heute ein Gesetz selbst stricken, die Matetee-trinkende Ökoalkaida ignorieren und den steigenden Meeresspiegel gelassen betrachten. Schließlich reichen die vorausgesagten 59 Zentimeter ja nur bis zum Knie.

Vorschläge zum Sparen gab es für die Panzerfahrgemeinschaften, also die Schützenbrüderschaften; und schließlich ist ja ein Panzer „quasi die Burka des Soldaten“.

Noch mehr Lobbyismusinfos gab es zu den Berliner Aktiven, den Lobbyisten aus der Familie der Raffzähne oder auch Beutelratten. Wer wusste denn schon, dass einmal im Monat ein Businesslunch stattfindet zwischen Waffenhändlern und Bundestagsabgeordneten? Zum Erkennen derselben führten die beiden Kölner den Paarungstanz der Lobbyisten auf. Völlig schräg und zum Brüllen komisch, wie dabei Ejakulat in Form von Briefumschlägen mit Euro-Inhalt ausgetauscht wird. Noch skurriler zum Thema Sachzwänge das Lied „Es liegen 9 Millionen Dollar in Beijing“, frei nach der Melodie des Katie Miloa-Songs „9 Million Bycicles“. Steueroasen und Ttip, Cashflowinseln, Steuerzisterzienser-Schweigegelübde, Einfälle der Pharmaindustrie zur Einnahmesteigerung, wo es keine geben könnte – das und noch viel mehr geistreiche Lobbyismus-Erkenntnisse brachten die beiden in einer Geschwindigkeit zu Gehör, dass einem schwindlig werden konnte. Zum Glück war nach knapp drei Stunden Schluss, mehr hätten Zwerchfell und Lachmuskeln nicht vertragen.

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