Bürgermeisterin Marlies Plate bestätigt 

In Martfeld bleibt alles beim Alten

Der neue Martfelder Gemeinderat (für das gesamt Bild bitte klicken, von links): Torsten Kirstein, Pitt Brandstädter, Jürgen Lemke, Krimhild Wulf, Heinrich Lackmann, Torsten Tobeck, Gemeindedirektor Bernd Bormann, Burckhard Radtke, Bürgermeisterin Marlies Plate, Nicole Wolf, Michael Albers, Klaus-Dieter Kasper, Merle Hoffmann und Christoph Ferentschak. - Foto: mah

Martfeld - Die Überraschung war, dass es keine Überraschung gab. Marlies Plate war am Dienstagabend in Martfeld die einzige Kandidatin für den Bürgermeisterposten – und sie bekam eine große Mehrheit: Neun Ratsmitglieder bestätigten Plate in geheimer Wahl im Amt, während sich zwei enthielten und zwei dagegen stimmten. Die Grünen-Politikerin freute sich sichtlich. „Ich bedanke mich für das Vertrauen“, sagte sie. „Es war bis zur letzten Minute spannend. Ich habe mich auf alle Möglichkeiten eingestellt.“

Vor der Kommunalwahl hatten neben Plate auch Michael Albers (SPD) und Heinrich Lackmann (Unabhängige Liste, ULM) Interesse an dem Posten bekundet. „Unser Ziel war es, die Mehrheit im Rat zu erlangen. Das ist uns nicht gelungen“, erklärte am Dienstag Torsten Tobeck von der ULM, die mit der CDU kooperiert. „Nach der Wahl gab es verschiedene Gespräche mit den Fraktionen, aber wir sind nicht auf einen Nenner gekommen.“

ULM (vier) und CDU (zwei) besetzen zusammen sechs Plätze im neuen Gemeinderat, die Grünen stellen vier und die SPD drei Mitglieder. Die Sitzverteilung ist somit seit 2011 konstant, wobei die ULM in der vergangenen Wahlperiode allein sechs Mandate hatte, weil die CDU in Martfeld nicht antrat.

„Wir glauben, der Kurs von Marlies Plate ist nicht der schlechteste und sollte fortgesetzt werden“, sagte Klaus-Dieter Kasper (Grüne). Burckhard Radtke (SPD) erklärte daraufhin, dass er „sehr gute Voraussetzungen für die Ratsarbeit der nächsten fünf Jahre, auch fraktionsübergreifend“ sieht. Die Wähler hätten ein klares Signal für Plate gesetzt. Die seit 2006 amtierende Bürgermeisterin holte am 11. September 609 Stimmen, mehr als die anderen Politiker. „Wir werden Marlies Plate unterstützen“, sagte Radtke. Tobeck beantragte daraufhin geheime Wahl.

Als das Ergebnis feststand, applaudierten nicht nur die Politiker, sondern auch die gut 30 Bürger im Gasthaus Dunekack in Kleinenborstel. „Gefühlt ist diese Wahl erst mal gewonnen. Aber ein wirklicher Gewinn ist es, wenn es uns gelingt, in den nächsten fünf Jahren konstruktiv zu arbeiten“, betonte Plate.

Einhellig fiel die Entscheidung aus, dass Plate als Bürgermeisterin nur repräsentative Aufgaben übernimmt, nicht aber Verwaltungsaufgaben. Allerdings enthielten sich die ULM- und CDU-Vertreter. „Wir würden einen Vollbürgermeister begrüßen“, begründete Tobeck. Michael Albers entgegnete: „Wir haben in letzter Zeit mit Bernd Bormann einen hervorragenden Gemeindedirektor gehabt.“ Und das soll er auch bleiben, entschieden die Ratsleute. Stellvertretende Gemeindedirektorin ist weiterhin, ebenfalls auf Wunsch aller Politiker, Marlies Plate.

Gleichberechtigte stellvertretende Bürgermeister bleiben Heinrich Lackmann und Michael Albers, beide wurden ebenso einstimmig gewählt.

Eine kurze Diskussion gab es um die Frage: Fachausschüsse oder Arbeitskreise? Die ULM setzte sich mit Hinweis auf deren Verbindlichkeit für Fachausschüsse ein, zeigte sich aber kompromissbereit. Tobeck: „Für uns ist das Entscheidende, dass es mehr Treffen gibt als in der Vergangenheit. Es muss etwas passieren.“ Passieren soll etwas, aber in Arbeitskreisen, wie die SPD- und Grünen-Vertreter mehrheitlich festlegten. „Die Arbeitsatmosphäre in Arbeitskreisen ist angenehmer, außerdem können wir die Besetzung flexibler handhaben“, erklärte Albers. Die Arbeitskreise, die anders als Fachausschüsse keine Geschäftsordnung haben, tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wollen diese aber über ihre Ergebnisse informieren.

Den Rest der Tagesordnung hakte der Rat zügig ab. Plate verpflichtete die neuen Mitglieder, bevor diese unisono beschlossen, weiter einen nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss zu bilden. Für die SPD arbeitet Michael Albers (Vertreter: Burckhard Radtke, Nicole Wolf) mit, für die Grünen Marlies Plate (Vertreter: Klaus-Dieter Kasper, Pitt Brandstädter) und für die ULM/CDU-Gruppe Heinrich Lackmann (Vertreter: Jürgen Lemke, Torsten Tobeck). J mah

Personalia

Arbeitskreis Wirtschaft und Marketing: Heinrich Lackmann (Sprecher), Marlies Plate, Nicole Wolf und Jürgen Lemke

Arbeitskreis Dorfentwicklung: Michael Albers (Sprecher), Heinrich Lackmann, Christoph Ferentschak und Pitt Brandstädter

Kindergartenbeirat: Nicole Wolf, Krimhild Wulf und Klaus-Dieter Kasper Kulturplattform: Pitt Brand- städter (Stv. Torsten Tobeck)

Partnerschaftskomitee: Christoph Ferentschak, Nicole Wolf und Marlies Plate

Fraktionsvorsitzende: Klaus-D. Kasper (Grüne), Burckhard Radtke (SPD), Torsten Tobeck (ULM), Christoph Ferentschak (CDU)

Kommentar: Wie untypisch!

Von Mareike Hahn

Martfelds Politiker zeigen sich konsequent: Marlies Plate hat die meisten Stimmen geholt, also darf Marlies Plate Bürgermeisterin bleiben. Vor der konstituierenden Ratssitzung am Dienstag wurden zwar auch andere Szenarien durchgespielt – zum Beispiel, dass sich die einander nicht gerade gutgesinnten Männer Heinrich Lackmann und Michael Albers den Posten teilen könnten. Aber am Ende siegte die Vernunft. Zum Glück. Einziger Wermutstropfen: Anders als gewohnt war Martfeld diesmal nicht für eine Überraschung gut. Wie untypisch.

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