Mittagessen in den Kindertagesstätten: Verwaltung und Erzieher sind mit neuem Caterer zufrieden

Den Kindern schmeckt‘s

Erzieherin Annika Elsner spricht den Tischspruch mit Frida, Peter, Rosa und Luis, bevor das Essen beginnt. - Foto: Karin Neukirchen-Stratmann

Bruchhausen-Vilsen  - Von Karin Neukirchen-Stratmann. „Und, schmeckt es?“ Die Kinder der Kinderkrippe Zwergenburg in Bruchhausen-Vilsen machen große Augen. Frida, Peter, Rosa und Luis aus der Zwergengruppe, alle im Alter zwischen einem und drei Jahren, haben sich zum Mittagessen an einen runden Tisch gesetzt. Es gibt Hühnerfrikassee mit Reis, serviert in kleinen Schälchen.

Je nach Alter können die Kinder schon selbst mit Löffel oder Gabel essen oder müssen gefüttert werden, wie der Jüngste in der Runde, Peter. Luis scheint zunächst etwas unentschlossen, ob es nun schmeckt oder nicht. Erst meint er „Nein“, nur um kurz darauf festzustellen: „Lecker!“ Die anderen drei essen mit Appetit.

Nach vielen Monaten der Unzufriedenheit bei Eltern, Erziehern und Kindern bereitet seit August eine neue Firma das Essen für die Kindertagesstätten der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen zu. „Wir haben uns entschieden, von dem Caterer, der seit zwei Jahren in der Mensa am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen kocht, nun auch die Kindertageseinrichtungen bekochen zu lassen“, erklärt Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung bei der Samtgemeindeverwaltung.

Die Firma „Ti-Menü-Service-Tiltscher“ aus Stuhr versorgt jetzt also nicht nur die Schüler, sondern auch die Kleinsten in Krippen und Kindergärten. Mehrere Caterer hatte die Samtgemeinde vor dem jüngsten Wechsel ausprobiert, aber immer gab es Unzufriedenheit, und das auf beiden Seiten, erklärt Siemers. „Für viele Caterer war es schlicht logistisch nicht möglich, die vielen Einrichtungen nach Bedarf zu bekochen.“ Immerhin soll jede Gruppe genau das serviert bekommen, was gewünscht ist, wobei auch auf spezielle Anforderungen wie Allergien oder religiöse Einschränkungen beim Essen zu achten ist.

In der Vergangenheit beschwerten sich vor allem Eltern von Krippenkindern, dass das Essen nicht altersgerecht sei, sie aber keine andere Wahl hätten. In den Krippen ist die Teilnahme am Mittagessen seit 2013 grundsätzlich verpflichtend.

Rund 180 Essen werden derzeit täglich in die Kitas der Samtgemeinde geliefert, sagt Cattrin Siemers. „Gegessen wird in zwei Etappen, zuerst in den Krippen, dann in den Kindergärten.“ Entsprechend groß ist die logistische Herausforderung in Sachen Auslieferung, organisiert von der Samtgemeinde. Siemers: „Gekocht wird in der Mensa-Küche, frisch oder auch schon mal mit Tiefkühlware, zum Beispiel bei Erbsen. Die sind ja tiefgefroren nicht schlechter als frische Erbsen.“ Viel Wert legt die Samtgemeinde auf eine ausgewogene Ernährung: „Püree aus der Tüte kommt nicht mehr auf den Tisch“, sagt Cattrin Siemers.

Vor der Umstellung ließ sich die Samtgemeinde von Sandy Rose von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Oldenburg beraten und bildete eine Arbeitsgruppe, in der Eltern, Erzieher und Verwaltungsmitarbeiter saßen. „Die Arbeitsgruppe hat dann auch einen Speiseplan erarbeitet. Es wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen teilweise sind“, sagt Cattrin Siemers. Herausgekommen ist ein Mix aus Bio-Küche, regionaler Küche, manchmal gibt es auch einen vegetarischen Tag.

„Wir wollen auch mal etwas ausprobieren und richten uns natürlich nach saisonalen Angeboten“, ergänzt Kristin Kurowski, Leiterin der Kinderkrippe Zwergenburg. Couscous zum Beispiel kam bei den Kindern gut an, und bald soll Kürbis auf der Speisekarte stehen. „Wir sind gespannt“, erklärt Kurowski.

Die Eltern der Krippenkinder bezahlen wie bisher 45 Euro pro Monat für das Essen, im Kindergarten kostet es 54 Euro. Die fertigen Menüs werden warm angeliefert und dann vor Ort von den Erziehern ausgeteilt. „Wir wissen ja am besten, welches Kind was mag, wer die Soße lieber über dem Reis hat, wer nicht, und so weiter“, erklärt Zwergenburg-Erzieherin Lea Rengstorf. Der Kontakt zu dem Caterer sei sehr gut. „Wir sprechen oft miteinander, wo noch etwas hakt oder was man verbessern oder ändern kann.“

Auf dem Speiseplan stehen zum Beispiel Linseneintopf mit Kasseler, Gemüsefrikadellen mit Kartoffeln, Fischpfanne oder Spiralnudeln mit Grillgemüse in heller Soße. Anstelle von süßen Desserts gibt es oft Quark, Naturjoghurt oder Obst. Das kommt bei den Kindern auch sehr gut an, ist die Erfahrung von Kurowski und Rengstorf.

Zum Mittagessen setzen sich in der Zwergenburg alle an kleine Tische und sprechen gemeinsam einen Tischspruch, bevor das Essen auf den Teller oder in die Schüssel kommt. „Die Kinder genießen es, dass alle zusammen am Tisch sitzen und essen, da gibt es überhaupt keine Probleme“, sagt Kristin Kurowski. Sie und ihre Kollegen sind mit dem neuen Mittagessen-System zufrieden, und die Verwaltung ist es ebenfalls.

Auch von den Eltern hat Kurowski nach eigenen Angaben bisher nur Gutes gehört. Das bestätigt Cattrin Siemers: „Die Eltern sind sehr zufrieden, wir bekommen viele positive Rückmeldungen seit dem Wechsel.“

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