Dietrich Wimmer komponiert, improvisiert und spielt Orgel 

Jede seiner Poren atmet Musik

Die Vilser Orgel ist für Dietrich Wimmer wie geschaffen. Er passt genau darunter. - Fotos: Dagmar Voss

Br.-Vilsen - Von Dagmar Voss. Mit Leib und Seele Musiker, jede Ader ein Musikstück, kreative Ideen in jeder Pore, dazu infiziert mit dem Kirchenmusik-Virus und viel Humor – all das macht Dietrich Wimmer aus. Welche Vielfalt an Aktivitäten der Bruchhausen-Vilser betreibt, ist kaum zu beschreiben.

Der freischaffende Musiker – vielen bekannt als früherer Kantor der Kirchengemeinde Vilsen – komponiert und improvisiert, spielt Orgel und begleitet Gottesdienste und Feiern. Er schreibt Bücher und hat einen eigenen Musikverlag, in dem er neuerdings auch für einen guten Zweck witzige Ansichtskarten herausgibt: bearbeitete Fotos von skurrilen Bäumen aus dem Arboretum (Baumpark) in Thedinghausen.

Den verlegerischen Hauptanteil machen jedoch seine eigenen Kompositionen aus: „Die weitaus meisten Stücke in meinem Eigenverlag sind aus meiner Arbeit als Kirchenmusiker heraus entstanden und haben sich bereits in der Praxis bewährt“, sagt Wimmer, „man kann also sicher sein, dass auch die etwas verwegeneren Besetzungen gut klingen.“

Der Kirchenmusik-Virus erwischte den von der schwäbischen Alb Stammenden mit 16 Jahren. Zuvor hatte er wie auch sein älterer Bruder Blockflöte und später Klavier lernen müssen. „Heute bin ich froh und kann jedem nur raten, das Zurmusikgetrieztwerden auch mal positiv zu nehmen. Bei mir hat’s geholfen“, meint der 57-Jährige mit einem Schmunzeln. Auch wenn er zunächst Chemie studieren wollte. Aber das Schnuppern an der Orgel, vorgeschlagen vom örtlichen Kantor, kam dazwischen. Wimmer hat dann zwar noch das Technische Gymnasium absolviert, einschließlich einer Ausbildung in einer Metallwerkstatt, doch ab dem ersten Orgelunterricht wurde sein improvisatorisches Talent erkannt und gefördert. Vier Jahre studierte Wimmer schließlich Kirchenmusik in Esslingen (Baden-Württemberg), da lernte er neben dem Orgelspiel unter anderem die Chorleitung, aber auch Grundsätzliches zu Orgelbau und Posaune; Bibelkunde war ebenfalls mit dabei.

Anschließend arbeitete er als Kirchenmusiker in verschiedenen norddeutschen Gemeinden. „Norddeutschland kam ebenfalls als Virus daher, bei Freizeiten am Meer – da war klar, da muss ich hin.“ Seit 1993 lebt und arbeitet der Familienvater nun im zwar nicht am Meer gelegenen, aber ziemlich norddeutschen Bruchhausen-Vilsen und betreut den Kirchenkreis Syke-Hoya – seit April 2011 freischaffend. Heute leitet er den Posaunenchor und die Kantorei und spielt bei vielen Gottesdiensten.

Die Vilser Orgel schätzt Wimmer sehr, ihre ungewöhnliche Bauweise hat er noch nie in einer anderen Kirche gesehen. „Ich sitze hier quasi mitten in meiner Lieblingsorgel, viel von dem vollen Klang geht über mich hinweg.“ In dem Karrée in seinem Rücken ist einerseits das Rückpositiv angelegt und auf die Gemeinde ausgerichtet sowie andererseits ganz untypisch auch die Traversflöte. Als er sich zum ersten Mal unter das Hauptinstrument stellte, bemerkte er, dass es wie für ihn geschaffen ist, denn er passt genau darunter.

In seinem Projekt „Orgelschätze – Genuss für Leib und Seele“, das er 2011 ins Leben rief, stellt Wimmer interessante Orgeln im Kirchenkreis Syke-Hoya und darüber hinaus in Konzerten vor. Nach einem Ausflug zu kleineren Instrumenten 2014 kommen in diesem Jahr wieder vorwiegend hochromantische Orgeln zum Zug. Der nächste Termin ist morgen in Eitzendorf: Ab 15 Uhr gibt es im Alten Backhaus Leckereien, um 17 Uhr beginnt das Orgelkonzert in der Kirche.

www.nowoli.de

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