Fahrgeschäfte auf dem Brokser Markt

Zu Besuch im „Scary House“: Wo der Mann mit der Kettensäge lauert

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Br.-Vilsen - Von Miriam Kern. Ein roter Teufel ragt zwischen dem Schriftzug „Scary House“ empor. Drohend blickt er vom Fahrgeschäft auf die vorbeilaufenden Besucher des Brokser Heiratsmarktes herab. Die Botschaft ist klar: Hier wird sich gegruselt. Wer im Hintergrund des „Scary House“ die Fäden in der Hand hält. 

Mit einer Gondel geht es hinein in die dunklen Gewölbe des Fahrgeschäfts. Blitze zucken vor den Augen, an den Decken hängen Spinnenweben, ein finsteres Lachen hallt durch den Raum: Im „Scary House“ wimmelt es nur so von gruseligen Dekorationen und Effekten.

Verantwortlich für das Spukgeschäft ist Harry Hansla (48). Er betreibt das „Scary House“ gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn. Die Geisterbahn wurde in Tschechien gebaut und nach nur zwei Spielzeiten von Hansla nach Deutschland geholt. Es ist nicht sein erstes Fahrgeschäft. Zuvor betrieb der Schausteller 18 Jahre lang das „Spukschloss“, das bereits seit 1966 in Familienbesitz war.

Die Angst vor der Filmfigur

Hansla ist das ganze Jahr über gemeinsam mit seiner Familie unterwegs und besucht mit seiner Geisterbahn bis zu 26 Veranstaltungen, darunter auch Jahrmärkte in den Niederlanden oder Dänemark. Im August dieses Jahres ist er mit seinem „Scary House“ auf dem Brokser Markt in Bruchhausen-Vilsen.

In Zeiten von Horrorfilmen, die sich an Effekten und Schreckmomenten überbieten, wirkt die Geisterbahn ein wenig aus der Zeit gefallen. Es sei aber nicht unbedingt schwieriger geworden, die Menschen zu erschrecken. „Durch die vielen Horrorfilme entwickeln die Menschen viel mehr Ängste vor bestimmten Figuren“, erzählt Hansla. Da setzen dann die Erschrecker an. Schauspieler und Laien schlüpfen in Kostüme und schminken sich aufwendig, um den Filmfiguren möglichst nahe zu kommen. In der Geisterbahn lehren sie den Besuchern dann das Fürchten. 

Wie es ist, als Erschrecker zu arbeiten, hat unsere Kollegin Vivian Krause ausprobiert.

„Wir haben Kostüme von allen Klassikern, angefangen bei ‚Chucky der Mörderpuppe‘ bis hin zu ‚Dracula‘. Abgerundet werden die Verkleidungen mit den passenden Accessoires, wie beispielsweise einer Kettensäge. „Es ist natürlich keine echte, doch allein durch die lauten Geräusche, die sie macht, ist sie äußerst wirkungsvoll“, erklärt Hansla mit einem Grinsen im Gesicht. Immer komme sie aber nicht zum Einsatz. „Bei Kindern verzichten wir meist auf die Kettensäge“. Sie sollen sich schließlich nur erschrecken und Spaß dabei haben und keine wirkliche Angst bekommen.

Welche Tipps Harry Hansla zum Erschrecken noch hat und was ein Erschrecker nicht tun sollte, seht ihr im Video:

Das Interview zum Nachlesen gibt es hier

Seitdem Hansla im Spukgeschäft ist, machen sich Jung und Alt auf in die Geisterbahn. Während die Kinder nachmittags die Fahrt durch die zwei Etagen wagen, kommen die Erwachsenen meist nach Einbruch der Dunkelheit. Nur eines habe sich mit den Jahren verändert, erzählt Hansla. „Früher kamen viele Liebespaare, die die Zweisamkeit in der Dunkelheit suchten. Das ist heute nicht mehr so.“

Erschrecker: Der Selbstversuch im Scary House

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