Fazit eines Markt-Neulings

Von null auf hundert

Mit meiner Kollegin Rieke mache ich mich auf in den Kettenflieger - um den Markt von oben zu sehen.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. In Bruchhausen-Vilsen herrscht Ausnahmezustand. Die Werbeschilder an den Straßenrändern erinnern täglich daran. Es ist die Fünfte Jahreszeit, es ist Brokser Markt. Und ich bin das erste Mal mittendrin.

Als Zugezogene konnte ich mir bis dato nur aus Erzählungen und Fotos vergangener Jahre ein Bild vom legendären Brokser Markt machen. Jahrmarkt? Da denke ich zuerst einmal an den Hamburger Dom. Große Fußstapfen also, in die der Heiratsmarkt tritt. Meine Vorstellung: Familien am Tag, ein paar Feierwütige am Abend und das Ganze gemischt mit einer Prise Schmalzkuchen und dem Geruch gebrannter Mandeln.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. 

Schließlich verschlägt es mich endlich auf den Heiratsmarkt - und damit direkt vom Parkplatz in den Musikladen. Und direkt in die Wahl der Miss Brokser Markt. Halbbekleidete Damen, eine Jury und am Ende eine gekrönte Schönheit. Toll! Hier hat Mann jedenfalls schon mal was zu gucken. Danach stolpere ich ins Remmerzelt. Eine schunkelnde Menge und ordentlich Stimmung auf Bänken und Tischen begrüßen mich. Hallo! Nach ein, zwei Bier des überraschend leckeren Heiratsbräu kann ich das nachvollziehen und lasse mich einfach mitreißen. Sowohl von der Stimmung im Zelt, als auch von der Menschenmenge auf dem Weg zum nächsten Crêpes-Stand und nach dem Mitternachtssnack zurück zum Auto (nur als Beifahrer, versteht sich) - um am nächsten Tag direkt wieder auf dem Gelände zu stehen.

Auf der Liste stehen: Die Geisterbahn, das Riesenrad und der Kettenflieger "Around the World". Das Problem: Ich bin einer der größten Schisser und schreckhaft wie ein Reh. Dazu kommt noch eine Prise Höhenangst und schnell einkehrende Übelkeit. Was soll's, Brokser Markt ist nur einmal im Jahr. Doch ich bin nicht nur Gast im Scary House, nein, ich schlüpfe sogar für eine Weile in die Rolle des Erschreckers. Was für eine Erfahrung. Das Schlimmste dabei: Die Hitze! Bei über 30 Grad Außentemperatur ist es nicht nur in einer Geisterbahn, sondern besonders unter einem Kostüm kochend heißt. Was ihr dageben für Tipps habt? Viel Wasser, eine Fahrt im Karussell oder ein Eis.

Doch neben der ganzen Action gibt es auch genug, um mal abzuschalten. Ein wenig schlendern hier, dort mal was naschen, dem Liebsten ein Lebkuchenherz kaufen und zwischendurch noch einmal einen Blick in eines der Zelte werfen - zum Beispiel zur Wahl der ersten Dillertal-Weinkönigin.

Zum Schluss noch ein Abstecher zum Bananen-Fred - es gibt Ananas, Äpfel, Birnen und Weintrauben in einem Körbchen, verpackt mit einer Portion Humor, zu einem wirklich erschwinglichen Preis von 13 Euro. Klar, mit einem leeren Portemonnaie sollte man nicht auf ein Rummel gehen - aber das gilt schließlich nicht nur für den Brokser Markt.

Eine Tour über den Brokser Markt für 30 Euro

Die Party mit Sophia Vegas Wollersheim und das Bullenreiten überlasse ich meinen männlichen Kollegen, die Rosen-Show mit dem Bachelor und die Junggesellenversteigerung meinen Kolleginnen - das steht dann für nächstes Jahr auf meiner Liste. Sonst kommt es noch zu einer Reizüberflutung.

Fest steht: Ich bin überwältigt von der Größe, dem Andrang und der überragenden Stimmung in den Zelten. Lieber Brokser Markt, dich besuche ich gerne wieder! Vielleicht lasse ich mir die Idee mit der Spaßtrauung bis dahin noch einmal durch den Kopf gehen.

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