Radtour zu Windkraft- und Biogasanlagen

Energie bewegt Landfrauen

Eine Windkraftanlage in Normannshausen war ein Ziel, das die Teilnehmer einer Landfrauen-Fahrradtour in Sachen erneuerbarer Energie ansteuerten. Stefan Seltmann (links) von der Bassumer Energiegenossenschaft erläuterte Technik-Details. Kerstin Gissel (Dritte von links) vom Landfrauen-Verein und Gästeführer Dieter Borcherding (Fünfter von rechts) leiteten die Gruppe. - Foto: Horst Friedrichs

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Ein kraftvoller Energiemix beförderte sie über das weite Land um Bruchhausen-Vilsen: Von Wind, Strom und Muskeln angetrieben, erreichten Landfrauen und Männer ihre Ziele per Fahrrad. In jedem Fall ging es bei der Radtour mit Gästeführer Dieter Borcherding um erneuerbare Energien.

Kerstin Gissel vom Landfrauen-Verein begrüßte die zwölfköpfige Teilnehmerrunde vor dem alten Amtsgericht des Luftkurorts, und dann ging es los – mit gelegentlichem Rückenwind, der Akkupower mehrerer E-Bikes und letztlich der Muskelkraft der Radelnden. Dieter Borcherding stellte sich den startbereiten Landfrauen und ihren männlichen Mitstreitern vor. Seit zehn Jahren, sagte Borcherding, ist er als Gästeführer in Bruchhausen-Vilsen tätig. Meist sei er mit Gästegruppen zu Fuß unterwegs, aber auch zuvor habe es schon Fahrradtouren und sogar Exkurse mit Pferd und Wagen gegeben. 

Zur Einstimmung auf das Thema der Tagestour erwähnte Borcherding, dass heute bereits 30 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Hälfte jener 30 Prozent werde durch Windkraftanlagen gedeckt. Solche Anlagen waren das erste Ziel auf dem Tourplan der Radfahrgruppe. Dieter Borcherding wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Alten Gaswerk in Bruchhausen-Vilsen derzeit eine Ausstellung des Strom- und Gasnetzbetreibers Avacon läuft, bei der es um 130 Jahre Elektrizität geht (wir berichteten).

Im Namen des Landfrauenvereins Hoya begrüßte Kerstin Gissel die Teilnehmer. Zusammen mit Heike Hustedt hatte sie die Energie-Fahrradtour organisiert und Gästeführer Dieter Borcherding um die praktische Umsetzung gebeten. Kerstin Gissel verwies auf einen neuen Flyer, den der Kreisverband der Landfrauenvereine herausgegeben hat. 

„Energie bewegt uns“ lautet die Headline des Flyers, in dem auf verschiedene Veranstaltungen und Besichtigungen zum Klimawandel, zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Energiewende hingewiesen wird. Dazu gehörten auch vier Energiefahrradtouren, die alle am vergangenen Sonntag stattfanden. In vier Gebieten des früheren Landkreises Grafschaft Hoya hatten die Landfrauenvereine dazu eingeladen. Neben den Landfrauen Hoya, die in Bruchhausen-Vilsen starteten, waren dies die Landfrauen-Regionen Freudenberg-Bassum, Harpstedt-Heiligenrode und Twistringen.

Für Wind und Wetter bestens gerüstet, brachen die Radfahrer der Hoyaer Gruppe in Bruchhausen-Vilsen auf, und von Anfang an war das Tempo der Tour gemütlich. So überließen die mit E-Bikes Ausgerüsteten denen den Vortritt, die ihre Fahrräder allein mit Muskelkraft in Bewegung hielten. Selbst wenn das Wetter mit Regen, Blitz und Donner Ungemütlichkeit zu verbreiten suchte, ließen sich die Radler nicht aus ihrem Konzept von Gelassenheit und guter Laune bringen.

Eine Windkraftanlage im Windpark in Normannshausen war das erste Ziel. Das Rauschen der „Windmühlen“ im freien Land bildete den Hintergrund für die Erläuterungen Stefan Seltmanns von der Bassumer Energiegenossenschaft. Der Windpark, so sagte er, erzeugt jährlich 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Bei der Zahl von 130 bis 140 Anteilseignern gebe es eine entsprechend hohe Akzeptanz. Ein großer Vorteil sei überdies die vor Ort bleibende Wertschöpfung aus dem Betrieb der Anlage.

Weitere Stationen der Energiefahrradtour waren zwei Biogasanlagen, ein Mehrfamilienhaus mit Blockheizkraftwerk und eine Fotovoltaikanlage. Die jeweiligen Betreiber gaben den Besuchern fachkundige Erläuterungen.

Auch ein Mittagsimbiss stand zwischendurch auf dem Programm. So gemütlich wie angekündigt klang das Sonntagsprogramm der Energietourer schließlich aus, als sie sich zum Abschluss ins Café Volldampf nahe dem Bahnhof Bruchhausen-Vilsen begaben.

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