Dieter Bischoff kandidiert als einziges FDP-Mitglied für Räte in der Samtgemeinde

Der Einzelkämpfer

Dieter Bischoff - Foto: mah

Altenfelde - Dieter Bischoff steht allein auf weiter Flur. Er ist das einzige FDP-Mitglied, das künftig in der Politik der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen mitmischen möchte. Der Altenfelder kandidiert für den Samtgemeinderat und den Asendorfer Gemeinderat.

Dass er in beiden Gremien – vorausgesetzt, er bekommt genug Wählerstimmen – als Einzelkämpfer sitzen wird, betrachtet der politische Neuling nicht als Nachteil. Im Gegenteil: „Ich muss keine Rücksicht auf andere nehmen, sondern kann aus dem Bauch heraus entscheiden.“

Den Anstoß für Bischoffs Kandidatur gab der Kampsheider Landwirt Michael Eckebrecht, der am Arbster Weg in Altenfelde einen Sauenstall bauen möchte. Bischoff, der an eben dieser Straße wohnt, will das verhindern. Mit der „Asendorfer Bürgerinitiative gegen Massen-Tierhaltung“ kämpft er seit einem Jahr gegen Eckebrechts Pläne. Dessen Bauantrag liegt dem Landkreis zur Prüfung vor.

Bischoff, der sich zusätzlich um einen Sitz im Kreistag bewirbt, kritisiert das Verhalten der Asendorfer Politiker in dieser Angelegenheit: „Der Rat hat unsere Argumente zerschlagen.“ Das Gremium habe es sich zu leicht gemacht, als es angab, dass die Entscheidung über den Bauantrag beim Kreis liege und die Gemeinde lediglich bei der Erschließung mitzureden habe. 

„Es muss irgendeine Möglichkeit geben, den Stall zugunsten des Allgemeinwohls zu verhindern“, behauptet der 69-Jährige. Doch der Gemeinderat habe sich gar nicht erst bemüht. „Deshalb will ich jetzt selbst mitmischen“, erklärt der Rentner, der zusammen mit seiner Frau zwei erwachsene Kinder hat. „Meine Devise war schon immer: Was ich will, das mache ich, da bringt mich keiner von ab.“

Zunächst habe er sich der Wählergemeinschaft Asendorf anschließen wollen, „aber die hat erst rumgeeiert und mir dann mitgeteilt, dass ich wegen meiner Mitgliedschaft in der Bürgerinitiative nicht erwünscht bin“. Als nächstes nahm Bischoff Kontakt zur FDP auf und wurde „begeistert aufgenommen“. 

Als Freier Demokrat möchte er also bald auf Kreis-, Samtgemeinde- und Gemeindeebene für eine „bäuerliche Landwirtschaft“ streiten. Hätte er mit diesem Ziel nicht auch zu den Grünen gepasst? „Meine politische Heimat sind die FDP und die CDU“, antwortet der Altenfelder. „Aber die CDU in Asendorf ist für mich keine Alternative wegen der Besetzung.“

Er habe nichts gegen die Bauernschaft an sich, betont der gebürtige Ammerländer, der mit fünf Jahren in die Gemeinde Asendorf gezogen ist. Schließlich komme er selbst aus einer Landwirtsfamilie. Nach der Schule arbeitete Bischoff in der Landwirtschaft und absolvierte eine Lehre zum Landmaschinenmechaniker. 

Nachdem er in der Abendschule seine Fachschulreife erreicht hatte, legte er noch den Techniker für Maschinenbau oben drauf. „Dann habe ich einen Stahlbrennbetrieb mit aufgebaut“, erinnert sich Bischoff. Anfang der 90er-Jahre habe er sich zusammen mit „sogenannten Freunden“ selbstständig gemacht – doch einer von denen habe sich am Kapital bereichert, sodass die Firma Konkurs gegangen sei. 

„Anschließend habe ich mich überall beworben, aber es hieß immer, ich sei überqualifiziert und zu alt. Mit 50.“ Bischoff arbeitete daraufhin als freier Handelsvertreter und „las vor dem Ruhestand noch zwei Jahre Strom und Gas ab, um nicht zum Arbeitsamt gehen zu müssen“. Heute fährt der Rentner nebenbei Taxi, was ihm viel Spaß macht: „Dabei lerne ich interessante Menschen kennen.“

Doch zurück zu Bischoffs politischen Zielen. „Ich möchte die Bauern unterstützen“, sagt er. „Aber die Art, wie manche versuchen, ihre Ziele zu erreichen, ist mir zuwider.“ Landwirte dürften die „ländliche Idylle nicht zerstören“, sagt er. Ein rotes Tuch seien für ihn ferner die „vielen Güllelaster von außerhalb, die uns hier besuchen“.

Am Herzen liegen Bischoff nach eigenen Angaben auch die Handwerksbetriebe. „Sie müssen mehr Möglichkeiten erhalten, sich anzusiedeln und sich zu erweitern.“ Zudem wünsche er sich Investitionen in den ländlichen Wohnraum. Wichtig sei auch, die Straßen und Wege in Ordnung zu halten. Bei deren Sanierung müsse „mehr das Verursacher- und weniger das Anliegerprinzip“ gelten.

Verantwortung sieht der FDPler indes nicht nur bei den Politikern. „Alle Bürger sind gefordert, sich einzubringen. Wir wollen doch alle unseren Enkeln eine schöne Welt hinterlassen.“ Mit dieser Meinung steht Bischoff sicher nicht allein auf weiter Flur.

mah

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