„Musik im Park“-Reihe endet mit Konzert von „La Mula Santa“ / Das Lebensgefühl Südamerikas authentisch rübergebracht

Eine musikalische Sternschnuppe in perfektem Ambiente

Lässig und virtuos: „La Mula Santa“ brachten südamerikanisches Flair und die dort überall anzutreffende Lebensbejahung in musikalischer Form authentisch rüber.

Br.-Vilsen - Von Ulf Kaack. Ob gewollt oder mit viel Glück: Es gibt Dinge auf dieser Welt, die passen ganz einfach perfekt zusammen: So wie am Mittwochabend der wolkenlose Himmel, sommerliche Temperaturen, ein ausgelassen feierndes Publikum in Kombination mit den Klängen der Latino-Kombo „La Mula Santa“ im Kurpark Bruchhausen-Vilsen. Eine musikalische Sternschnuppe in perfektem Ambiente.

Die dicht an dicht platzierten Autos an der Homfelder Straße ließen bei der langwierigen Parkplatzsuche bereits darauf schließen, dass sich hier Großes anbahnen wird. Und so war es. Geschätzte 500 Menschen hatte die Aussicht auf einen Abend voller südamerikanischen Flairs in das letzte Konzert der beliebten „Musik im Park“-Reihe in diesem Jahr gelockt.

Spielend gelang es den acht Musikern auf der Bühne, die naturgemäß eher unterkühlten Teutonen von Beginn an auf eine Reise nach Südamerika mitzunehmen. Ambitioniertes Mitklatschen ab der ersten Note, vom dritten Song an wurde getanzt. Die Zündschnur zum Feuerwerk von Ausgelassenheit und ansteckend guter Laune war extrem kurz.

Die Besetzung von „La Mula Santa“ um den aus Chile stammenden Sänger Mauricio Valenzuela war klassisch für das Genre: Schlagzeug und Percussions, ergänzt durch Trompete, Posaune und Saxofon in der Bläsersektion und dazu die von Amauta Casas virtuos gespielte E-Gitarre. Jorge Peralta bediente nicht nur den Bass, sondern bewies seine Fingerfertigkeit auch am Akkordeon. Eine feurige Mischung.

„La Mula Santa“ haben vor fünf Jahren in Berlin zueinander gefunden und begeistern mittlerweile von dort aus in ganz Europa mit ihrer kraftvollen Fusion aus Merengue, Salsa, Bomba, Guajira, Reggaeton und Latin-Rock. Basis des Repertoires ist die Cumbia, eine ursprünglich kolumbianische Musikrichtung, die vielschichtige Rhythmusstrukturen afrikanischen Ursprungs mit spanisch beeinflussten Melodien zusammenführt. Die Musiker des multikulturell agierenden Ensembles stammen nicht nur aus Chile. Sie sind auch in Deutschland, Armenien, Malta und Australien beheimatet und bedienen sich durchaus ihrer kulturellen Wurzeln zur Einflussnahme auf die Kompositionen.

Mal temporeich, zumeist aber in relaxtem Midtempo kamen die komplex arrangierten Songs mit südamerikanischer Coolness daher. Lässige Monotonie voller Energie und hoher Infektionsgefahr, getragen von einer meisterhaft präzisen Rhythmik.

Keine Frage: Hier ging es nicht nur um Musik, hier wurde das Lebensgefühl eines ganzen Kontinents authentisch rübergebracht.

Selbst als die Band für zwei Geburtstagskinder im Publikum nach der Pause „Happy Birthday“ – natürlich in spanischer Sprache intoniert – anstimmte, klang der Song deutlich dynamischer als seine hinlänglich bekannten europäischen Varianten.

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