Modellflugverein Schwarme empfängt 2 .500 Besucher bei „Fun & Fly“

Und dann die Blicke zum Himmel

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Der „Rote Baron“ lässt grüßen: ein legendärer Dreierdecker Fokker DR 1 aus der Richthofen-Staffel im Landeanflug. 

Schwarme/Emtinghausen - Von Ulf Kaack. Spektakulär ging es am Wochenende am fast immer ungetrübten Himmel über Schwarme und Emtinghausen zu. Der Modellflugverein (MFV) Schwarme veranstaltete auf seinem Flugplatz am Rand des Süstedter Bruchs seinen zweitägigen Flugtag „Fun & Fly“. Geschätzte 2. 500 Besucher waren dabei, als rund 100 „bodenständige Piloten“ ihre Maschinen mittels Fernsteuerung in luftige Höhen steigen ließen.

Manuelles Startprocedere mit einer North American P-51 Mustang, einem erfolgreichen Jagdflugzeug der US-Airforce. Das Original wurde 1941 in nur 117 Tagen entwickelt. - Foto: ufa

Drei für den Laien recht seltsam anmutende Maschinen mit jeweils drei übereinander angeordneten Tragflächen setzten zum Tiefflug über das Luftsportgelände an, knapp ging’s über die Baumwipfel eines Waldes und das angrenzende Maisfeld. Und in einer Höhe von 30 Zentimetern über die grasbewachsene Rollbahn. Dann zogen die Piloten die Hebel an ihren Fernsteuerungen synchron nach hinten und die Flugzeuge schnellten steil in die Höhe, setzten zum Looping an und schossen auf dem Scheitelpunkt dieser Figur auseinander. Ein atemberaubendes Szenario. Das Publikum quittierte diese meisterhafte Einlage mit rasendem Applaus.

„Das waren drei Fokker DR 1, wie sie im Ersten Weltkrieg in der Staffel des berühmten ,Roten Barons‘ Manfred von Richthofen geflogen wurden“, erklärte Moderator Bernd Beschorner durchs Mikrofon. „Die Maschinen haben eine Spannweite von drei Metern und sind den Originalen bis ins Detail nachempfunden.“

Deutschlands bester Kunstflieger

Sprach‘s und begab sich anschließend selbst auf die Start- und Landebahn. Denn Beschorner ist nicht nur der Vorsitzende des Schwarmer Modellflugvereins. Er ist auch Deutschlands unangefochten bester Kunstflieger, war zehnmal Deutscher Meister, flog bei Europa- und Weltmeisterschaften, in der Bundesliga, der Nationalmannschaft und beteiligte sich an zahlreichen internationalen Profiwettbewerben. Am Wochenende führte er mit seinem Hochleistungs-Kunstflugmodell Extra 300 – 3,22 Meter Spannweite und über 300 Stundenkilometer schnell – eine Kür vor, die mit viel Kunstrauch, waghalsigen Manövern und der passenden Musik „Tanz der Flieger“ im Hintergrund an Dramaturgie nicht zu überbieten war.

Ein Highlight jagte das nächste: Bis zu 400 Stundenkilometer schnelle Jets fegten mit „singenden“ Turbinen über den Platz. Die historische Messerschmidt Me 262 ebenso wie ein moderner, akribisch nachgebildeter Kampfjet vom Typ Saab JAS 39 Gripen, der am Himmel eine authentische Performance der Extraklasse hinlegte. Überhaupt gab es eine ganze Menge Warbirds zu sehen: Focke-Wulf 190, Fieseler Storch, Heinkel He 111, Douglas DC 3, Spitfires, Hurricanes und Thunderbolts, um nur einige zu nennen.

Weniger lautstark ging es bei den Segelfliegern zu, die mit zum Teil großdimensionierten Modellen antraten. Das größte davon maß eine Spannweite von sechs Metern. Der unbestrittene Hingucker in dieser Sparte war der 1936 entwickelte offene Schulgleiter SG 38, von dem bis 1954 über 9 000 Exemplare entstanden sind. Während das Original üblicherweise mit einem Gummiseil oder mittels Windenstart abhob, wurde der Miniaturnachbau von einem einmotorigen Hochdecker im selben Maßstab per Schleppstart in die Höhe gebracht. Dort angekommen, erfolgte das Ausklinken des Schleppseils vom Boden aus. Lautlos und anmutig zog der Gleiter, erfolgreich nach Thermik suchend, anschließend seine Bahnen.

Mit Rotoren das Rollfeld mähen

Eine weitere Abteilung bildeten die Hubschrauber. Hier sorgten zwei junge Damen aus dem MFV Schwarme für Begeisterungsstürme: Daniela Frank (25) und Jenny Brandt (20) brachten ihre Helikopter beim Synchronfliegen an die physikalischen Grenzen. Als sie ihre Maschinen in Rückenlage so dicht in Bodennähe manövrierten, dass sie mit den Rotoren das Gras des Rollfelds mähten, klappte so manch altem Hasen die Kinnlade herunter. Nicht weniger mitreißend waren die Quadrocopter-Races, bei denen zwei von Profis gesteuerte Helis mit jeweils vier Rotoren packende Rennen bei irrsinnigen Geschwindigkeiten auf einem Parcours aus Toren und Fahnen lieferten.

Wer einmal selbst ein Gefühl für die Modellfliegerei bekommen wollte, konnte dies an einem mit einer Fernsteuerung verbundenen Flugsimulator für sich testen. Was eigentlich für die Kids gedacht war, wurde auch gern von den Erwachsenen in Anspruch genommen. „Hier kann man dezent eine Bruchlandung hinlegen, ohne Schaden anzurichten“, sagte augenzwinkernd einer der Nachwuchspiloten vor dem Monitor.

"Fun & Fly" Modellflugtag in Schwarme

Apropos Bruch: „Zum Glück haben die Teilnehmer nur wenig Schrott produziert, überwiegend leicht zu reparierende Kleinschäden an Propellern, Rotoren und den Fahrwerken“, bilanzierte Bernd Beschorner. „Lediglich am Sonnabend gab es einen Totalschaden, als sich beim Schleppstart eines Segelflugzeugs das Seil nach einer Windbö so unglücklich um dessen Höhenleitwerk wickelte, dass es abbrach und der manövrierunfähige Flieger anschließend am Boden zerschellte.“

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