Schützenverein Haendorf weiht neue Anlage ein 

„Bogenschießen macht Spaß und ist nicht schwer zu erlernen“

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Thewes-Ande Asendorf (links) und Theeske-Jordis Asendorf schossen auf der alten Anlage im Vereinsheim. 

Haendorf - Von Alina Pleuß. Nach harter Arbeit und mühevollem Engagement der Mitglieder weihte der Schützenverein (SV) Haendorf vor Kurzem seine neue 18 Meter lange Bogenschießanlage im Beisein vieler Mitglieder und Gäste ein.

Wie Wilhelm Brinker, Vorsitzender des SV Haendorf, in seiner Eröffnungsrede sagte, stand der Verein in den vergangenen Jahren nie still. Denn nach dem Bau des Vereinsheims „Treffpunkt“ setzten die Schützen immer wieder neue Ideen um: Sie errichteten zum Beispiel eine Empore im Vereinsheim, riefen die Haushalts- und Antikbörse „Düt un Dat ut’n Schapp“ ins Leben und veröffentlichten Kochbücher. Da irgendwann für die Lagerung der Ausrüstung und der Waren der kleine Abstellraum nicht mehr ausreichte, entschlossen sie sich, einen Anbau zu errichten. Allerdings waren sich die Beteiligten über die Größe unschlüssig. Wilhelm Brinker schlug vor, gleichzeitig eine Outdoor-Kegelbahn aus Beton mit dem Schuppen zu verknüpfen. Die Idee stoß auf Zustimmung. Die Vereinsmitglieder bauten also den Anbau und zwei Kegelbahnen.

Uwe Drecktrah (Mitte) und Wilhelm Brinker (rechts) zeichneten Hans-Friedrich Rothschild aus.

„Kurze Zeit später kam dann die Frage nach dem Bogensport auf. Nur hatten wir damals niemanden, der sich darum kümmern konnte“, erinnerte sich Brinker. Glücklicherweise sei Klaus Purps nach Haendorf gezogen und dem Verein beigetreten. Er absolvierte einen Lehrgang zum Übungsleiter, und danach bildete der SV Haendorf eine Mannschaft, die seit 2014 trainiert. „Seitdem haben wir mehr als 50 neue Mitglieder gewonnen“, sagte Brinker. Da es vielerorts kein Bogenschieß-Angebot gebe, sei die Resonanz sehr groß, erzählte Klaus Purps. Er und seine Mitstreiter richteten im Vereinsheim eine Bogenschieß-Anlage mit einer Distanz von 14 Metern ein.

In Haendorf können Interessierte ab sieben Jahren mit dem Bogenschießen anfangen. Sie lernen nicht nur die Technik. „Beim Bogenschießen ist die Körperhaltung unglaublich wichtig. Deshalb erhält jeder Schütze eine individuelle Beratung“, sagte Purps. Laut dem Übungsleiter kann jeder mit einem Bogen schießen. „Die Sportart ist gut für den Rücken, stärkt das Gemeinschaftsgefühl, macht Spaß und ist nicht schwer zu erlernen.“ Mit der Zeit wurde den Bogensportlern klar, dass ihre Anlage für Wettkämpfe nicht geeignet ist. Ihnen fiel aber auf, dass sich ihre Kegelbahn von Länge und Lage her anbot, dort eine 18-Meter-Bogenschießanlage zu errichten. Sie überlegten nicht lange und bauten die Kegelbahn um. Die Arbeiten liefen von März bis Anfang August.

Der neue Bereich, unter dem die Schützen stehen, ist überdacht und von drei Seiten geschlossen. Lediglich der Blick auf die Schießbahn ist frei. „Damit ist gewährleistet, dass niemand ungesehen in die Schussbahn gelangen kann“, sagte Purps. Entsprechend der Sportordnung sind die schwenkbaren Zielscheiben mit einer leichten Neigung an den Anbau des Vereinsheims angebracht. Mittels eines Seilzugs können die Scheiben nach oben gezogen werden, sodass die Kegelbahn weiterhin nutzbar ist. „Jetzt können wir endlich auch kleine Turniere veranstalten“, sagte Purps erfreut.

Bürgermeister Heinfried Kabbert, Inge Schmidt-Grabia vom Kreissportbund (KSB) und Günther Döpke, stellvertretender Präsident des Bezirksschützenverbands (BSV) Hoya, gratulierten dem SV Haendorf zur neuen Bogenschießanlage: „Wir wünschen euch alles Gute für das, was ihr schon geschafft habt und für das, was noch kommt. Man sieht, dass hier etwas geleistet wird. Man sollte niemals auf der Stelle stehen bleiben, sondern immer aktuell bleiben. Und das beherzigt ihr“, sagte Döpke.

Doch auch nach diesem großen Schritt haben die Schützen noch nicht genug. Denn für ein richtiges Turnier benötigen sie neben 10- und 18- Meter-Bahnen auch 30- und 70-Meter-Bahnen. „Man ist nur gut, wenn man Konkurrenz hat“, erklärte Brinker. Daher ist das nächste große Projekt des Schützenvereins die Errichtung einer 30-Meter-Bogenschießanlage auf dem Gelände am Haendorfer Weg. Die mündliche Zusage vom Bauamt gab es bereits, nun fehlt noch die schriftliche Baugenehmigung.

Anschließend überreichte Uwe Drecktrah, Geschäftsführer des Bezirksschützenverbands Hoya, die goldene Ehrennadel vom Landessportbund Niedersachsen an Hans-Friedrich Rothschild. Die Auszeichnung bekam er für sein Engagement und seine langjährige Mitgliedschaft im Verein.

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