Einmaliges Festival am 1. Oktober

Mit dem Blues-Zug zum Blues-Konzert

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Joachim Rosche. 

Br.-Vilsen - Das „Europe Blues Train Festival 2016“ dampft am Sonnabend, 1. Oktober, in den Luftkurort. „So ein Ding braucht ein bisschen Vorlauf“, sagt Joachim Rosche von der Kulturplattform Martfeld, die das ungewöhnliche Festival gemeinsam mit der Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen organisiert. Kern der Veranstaltung ist ein Doppel-Konzert im Alten Gaswerk. Dort stehen ab 20 Uhr Magda Piskorczyk und „Black Kat & Kittens“ auf der Bühne.

Joachim Rosche freut sich darüber, dass das „Europe Blues Train Festival“ bald in Bruchhausen-Vilsen stoppt. Ins Leben gerufen wurde es 2009 von Joe Kucera, Musiker und Netzwerker, und Birgit Bogner, Künstler- und Eventmanagerin. Los ging es mit Konzerten in verschiedenen Gebäuden in Berlin und Prag. An zwei Wochenenden fanden in beiden Metropolen jeweils drei bis vier Festivaltage mit Doppelkonzerten von Berliner und Prager Blues-Musikern statt.

Jetzt aber steigt der „Blues Train“ auch tatsächlich in den Zug: Am 1. Oktober startet um 18 Uhr eine Fahrt mit der Museumseisenbahn und den Blues-Musikern, die auch am Abend im Alten Gaswerk auftreten. Sie spielen in den Waggons – und bringen den Blues in den Zug. „Die Musiker wechseln dann auch zwischen den einzelnen Waggons.“ Das ist das Besondere: „Wir machen etwas, was einmalig ist“, sagt Rosche.

Kern der Veranstaltung aber sei das Konzert, das im Alten Gaswerk stattfindet – nur wenige Schritte vom Museumsbahnhof entfernt. Die Zugfahrt ist nur in Kombination mit dem Festival-Ticket möglich. Wer indes auf die kleine Zugreise verzichten will, kann auch nur zum Konzert ins Alte Gaswerk gehen.

Die Zugfahrt können auch 40 Flüchtlinge erleben: „Wir laden sie dazu ein, denn wir versuchen immer, die Integrationsarbeit ein Stück weit in unsere Arbeit zu integrieren“, erläutert Joachim Rosche. Die Auswahl der Flüchtlinge erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verein „Lebenswege begleiten“, der die Flüchtlingshilfe in der Samtgemeinde koordiniert.

Als Symbol für die schwere Reise, die viele Menschen auf dem Weg nach Deutschland hinter sich gebracht haben, wird an diesem Abend ein leerer Güterwaggon an die Museumseisenbahn gehängt. „Wir laden die Festivalgäste dazu ein, in den Waggon einzusteigen, die Tür zuzumachen und zu erleben, wie man sich dann fühlt. Damit sie begreifen, was die Flüchtlinge erlebt haben“, sagt Joachim Rosche, dem die Integrationsidee wichtig ist.

Zudem möchte er gerne mit dem Vorurteil aufräumen, dass der Blues seine Ursprünge in den US-amerikanischen Südstaaten hat. „Die Quelle des Blues‘ ist Mali in der Sahelzone.“ Blues sei ein Musikstil, mit dem Menschen ihr Leben beschreiben. „Es gibt verdammt gute Blues-Musiker in Osteuropa, insbesondere starke Bluesfrauen“, weiß Joachim Rosche nur zu gut.

Die Polin Magda Piskorczyk, die am 1. Oktober dabei ist, ist eine von ihnen. Lorraine Lowe, Adam Sikora und Mauro Pandolfino von „Black Kat & Kittens“ zeigen die Internationalität von Blues: Die drei stammen aus Großbritannien, Polen und Italien.

Karten für das Festival gibt es bei Nordwestticket, in der Buchhandlung Meyer in Bruchhausen-Vilsen, bei der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen, in der „Kastanie“ in Hollen und in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung. Wer Bahnfahrt und Konzert erleben will, zahlt 34 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr; der Eintritt nur für das Konzert kostet 24 Euro plus Gebühr im Vorverkauf sowie 27 Euro an der Abendkasse. 

ine

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