Bestand wächst auf 13000 Akten / Besucher sogar aus Kanada und Neuseeland

Nachlässe bereichern das Archiv der Samtgemeinde

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Einblicke in die Personenstandsbücher sind besonders gefragt, erklären die Archivmitarbeiter Elisabeth Meyer und Karl Sandvoß.

Br.-Vilsen - Das Archiv der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen wächst und wächst. Im Januar 2015 umfasste es 11952 Akten und circa 1290 Bücher, im Januar 2016 waren es schon etwa 13000 Akten und 1330 Bücher. Das geht aus einer Pressemitteilung von Samtgemeindearchivar Karl Sandvoß und seiner Kollegin Elisabeth Meyer hervor.

Der Zuwachs ist unter anderem dem im November 2014 verstorbenen Heinrich Bomhoff aus Bruchmühlen zu verdanken. Er vererbte dem Archiv zahlreiche Akten und Bücher, die unter anderem die Geschichte in den Landkreisen Diepholz, Verden und Nienburg behandeln. „Im Juli 2015 begann ich mit der zeitaufwendigen Räumung riesiger Papiermengen in dem Haus in Bruchmühlen“, schreibt Sandvoß. „Unerwartete Hilfe bekam ich von Heinrich Beneke, einem Nachbarn von Heinrich Bomhoff. Er unterstützte mich während der ganzen Aktion, die bis Ende September dauerte.“ Das für das Archiv relevante Material brachten die beiden in die Einrichtung an der Langen Straße 11 in Bruchhausen-Vilsen.

Sandvoß und Meyer arbeiteten die Bücher sofort in den Bestand ein. Die Akten aus dem Erbe schafften sie übergangsweise in den Archivkeller. „Der Zustand der Papiere ist nicht sehr gut. Einige sind leider von Schimmelpilz befallen“, erklärt der Gemeindearchivar.

Er freut sich darüber, dass im Sommer 2015 ein weiterer „interessanter“ Nachlass im Archiv einging – der von Heinrich Laue. Er war von 1924 bis 1947 Bürgermeister in Kleinenborstel gewesen. Sein Erbe umfasst geschäftliche und familiäre Akten, Briefe, Fotos und Feldpostbriefe aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. „Die Papiere sind noch nicht gesichtet und verzeichnet“, sagt Sandvoß, der sich nicht über Langeweile beklagen kann. Schließlich boten auch die verschiedenen Fachbereiche aus der Verwaltung dem Archiv im Jahr 2015 zahlreiche Akten an, und viele Privatpersonen stellten der Einrichtung Bücher, Fotos und Ausarbeitungen zu heimatkundlichen Themen zur Verfügung.

„Im Bücherbereich stoßen wir langsam an unsere räumlichen Grenzen“, sagt Sandvoß. Aus diesem Grund sortierten er und Meyer einige Publikationen aus, die keinen Bezug zur Samtgemeinde haben. Diese und solche, die in doppelter Ausführung vorhanden waren, gaben sie an andere Archive, Schulen und Bibliotheken ab. „Wir haben aus dem Nachlass von Heinrich Bomhoff 160 Bücher übernommen, durch das Aussondern erhöhte sich der Bestand aber nur um etwa 40 Exemplare“, sagt Sandvoß.

Im vergangenen Jahr beschäftigte die Archivmitarbeiter zudem die Einführung der neuen Software „Arcinsys“. Des Weiteren traten am 1. August 2015 eine neue Archiv-Satzung und eine neue Gebührenordnung in Kraft.

2015 besuchten 157 Personen das Archiv. Das waren 30 mehr als 2014. Die Gäste interessierten sich vor allem für die Heimat- und Familienforschung. Sie kamen nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus dem Ausland. „Wir hatten Besucher aus Kanada und Neuseeland hier. Für dieses Jahr hat sich einer aus den USA angekündigt“, berichtet Sandvoß.

Die Anzahl der schriftlichen (per Brief und E-Mail) und telefonischen Anfragen war im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer. 2015 waren es 58, 2014 69.

Die Gebühreneinnahmen lagen 2015 bei etwa 520 Euro. Das waren circa 150 Euro mehr als 2014. „Das liegt daran, dass wir seit August eine Gebühr von 2,50 Euro für die rein private und gewerbliche Nutzung des Archivs erheben“, erklärt Sandvoß. Schüler, die Hausarbeiten schreiben, oder Personen, die für heimatkundliche Zwecke forschen, zahlen hingegen nichts.

Öffnungszeiten:

Das Archiv hat montags und donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Interessierte erreichen Elisabeth Meyer unter Telefon 04252/391252.

asc

www.bruchhausen-vilsen.de/buergerinfo/buergerservice/rathaus/archiv.html

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