Fußball-Legenden gewinnen Benefiz-Turnier / Uwe Seeler signiert alles außer Senf

Mit „Bananenflanken“ und Taktik zum Sieg

Autogrammwünsche erfüllte der viermalige WM-Teilnehmer Uwe Seeler wie am Fließband. - Foto: Ulf Kaack

Bruchhausen-Vilsen - Von Ulf Kaack. Promi-Parade am Mittwochabend auf dem Sportgelände am Brokser Marktplatz: Die All-Stars-Mannschaft von Coach und Werder-Legende Max Lorenz, bestehend aus diversen ehemaligen National- und Bundesligaspielern, trat am Mittwochabend zu einem Minitunier gegen die Auswahlen „Rathaus & Friends“ sowie eine Schausteller-Elf vom Brokser Markt an.

Eindeutiger Publikumsliebling war Team-Chef Uwe Seeler, der das Turnier vom Spielfeldrand aus verfolgte. Selbst antreten wollte und konnte der 79-Jährige nicht. „Nach einem schweren Autounfall vor fünf Jahren lassen das meine alten Knochen nicht mehr zu“, sagte der Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft, wobei ihm der Kampfgeist und die Leidenschaft für den Fußballsport aus den Augen blitzten.

Stattdessen schrieb der viermalige WM-Teilnehmer fleißig Autogramme, wenn es sein musste auch mal auf Bratwurstpappe. „Ist okay, solange da keine Senfreste drauf sind“, sagte Seeler grinsend. Der ehemalige HSV-Stürmer posierte für Fotos und Selfies, war dabei – ganz volksnah, geduldig und ausgesprochen freundlich – immer für einen Schnack zu haben. „Uns Uwe“ halt, so wie man ihn kennt und schätzt.

Gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann eröffnete Uwe Seeler das Turnier vom Mittelpunkt des Spielfelds aus mit einem kräftigen Kick in Richtung Marktplatz. Vor 50 Jahren wäre das Leder wahrscheinlich gegen das Riesenrad gekracht und hätte eine Beule hinterlassen.

Mit Frank Neubarth, Norbert Siegmann und Frank Ordenewitz, um nur einige der prominenten Akteure zu nennen, liefen Ikonen aus der noch nicht weit entfernten Fußballgeschichte auf den Rasen. Und die alten Haudegen schlugen sich nicht schlecht. Im Gegenteil: Mit einem deutlichen 5:0 deklassierten sie das Team „Rathaus & Friends“ mit abgeklärter Lässigkeit.

Mit dem zweiten Gegner hatte es die Mannschaft von Max Lorenz und Uwe Seeler dann aber sichtbar schwerer. Früh gerieten die Oldtimer gegen das junge, druckvoll agierende Team der Schausteller in den Rückstand.

Nach zwei Gegentoren war Uwe Seeler kaum noch auf der Trainerbank zu halten. Lautstark feuerte er seine Mannschaft an und quakte schon mal gegen den Schiedsrichter: „Der kann doch nicht Vorteil für die jungen Sprinter pfeifen, die sind doch viel schneller als unser Senioren-Team mit lauter 60-Jährigen“, sagte er kämpferisch und mit ernster Miene. „Gegen diesen Druck und das Tempo können wir nur mit Taktik gegenhalten.“

Und das gelang am Ende auch. Zweimal trafen die Oldies ins gegnerische Netz und retteten so ein 2:2-Unentschieden. Dabei profitierte das Team vor allem von dem souverän agierenden Manfred Kaltz. Der einstige Außenverteidiger des HSV, für den er 581 Länderspiele absolvierte, außerdem 69 Mal für die Nationalmannschaft antrat und mit ihr 1980 Europameister wurde, tauchte immer wieder auf der rechten Position in der gegnerischen Hälfte auf. Zweikampfstark schlug er seine berühmten „Bananenflanken“ in den gegnerischen Strafraum und sorgte so für einige brenzlige Situationen vor deren Kasten.

Im letzten Spiel bezwangen die Schausteller das Rathausteam mit 2:1, versägten dabei kurz vor Schluss noch zwei Bombenchancen. Mit einem Sieg und einem Unentschieden belegte die Mannschaft von Lorenz und Seeler aufgrund des besseren Torverhältnisses den ersten Platz.

Gewonnen hätten die Oldies sowieso, denn in der Mitte der Schlusspartie wurde der Rasensprenger des Platzes automatisch aktiviert und sprühte munter eine kühlende Wasserfontäne auf Spielfeld und Spieler. Bei den herrschenden hochsommerlichen Temperaturen war dieser Umstand eindeutig als Doping zu werten, was eine Disqualifikation der Jungspunde beider Teams zur Folge gehabt haben sollte. Aber: War ja nicht nötig.

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