Schulausschuss empfiehlt Kauf für 508. 000 Euro

78er-Trakt: Sechs Container sollen her

Br.-Vilsen - Von Karin Neukirchen-Stratmann. Einstimmig hat der Schulausschuss der Samtgemeinde am Donnerstagabend den Kauf von sechs Containern empfohlen, die während der Umbauphase des 78er-Trakts am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen als Ausweichschulräume dienen sollen. Und nicht nur dann, sondern bei Bedarf auch noch über diesen Zeitraum hinaus. Vorausgegangen war der Abstimmung im Rathaus eine längere Diskussion.

Wie berichtet, muss der marode, 1978 errichtete Gebäudetrakt ausgebessert werden. Neben der energetischen Sanierung von Fassade, Fenstern und Dach soll dabei mehr Platz für Gymnasium und Oberschule geschaffen werden. Die Dachsanierung ist bereits abgeschlossen, weitere Arbeiten folgen ab dem nächsten Jahr. Dann sind sechs alternative allgemeine Unterrichtsräume nötig, um alle Schüler unterzubringen, erklärte Architekt Heiko Jahn vom Büro KMS (Walsrode).

„Zig Mal haben wir schon diskutiert, ob wir Container brauchen oder ob es eine andere Lösung gibt“, sagte Ausschussvorsitzender Wolfgang Griese (CDU). Und Ulf Schmidt (Grüne) ergänzte: „Für unsere Fraktion war wichtig zu wissen: Muss das wirklich sein, oder kann man in ein anderes Gebäude gehen? Ergebnis ist: Wir brauchen die Containerflächen.“

Auch die Schulvertreter sprachen sich für die Containerlösung aus. „Wir sind jetzt schon durch das Kurssystem die Hälfte der Unterrichtszeit in der Schule unterwegs“, erklärte Oberschul-Konrektor Jürgen Schiffbach. Das Gymnasium leide bereits heute, vor der Umbauphase, unter Raumnot, sagte dessen stellvertretende Leiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen: „Unsere Kapazitäten sind an allen Stellen ausgeschöpft.“

Architekt Jahn rechnete dem Gremium vor, was die Miete und der Kauf kosten würden: „Mietcontainer schlagen mit rund 583 000 Euro für vier Jahre zu Buche. Ab dem vierten Jahr rentiert sich daher ein Kauf, der liegt bei 508.000 Euro. Nicht eingerechnet ist dabei der Verkauf der Mobilbauten nach der Nutzung.“ Da die Mobilbauten relativ lange Lieferzeiten hätten, dränge die Zeit.

Ein Vorschlag von Heinrich Klimisch (CDU) sorgte kurzzeitig für Verwirrung im Ausschuss. Er erkundigte sich, ob nicht direkt noch ein Anbau weiterer Unterrichtsräume im C-Trakt der Oberschule möglich wäre. „Die Schülerzahlen sind Prognosen, wir wissen nicht, was noch kommt. Nicht, dass wir in sechs oder sieben Jahren schon wieder anbauen müssen“, sagte Klimisch. Diese Idee fand Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft) durchaus sinnvoll. „Ich bin erschrocken, was Mobilbauten kosten“, sagte er. „Für die halbe Million könnte man ja mehr Unterrichtsräume bauen und Containerkosten sparen.“ Das fanden auch Lars Bierfischer und Reinhard Thöle (beide SPD) interessant.

Doch Architekt Jahn und Schiffbach, der Konrektor der Oberschule, bremsten die Kommunalpolitiker. Ein Umbau sei ohne Mobilbauten nicht möglich. Und ein Anbau wäre teurer, machte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann deutlich.

Nach einigem Hin und Her fasste Wolfgang Griese zusammen: „Der Ausschuss hat erkannt, dass wir Container brauchen, wenn die Umbauphase möglichst unkompliziert stattfinden soll.“ Als Standort schlug der Architekt, auch aus Mangel an Alternativen, den Platz hinter der Mensa vor.

Vor der Diskussion hatte Jahn die einzelnen Bauabschnitte der Sanierung noch einmal im Detail vorgestellt. „Die Dachsanierung war deutlich günstiger als veranschlagt“, sagte er. Sie habe insgesamt 580 000 Euro gekostet, rund 100 000 Euro weniger als einkalkuliert.

Für den nächsten, größten Bauabschnitt, der im Frühjahr starten soll, geht Jahn von rund 3,54 Millionen Euro Kosten aus. Bis Ende der Sommerferien 2018 sollen sich Arbeiter das Innere des 78er-Trakts vornehmen.

„Dann kommt 2019 die Fassade mit rund 1,7 Millionen Euro“, sagte Jahn. Restarbeiten seien für 2020 vorgesehen. Insgesamt gewinnen Gymnasium und Oberschule vier allgemeine Unterrichtsräume. Die Verwaltungsräume werden neu organisiert, und es gibt neue Fachräume für beide Schulen. Die Gesamtkosten betragen schätzungsweise 5,92 Millionen Euro.

Dass der Bedarf da ist, zeigte Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung, anhand des prognostizierten Raumbedarfs bis 2027. In den kommenden sechs Jahren besteht demnach ein Mangel an Räumen.

Rubriklistenbild: © dpa

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