Bahrenborstel und Wehrbleck fassten Beschluss / Genehmigung für Baumfällen notwendig

Baumschutzsatzungen geplant

Eichen können bis zu 1300 Jahre alt und 50 Meter hoch werden. Ein imposantes Beispiel ist die „1000-jährige Reither Eiche“ in Bayern.

Sulingen - BAHRENBORSTEL/WEHRBLECK (sis) · In Vorbereitung sind in den Gemeinden Bahrenborstel und Wehrbleck Baumschutzsatzungen.

Kaum eine Kommune im Landkreis Diepholz hat bisher eine solche Baumschutzsatzung erlassen, die beiden ländlichen Gemeinden Bahrenborstel und Wehrbleck möchten mit dieser Satzung die stattlichen Gewächse vor Ort schützen. Die Räte fällten entsprechende Beschlüsse bei ihren jüngsten Versammlungen. Laut Günther Dahm, Fachbereichsleiter Bauen und Entwicklung bei der Samtgemeinde, wird die Ausarbeitung der Satzungen, die jede individuell auf die Gemeinden zugeschnitten wird, bis Mitte des Jahres dauern.

Können in der Zwischenzeit Bäume von den Grundstückseigentümern auch ohne Zustimmung der Räte gefällt werden? „Nein, bereits der Ratsbeschluss, eine Satzung aufzustellen, rechtfertigt etwa, dass man ein geplantes Baumfällen verbieten kann“, erklärt Dahm mit Hinweis auf § 32 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes. Dieser Paragraph berechtigt die Kommunen, auch im Rahmen einer einstweiligen Sicherstellung schon vor dem Erlass der Satzung „die vorgesehenen Regelungen zum Schutz des Baumbestandes umzusetzen“.

Der Gesetzgeber stellt sich strikt auf die „grüne Seite“ in der Hinsicht: Andernorts mussten etwa teure Gartenbaumaßnahmen zurückgesetzt werden, wenn sie einen durch eine gemeindliche Baumschutzsatzung geschützten Baum beeinträchtigten. Dabei sollten die zu schützenden Bäume ein Mindestmaß haben. Jahrhunderte alte Eichen etwa dienen gerne als Beispiel für Bäume, die bereits Ortsbild prägenden Charakter haben und daher nicht einfach weichen dürfen. Bäume, so argumentiert der Gesetzgeber in § 28 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes, dienten als „Grüne Lungen“ der Verbesserung der Luftqualität. Sie bieten Lebensräume für Vögel und Kleintiere und bereichern so den Naturhaushalt. In die jeweilige Baumschutzsatzung eingearbeitet werden auch detailliert Ausnahmen, die ein Fällen solcher Bäume erlauben würden. Und so appelliert etwa die Gemeinde Bahrenborstel in einem Brief an alle Einwohner, bittet um Verständnis, dass alle Bürger gemeinsam den sehr wichtigen Baumbestand schützen helfen, um die in Bahrenborstel – auch durch den Baumbestand erreichte – Lebensqualität zu erhalten. Grundstücksbesitzer in den Gemeinden Bahrenborstel und Wehrbleck, die planen, mächtige Bäume auf ihren Grundstücken zu fällen, bedürfen dafür ab sofort der Zustimmung der Gemeinden und sollten sich vorab an die Bürgermeister wenden.

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