Wilhelm Leymanns Springpferde Fine Lady und Delloren starten in Rio

Zwei Wedehorner Olympioniken

Der Kanadier Eric Lamaze auf Fine Lady am Dienstag in Rio bei der Qualifikation zum Nationenpreis. Die Kanadier lagen nach der Qualifikation auf dem geteilten dritten Platz. - Foto: dpa

Wedehorn - Von Heiner Büntemeyer. Seit fast 40 Jahren züchtet Wilhelm Leymann Pferde. In Züchterkreisen hat er sich einen sehr guten Ruf erworben und bereits mehrere sehr erfolgreiche Pferde gezüchtet. Dabei hat er sich mit seinen Hannoveranern auf das „Springblut“ spezialisiert und wartet jetzt gespannt auf die Reiterspiele bei der Olympiade in Rio. Dort treten am Mittwoch mit Delloren und Fine Lady zwei Springpferde an, die in Wedehorn auf seinem Hof das Licht der Welt erblickten. Fine Lady vor 13 und Delloren vor 16  Jahren.

Wilhelm Leymann

Die Springpferde sind Abkömmlinge von Forsyth, einem Hengst, der in Hofheim bei Wiesbaden steht, und von Drosselklang, der im Landgestüt Celle steht. Ihre Stamm-Mutter ist Golden Lady, die Wilhelm Leymann vor 24 Jahren entdeckte und spontan kaufte. „Die oder keine“, sei damals sein erster Gedanke gewesen, als er dieses Pferd zum ersten Mal sah. Delloren und Fine Lady gehen aus dieser Linie hervor. Bei beiden Pferden waren die hervorragenden Spring-Eigenschaften schon im Fohlenalter zu erkennen, aber sie wurden behutsam an das Springen herangeführt. Mit vier Jahren nahmen sie an ersten Springpferdeprüfungen teil und waren erfolgreich. Anschließend folgte eine eigentlich ganz normale Springpferde-Laufbahn – nur mit dem Unterschied, dass diese Pferde ungewöhnlich erfolgreich waren und über M-und S-Turniere an Qualifikationsturniere herangeführt wurden.

Delloren wurde zuletzt von der mehrfachen Hessen-Meisterin Franzsika Baum-Gundlach geritten, bis dieses Pferd in Aachen von Nasser Al Ghazali gesehen und ohne zu zögern gekauft wurde. 2014 war er auf Delloren der jüngste Reiter der Equipe von Katar, die bei den Asienspielen die Goldmedaille gewann.

Fine Lady wird seit Mai 2014 von dem kanadischen Springreiter Eric Lamaze geritten. Ihm und „seiner“ wunderbaren „Fine Lady“ traut Wilhelm Leymann in Rio allerhand zu. Das Paar gewann kürzlich in Aachen den Großen Preis von Europa und den Großen Preis von NRW. Auf einen Start beim Großen Preis von Aachen verzichtete er mit Hinblick auf Rio. „Dass er Fine Lady schonen wollte, spricht für ihn“, lobt Wilhelm Leymann.

Wer mit Leymann und seiner Tochter Jasmin über Springpferde sprechen möchte, muss viel Zeit mitbringen. „Da steckt viel Herzblut drin“, erklären beide die großen Zuchterfolge. Daher verfolgen sie auch genau den weiteren Lebensweg, der von ihnen gezüchteten Pferde. Jasmin Leymann, die selbst bei M-Springen erfolgreich war und als 15-Jährige ein Springen in der Bremer Stadthalle gewann, ist allerdings ein wenig enttäuscht von Eric Lamaze. Natürlich weiß der Kanadier, dass Fine Lady aus der Leymann-Zucht in Wedehorn stammt, aber der Bitte um ein Autogramm ist er bisher noch nicht nachgekommen.

Was nicht ist, kann ja noch werden, aber stolz sind Leymanns schon. „Zwei Pferde bei Olympischen Spielen, das haben, glaub ich jedenfalls, nur ganz wenige Züchter geschafft“, berichtet Wilhelm Leymann und fügt hinzu, es gebe viele Züchter, die schon glücklich wären, wenn ihnen dieser Erfolg wenigstens mal bei einem Pferd gelingen würde.

Familie Leymann kennt auch den genauen Olympia-Zeitplan. Am Mittwoch entscheidet der zweite Umlauf über den Nationenpreis, am Freitag wird das Finale im Einzel geritten. „Natürlich wäre es schön, wenn beide Pferde von deutschen Reitern in der deutschen Equipe geritten würden“, träumt Wilhelm Leymann, doch wenn in Rio die Entscheidungen im Springreiten fallen, dann schaut sich die Familie Leymann den Wettbewerb im Fernsehen an und drückt ihren beiden Pferden die Daumen. „Wenn die eine Medaille gewinnen, dann geb ich für alle Sulinger Züchter einen aus“, verspricht er.

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