Seit 15 Jahren gibt es das Rentner-Doppelkopf in Bramstedt

Zwanglos und fröhlich zocken

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Zwar überwiegen die Männer beim Doppelkopf in Bramstedt, aber ab und an mischen auch die Frauen mal mit. 

Bramstedt - Von Ulf Buschmann. Horst Kluge drischt die Karten auf den Tisch, dass es nur so durch den Raum rumst. Hermann Hornburg steht ihm in nichts nach – eigentlich. Der einzige Unterschied zwischen beiden: Horst Kluge beansprucht das Möbelstück bei jedem Spiel, Hermann Hornburg nur gelegentlich.

Ihnen macht es sichtlich Spaß, auch die anderen Spieler sind mit innerer und äußerer Verve dabei. Zwei Mal monatlich, jeweils am ersten und dritten beziehungsweise fünften Donnerstag, trifft sich die Gruppe zum Doppelkopf bei Lampe in Bramstedt. Und das schon seit 15 Jahren.

An diesem Donnerstag sind es zwei Frauen und 13 Männer an drei Tischen. Die Stimmung ist prächtig. Es geht lustig zu, lockere Sprüche inklusive. Trotzdem konzentrieren sich die Spieler voll auf ihre Karten. Manfred Wrusch spielt bei diesem Stich ein Ass aus. In schneller Reihenfolge fliegen die Karten in die Mitte des Tisches: Ass auf Ass, Bube auf Bube, Karo auf Karo und Farbe zu Farbe. Dafür wird viel Platz gebraucht. Die Getränke müssen auf einem Stuhl daneben Platz finden.

„Ich halte Kreuz und Herz“, ruft einer in die Runde. „Ich hab’ fünf Buben“, ist vom Nebentisch zu hören. Es gibt viel zu lachen. Wenn eine Spielrunde 90 Sekunden dauert, ist das schon lang. Bevor neue Karten ausgegeben werden, geht Geld über den Tisch. Einsatz: 20 Cents. Das allerdings nimmt keiner mit nach Hause.

Der Gewinn geht in die gemeinsame Kasse, denn die Doppelkopf-Enthusiasten unternehmen drei Mal im Jahr etwas gemeinsam. So gibt es in jedem Jahr von Oktober bis Dezember ein internes Turnier, das vier Spieltage umfasst. „Die besten drei Tage werden gewertet“, heißt es in einer Information der Doppelkopf-Rentner-Runde. Darüber hinaus gibt es im Februar ein gemeinsames Grünkohl-Essen sowie im Juni Spargel.

Gut 15 Jahre gibt es „unseren Club“ schon. So nennt ihn Hermann Hornburg liebevoll. Er und der bereits verstorbene Alfred Holthus hatten im Jahr 2001 die Idee, den Kartennachmittag für Renter ins Leben zu rufen.

Anfangs Skat und Doppelkopf

Die Spieler treffen sich noch heute. Allerdings hat sich etwas verändert: Anfänglich gab es jeweils an einem Tisch Skat- und an zwei weiteren Doppelkopf-Runden. Seit August 2011 gibt es nur noch Doppelkopf.

Die Bramstedter legen Wert darauf, dass sie kein Verein sind. „Wir sind ein lockerer Zusammenschluss“, sagt Hornburg lächelnd.

Jeder Spieler schaut ganz genau auf sein Blatt.

Zwischendurch schweift sein Blick hinüber zu seinem Tisch, denn es gibt schon wieder neue Karten. Mehr als ein lockerer Kreis solle es gar nicht sein, wirft Bramstedts Ortsvorsteher Helmut Zurmühlen ein. Er beteiligt sich ebenfalls an der illustren Spielerunde und wirft schnell ab. „Was gibst Du eigentlich für Karten“, frotzelt er in Richtung seines Nachbarn zur Rechten. Die Spielerrunde muss erst einmal wieder lachen.

Spaß, Fröhlichkeit und Geselligkeit seien die Hauptgründe dafür, sich zwei Mal im Monat zum Doppelkopf zu treffen, werfen die Spieler in die Runde. Natürlich auch Unterhaltung.

Für Doris Dunekacke, eine der beiden Frauen an diesem Nachmittag, spielt die „Dorfpflege“ eine große Rolle. Heinz Taste wirft lachend ein: „Und dumme Sprüche!“ Die anderen Spieler amüsieren sich.

Die Sprüche gehören einfach dazu. Sie sind sowas wie typische Doppelkopf-Schnacks. Fritz Windhorst haut zwei Männer aus seiner Runde ob ihrer Spielweise zum Beispiel an: „Sagt mal, habt Ihr ‘ne Verbindung miteinander?“ Die Antwort aus der Runde: „Klar, wir sind immer miteinander verbunden.“ Vor dem nächsten Stich müssen die Spieler erstmal wieder lachen.

Gute Stimmung, Konzentration, Karten abwerfen, zwischendurch Kaffee trinken und Kuchen essen: Diesen Mix pflegen die Rentner jeweils von 15 bis 18.30 Uhr. Wer mitmischen möchte kann einfach dazu kommen. Die Doppelkopfler treffen sich jeden ersten und dritten beziehungsweise fünften Donnerstag im Monat im Gasthaus Lampe an der Dorfstraße. Nächster Termin: 4. August.

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