Bassum präsentiert als erste Kommune im Kreis interaktiven Haushaltsplan

Wie aus Zahlen Torten werden

Kämmerin Anke Schulz deutet auf die erläuternden Grafiken, die jetzt für den aktuellen Bassumer Haushalt verfügbar sind. - Foto: Jaursch

Bassum - Von Frank Jaursch.  Dröges Zeug, so ein Haushaltsplan. Wer sich erfolgreich durch das mächtige, knapp 200 Seiten starke Zahlenwerk mit seinen scheinbar undurchdringlichen Auflistungen kämpfen will, braucht viel Zeit und ein bisschen Ahnung. Oder eine Hilfestellung.

Allen Bassumern, die nicht ständig eine nette Kämmerin zur Hand haben, steht jetzt eine digitale Unterstützung zur Verfügung: Der „interaktive Haushalt“ soll den Haushaltsplan der Stadt ab sofort besser begreifbar machen.

Der Clou der Neuerung, die jetzt über die Homepage der Stadt (www.bassum.de) erreichbar ist: In verschiedenen Grafiken und Diagrammen werden die Ausgaben und die Einnahmen gemeinsam dargestellt. So wird etwa auf den ersten Blick sichtbar, welche Teile des Hauhalts besonders kostenintensiv sind und welche nicht. Bassum ist die erste Kommune im Landkreis, die auf dieses Angebot der Firma IKVS zurückgreift.

Zudem hat der Benutzer die Möglichkeit, sich immer tiefer in die Strukturen hineinzuklicken. Ein Beispiel: Mit Hilfe einer Tortengrafik wird auf den ersten Blick ersichtlich, woher die knapp 22,2 Millionen Euro an Einnahmen in diesem Jahr kommen sollen: 61 Prozent tragen Steuern und ähnliche Abgaben bei, 16 Prozent sind Zuwendungen wie etwa Schlüsselzuweisungen. Ein Mausklick auf die unterschiedlichen „Tortenstücke“ gibt weitere Einzelheiten preis.

Benutzer der Internet-Seite können sich durch die Organisationsstruktur arbeiten oder gezielt nach einzelnen Produkten suchen. Wie setzen sich die Kosten für die Betreuung der Kinder in den städtischen Kitas zusammen? Wo kommen die Erträge für die Sportförderung her? Alles nur ein paar Klicks entfernt.

Die Grafiken, die auch komplexe Sachverhalte besser erfassbar machen, haben nicht nur Kämmerin Anke Schulz und den Ersten Stadtrat Norbert Lyko beeindruckt. Auch die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses zeigten sich bei der jüngsten Sitzung angetan von der neuen Präsentation. „Die werden sicher schnell Gefallen an der Veränderung finden“, ist sich Schulz sicher.

Denn während der Bürger sich für gewöhnlich eher selten in die Untiefen des Haushaltsplanes verirrt, gehört das für die Ratsmitglieder zur regelmäßigen Pflicht. Und die wird eben ein bisschen klarer mit der neuen digitalen Unterstützung.

„Die Abgeordneten werden das richtig viel nutzen“, ist sich Lyko sicher. Wenn der Haushaltsplan für 2017 verabschiedet ist, wird der ebenfalls online gehen und für die Bürger einsehbar sein.

Lyko und Schulz sind sich sicher, dass das Geld für die Anschaffung des Angebots gut investiert ist. „Der Nutzen“, sagt Anke Schulz, „wird größer sein als die Kosten.“

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