Auftakt zum Tag der Region in Bassum

Viel mehr als bloß Kartoffeln

Gut gefüllte Sitzreihen: An der Freudenburg war gestern ordentlich was los. - Fotos: Wolfgang Defort

Bassum - Von Frank Jaursch. Sonntagmittag, halb zwei an der Freudenburg. Ein Gewirr aus Stimmen, Klängen und Gerüchen liegt in der Luft. Kinder spielen fröhlich kreischend Fangen zwischen den gut gefüllten Sitzreihen. Von der Konzertmuschel weht die Blasmusik der Glockenstuhlmusikanten über die Anlage. Und immer wieder mischt sich ein metallisches Klirren in die Melodie: Das fidele Mittelalter-Volk übt sich mal wieder im Schwertkampf. Es war weiß Gott eine Menge los an diesem Sonntag an der Freudenburg!

Das Kreiskartoffelfest, das seit einigen Jahren zugleich als Auftaktveranstaltung zum Tag der Regionen firmiert, hatte bei strahlendem Sonnenschein wieder tausende Menschen aus Bassum und umzu zum Kommen animiert. Die Mischung aus dem Markt der Möglichkeiten, den unterschiedlichsten Vorführungen auf der Bühne und allerlei leckeren Versuchungen – auch, aber nicht nur rund um die Kartoffel – wirkt offenbar.

Die Organisatoren konnten schon früh zufrieden auf die Besucherströme blicken. Interessant war dabei einmal mehr der Alters-Mix: Zahlreiche ältere Menschen hatten sich eingefunden, aber auch viele Familien hatten sich auf den Weg an die idyllische Anlage gemacht.

In dieser Kombination spiegelte sich recht gut auch das Programm wieder, das für Abwechslung und Kurzweil in der Konzertmuschel sorgte. Vom Line Dance bis zum Vorlesen, von Marschmusik bis zum Musical „Der blaue Planet“ erstreckte sich die Vielfalt. Die Zuschauer sparten nicht mit Applaus – vor allem, wenn die Aktuere mit sichtbar viel Herzblut bei der Sache waren.

Das Training für den Schwertschaukampf war bei fast 30 Grad in der Sonne eine schweißtreibende Angelegenheit.

Wie zum Beispiel die „Junikäfer“, die Gruppe junger Einradfahrerinnen im Harpstedter Unicycle-Team. Die Mädchen absolvierten vor durchaus beeindruckender Kulisse ihren allerersten Auftritt. Und auch wenn bei den Einradfahrer-Gruppen nicht alles ganz rund lief: Ihre Präsentation wurde ein Höhepunkt des Nachmittags.

Auch die Bovelzumft, der rührige Bassumer Mittelalter-Verein, drückte dem Fest seinen Stempel auf. Zum einen durch sein Lager, das in freundlich-derber Art zum Verweilen bei einem Stück „gerupfte Sau im Brot“ einlud; zum zweiten, weil ein Bereich für Schwertkampf-Übungen zur Verfügung stand: Bei nahezu 30 Grad in der Sonne eine schweißtreibende Angelegenheit.

Die Hamburger „Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf“ vermittelte allen Interessierten die Grundlagen dieser Ganzkörpersportart. Und Mitglieder der in ganz Norddeutschland aktiven Schule boten Einblicke darin, wie geschmeidig so ein Kampf aussehen kann – ganz ohne Choreografie, wie Ralf Altepost, Trainer der Bassumer Gruppe, betonte.

Doch auch die rauen, in ihre charakteristischen Gewänder oder Rüstungen gehüllten Mittelalter-Fans stellten sich brav am großen Stand von Cathleen Schorling an, um ein paar leckere Kartoffelpuffer zu bekommen.

Es war die Mischung aus Bekanntem und Neuem, die auch diesmal den Reiz ausmachten. Die neue Bassumer Musikschule gab nicht nur Einblicke in ihr Schul-Programm, sondern trug auch maßgeblich zum kulturellen Programm bei.

Die Syker Experten vom dortigen Reparaturcafé, die erstemals zu Gast an der Freudenburg waren, machten fleißig scheinbar unrettbar kaputte Elektro-Artikel wieder ganz. Und hofften, dass ihre Idee Bassumer Nachahmer findet. „Es wäre unser größter Erfolg, wenn jemand kommt, der sagt: 'Das machen wir in Bassum auch'“, erklärte Friedrich Rauschenberger vom Reparaturcafé.

Tag der Regionen in der Freudenburg Bassum

Die Auftaktveranstaltung wurde erneut zu einer runden Sache. Einziger Kritikpunkt könnte die Parkplatz-Problematik sein: Auf der Wiese beim regulären Parkplatz war zwar reichlich Raum, die Zu- und Abfahrt allerdings erwies sich als echtes Nadelöhr. Das sorgte für so manches Wende- und Rückwärtsfahr-Manöver – und für manchen Disput zwischen Verkehrsteilnehmern noch dazu.

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