Grundschule Bramstedt startet ins I-Pad-Zeitalter

Tablets statt Schulhefte

Ashur, Levin, Jeremias und Jarno (v.l.) können über die Tablets Filme drehen oder die Legofahrzeuge steuern. - Foto: Wächter

Bramstedt - Von Andree Wächter. Früher gab es Schulhefte und Füller – heute lernen Schüler mit Tablets. Zwölf I-Pads stehen den Schülern der Grundschule Bramstedt zur Verfügung. Es ist die erste Grundschule im Stadtgebiet, die damit ausgestattet wurde. Die Kosten von rund 5 000 Euro teilen sich der Förderverein und die Stadt.

Hefte und Tafel werden noch nicht ad acta gelegt. Doch eine Schulstunde in der Woche lernen die Jungen und Mädchen den Umgang mit dem I-Pad. Was sie seit den Ferien gelernt haben, präsentierten sie am Freitag dem Ersten Stadtrat Norbert Lyko und Fördervereinsvorsitzenden Helmut Zurmühlen.

Der Umgang mit einem Tablet stellt für die Schüler kein Problem dar. Mit einem Fingerwisch projizieren sie ihre Tablet-Oberfläche mit Hilfe eines Beamers auf eine Leinwand. Gäste und Mitschüler schauen gespannt auf die Vorführungen.

Ashur und Levin haben ein Lego-Auto programmiert. Über das Tablet lassen sie es vorwärts und rückwärts fahren. Die Befehle bekommt der Wagen per WLan. „Über einen Sensor merkt er, wenn er gegen eine Wand fährt, und bleibt vorher stehen“, sagt Ashur. Welche weiteren Funktion der Wagen ausführen kann, haben sie über die passende App festgelegt. „Sie haben mit Lego Education gearbeitet. Die Software arbeitet mit Bildern statt mit Befehlen“, sagt Schulleiter Tobias Baron. Die einzelnen Icons können die Kinder aneinanderreihen – so entsteht eine Befehlskette. „Das Tolle ist, wenn etwas nicht funktioniert, können die Schüler es neu probieren“, sagt der Schulleiter. Tipps und Aufgabenstellungen liefert der Spielzeugfabrikant gleich mit. In Videos bekommen die Jungen und Mädchen alles erklärt.

Das zusammengebaute Fahrzeug, das Erstellen der Befehlskette – beim Machen waren die Jungen und Mädchen kaum zu bremsen. Ihre Fortschritte dokumentieren sie – logischerweise – auf dem Tablet. Neben Text können auch Bilder und Videos eingebunden werden.

Andere Schüler arbeiteten mit Scratch it! oder Stop Motion. Beides sind Apps zum Filme machen. Bei Stop Motion werden einzelne Bilder zu einem Film – wie früher Zeichentrick. Das Tablet war dazu auf ein Stativ gespannt. Mit der eingebauten Kamera nehmen die Schüler die Einzelbilder auf. Scratch it! kommt ohne die Kamera aus. Mit dem Programm animierten die Mädchen und Jungen Figuren. Sie können laufen, springen oder aufgenommene Sätze wiedergeben.

Auch außerhalb der Medienstunde können die I-Pads zum Einsatz kommen. Über die Internetseite Antolin.de kann beispielsweise der Deutschlehrer ein Quiz mit den Schülern machen. „Zu den Büchern die wir lesen, gibt es dort Sinnfragen“, sagt Baron. So kann auf spielerische Art überprüft werden, ob alle Schüler das Buch gelesen haben.

Glänzende Augen hatten die Schüler, als sie den beiden „älteren Herren“ ihr Können präsentieren. Lyko und Zurmühlen waren beeindruckt. Der Erste Stadtrat sagt: „In Zukunft müssen alle Menschen programmieren können.“ Zurmühlen war stolz, dass die kleine Grundschule die erste ist, die mit I-Pads arbeitet.

Auch die Pädagogen sind vom Mehrwert überzeugt. „Die Programme sind von Unis entwickelt“, sagt Tobias Baron. Neben der Technik kommt auch die Kommunikation nicht zu kurz. Da in Gruppen gearbeitet wird, müssen Ideen und die nächsten Schritte diskutiert werden.

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