Stadt Bassum gibt sich mit Gleichstellungsplan Ziele zum Abbau von Unterrepräsentanzen

Auf der Suche nach der Balance

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Symbolbild

Bassum - Von Frank Jaursch. Es gibt sie immer noch, die „klassischen“ Männer- und Frauenberufe. Auch die Stadt Bassum als Arbeitgeber hat mit ihnen zu tun: Im Bauhof arbeiten nur Männer, im Sozial- und Erziehungsdienst fast nur Frauen.

Doch es gibt auch Bereiche, in denen es ein unausgeglichenes Verhältnis von männlichen und weiblichen Mitarbeitern gibt – und zwar ohne dass ein augenscheinlicher Grund dafür vorliegt. Hier soll – und will – die Stadt Bassum in den kommenden Jahren Abhilfe schaffen.

Die Verwaltung hat in den vergangenen Monaten einen Gleichstellungsplan erarbeitet, die „Unterrepräsentanzen“ eines Geschlechts abbauen soll. Am Dienstagabend stellten Christine Gaumann und Anke Schulz den Plan im Wirtschafts- und Finanzausschuss vor. Die Vorgabe kam aus Hannover: Das Niedersächsische Gleichstellungsgesetz sieht vor, dass jede Dienststelle mit mindestens 50 Beschäftigten einen solchen Plan erarbeiten soll.

Für die Stadt arbeiten mehr als 140 Personen. Bei ihnen wird schon ein gewisses Ungleichgewicht deutlich: Von den 105 weiblichen Beschäftigten arbeiten 82 in Teilzeit, von den 36 Männern nur vier.

Bei dem Plan geht es zum einen um eine Bestandsaufnahme: Wo arbeiten wie viele Frauen und Männer? Wo gibt es ein Missverhältnis von mehr als 55:45 Prozent? Beim bloßen Betrachten der Situation soll es aber nicht bleiben, betonte die Gleichstellungsbeauftragte Christine Gaumann: „Wir wollen auch Regelungen treffen.“

Der Plan, der die drei Jahre von 2016 bis 2018 umfasst, soll verdeutlichen, welche Möglichkeiten und Handlungsspielräume sich in dieser Zeit ergeben könnten. Wo ist eine Fluktuation in der Beschäftigtenstruktur zu erwarten – etwa durch Verrentung? Zudem formuliert das 50-seitige Werk klare Zielvorgaben und einen Katalog für personelle, organisatorische und fortbildende Maßnahmen.

„Es ist ein verbindlicher Plan, der bei Einstellungen und Beförderungen beachtet werden muss“, betonte Kämmerin Anke Schulz. Dabei geht es um die richtige Balance – in doppeltem Sinn: Zum einen soll das Geschlechterverhältnis ausgeglichen sein, zum anderen steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus.

Dafür sucht die Stadt auch nach neuen Arbeitszeit-Modellen; unter anderem läuft derzeit eine „Home office“-Versuch. Nach drei Jahren wird geschaut, wie viel von den Zielen erreicht wurde.

„Es ist schon eine kleine kulturelle Weiterentwicklung“, lobte Erster Stadtrat Norbert Lyko das Werk. Die Stadt sei auch für spezielle Anlagen offen – weg vom früher verbreiteten „Nee, das geht alles nicht“.

Auch von den Parteien gab es Komlimente. Gut ausgearbeitet und in die Zukunft gedacht sei der Plan, „der reicht uns als erster Schritt vollkommen aus“, sagte Torsten Eggelmann (Grüne). Etwas zu ambitioniert fand Annegret Stubbe (Bürgerblock) die formulierten Ziele. „Dafür sind Ziele ja da – dass man sie sich etwas höher steckt“, entgegnete dem Rainer Hartmann (Grüne). Einstimmig empfahl der Ausschuss den Beschluss des Plans.

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