Bei den Landfrauen Freudenberg-Bassum

Dorothee Seelhorst spricht über Schadstoffe in Verpackungen

Die Vorsitzenden des Landfrauenvereins Freudenberg-Bassum, Birgit Meyer-Borchers (links) und Gisela Buschmann (rechts) begrüßten Dorothee Seelhorst, die über Schadstoffe in Verpackungen referierte. - Foto: Landfrauen

Bassum - Eigentlich sei es ein trockenes Thema, meinte Dorothee Seelhorst zu Beginn ihres Vortrages „Schön verpackt – um welchen Preis?“ Daher wunderte sie sich über den guten Besuch im Landgasthaus Stöver. Die Landfrauen Freudenberg-Bassum hatten die Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Niedersachsen eingeladen, die Mitglieder über Schadstoffe in Verpackungen zu informieren.

Gleich ihre erste Aussage überraschte die Zuhörerinnen: „Gift in Lebensmittelverpackungen ist gefährlicher als Pestizidrückstände.“ Daher sollten Verbraucher schon genauer hinschauen, wie ihre Lebensmittel verpackt sind. Eine optimale Verpackung biete nur die Banane, meinte die Referentin – aber zum Schutz der Verbraucher seien die Anforderungen an die Verpackungen gesetzlich geregelt. Grundsätzlich dürften Verpackungen keine Bestandteile in so großer Menge enthalten, dass sie die Gesundheit gefährden.

Problematisch sei das Phänomen der „Migration“, wie der Austausch von Stoffen zwischen der Verpackung und dem Inhalt bezeichnet wird. Bei einer Lagerung in Gläsern sei die Migration am geringsten, erklärte die Referentin. Bei Verpackungen aus Papier, Pappe oder Kunststoff gelangen die in den Beschriftungen enthaltenen mineralölhaltigen Stoffe an den Inhalt. Dafür gebe es noch keine Grenzwerte.

Kunststoffe seien zwar vielseitig verwendbar, abwaschbar und wasserdicht, aber um deren Nachteile aufzuzählen brauchte Dorothee Seelhorst einen längeren Zeitraum. Ob das wirklich so schlimm sei, wollte eine Zuhörerin wissen. „Sie kippen nicht gleich davon um, aber es sammelt sich im Körper“, entgegnete Dorothee Seelhorst, die natürlich zugab, dass es ohne Verpackungsmaterial nicht geht. Aber grundsätzlich sollten Verbraucher bestrebt sein, so wenig Kunststoff wie möglich zu verwenden und Eingekauftes zu Hause möglichst schnell in Glasbehälter umzufüllen.

Ausführlich stellte die Referentin die chemisch unterschiedlich zusammengesetzten Kunststoffe vor, deren Kennzeichnung kaum jemandem bekannt sind. Grundsätzlich sollten Kunststoffverpackungen nur für die Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet werden, für die sie gedacht waren.

Ein großes Problem stellen Weichmacher dar, die sehr intensiv migrieren, weshalb ihre Verwendung in Babyartikeln und Spielzeug auch verboten sei. Alu-Folie sei als Lebensmittelverpackung ungeeignet, weil sie von Laugen und Säuren angegriffen wird.

Der Rat der Referentin lautete, den Lebensmittelkauf in Kunststoffverpackungen zu reduzieren, bei Plastikgeschirr und Pfannenwendern unbedingt auf die Einhaltung der zulässigen Temperatur zu achten und auf jeden Fall Glasverpackungen zu bevorzugen. Als Ausnahme nannte sie die PET-Flaschen, die nach Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) kein gesundheitliches Risiko darstellen.

Grundsätzlich fordert die Verbraucherzentrale nach Aussage der Referentin eine stärkere Kontrolle von Verpackungen und eine Festlegung von Grenzwerten für Risikogruppen.

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