Uwe Liesmann lebt seine kreative Ader aus

Rollmops als Ausgleich

Collage von und mit Uwe Liesmann.

Bassum - Uwe Liesmann ist ein guter Beobachter, und häufig finden sich seine Betrachtungen auf Kalendern wieder. Der Grafiker aus Bassum ist seit vielen Jahren freier Mitarbeiter für den Beste-Zeiten-Verlag. Dieser bringt unter anderem Kalender heraus – „Rollmops maritim“ und „Da nich für“. Für beide zeichnet Liesmann verantwortlich.

An Ideen mangelt es nicht. „Da habe ich mir noch nie einen Kopf gemacht“, erzählt er. Er sei völlig frei, was die Themenwahl angeht. Die Ideen fliegen ihm nur so zu. Meistens sind es ganz harmlose Beobachtungen – wie die einer etwas fülligeren Frau am Ostseestrand während seines diesjährigen Urlaubes. Die Dame ziert das März-Bild des Kalender 2017.

„Diese Arbeit macht mir einfach sehr viel Spaß“, erzählt der 50-Jährige. Das Besondere an seinen Zeichnungen ist, dass sie viele witzige Details enthalten, in jeder Ecke kann der Betrachter etwas Lustiges entdecken – sei es der Seehund, der durch den Rettungsring springt oder die Möwe mit Mülltüte auf dem Kopf.

Kreative Ader liegt in der Familie

Die Bilder sind Handarbeit – ohne Computerprogramm entstanden. Liesmann benötigt lediglich einen Rapidographen (Tuschezeichner). Von den Einnahmen könne er aber nicht mal ansatzweise leben. Zeichnungen würden viel zu wenig nachgefragt. „Für mich ist das ein Ausgleich für meine Arbeit als Grafiker“, sagt Liesmann.

Von Talent will der Bassumer nicht sprechen. Er gibt sich bescheiden. Die kreative Ader liegt in der Familie. Sein Vater, Lothar Liesmann, ist gelernter Zeichner. „Als Junge wollte ich aber mit dem Zeichnen nichts zu tun haben“, erinnert sich Liesmann. Sein Herz schlug für die Musik.

Da er nicht wusste, was er werden soll, begann er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. „Das lag mir nicht.“ Liesmann sattelte um zum Werbekaufmann und Grafiker. Viele Jahre war er selbstständig.

Plattencover und Plakate für Konstantin Wecker

Zu seinen prominentesten Kunden zählt der Liedermacher und Musiker Konstantin Wecker. Liesmann gestaltet dessen Plakate und auch das eine oder andere Plattencover. „Ich mag seine Ansichten“, sagt Liesmann über Wecker. Das aktuelle Plakat zur Revolution-Tournee hat sich der Bassumer sogar ins Wohnzimmer gehängt. „Es ist signiert“, freut er sich über die Unterschrift des Musikers.

Mit seiner derzeitigen Situation sei er sehr zufrieden. „Ich mache das, was mir Spaß macht.“ Wer kann das schon von sich behaupten? Zudem habe er eine „tolle“ Tochter. „Sie studiert Mathe und Philosophie sowie Rechtswissenschaft.“

Seit Kurzem ist Liesmann wieder angestellt – als Marketingleiter bei der Firma JoBa. Kai-Uwe Jobst und Uwe Liesmann lernten sich im vergangenen Jahr kennen. Der Grafiker sollte den Container für die Spielekiste bunt gestalten. Die beiden Männer verstanden sich sofort.

Die Spielekiste steht immer noch am Rathaus, und Hedda Berlin sammelt fleißig für die Kinder. Liesmann möchte sie unterstützen: Deshalb wird es vor Weihnachten wieder eine Spendenaktion geben. Bereits 2015 spendeten Liesmann und die Inhaberinnen von Papier & Tinte den kompletten Erlös von 50 Rollmops-Kalendern für die Tafel-Kinder. 

al

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