Zukunftstag der Prinzhöfte-Schule

Vom Pferd zum Schokobrunnen

Im „Utopia“ wurden die Wünsche und Träume der Schüler, der Eltern und der Lehrkräfte zusasammengetragen. - Foto: Schiermeyer

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Einen lebhaften Zukunftstag veranstaltete die Prinzhöfte-Schule in Bassum-Helldiek am Sonnabend. Einen ganzen Tag lang konnten Lehrer, Kinder und Eltern in verschiedenen Workshops, künstlerischen Aktionen und Gesprächsrunden die Zukunft ihrer Schule mitgestalten.

Das Interesse an der internen Veranstaltung war groß, rund 80 Schüler, Pädagogen und Eltern beteiligten sich. In verschiedenen Ateliers wurde beraten und diskutiert. Dabei ging es nicht darum, die Prinzhöfte-Schule ganz neu zu definieren, sondern das Bestehende aufzuarbeiten und eventuell der Zeit anzupassen.

„Wir stellen nicht alles grundsätzlich in Frage, aber wir wollen uns weiterentwickeln. Jeder Mensch entwickelt sich weiter“, berichtete Susanne Hinrichs, Mitorganisatorin des Zukunftstages und Mutter eines Schülers. Man wolle fragen, wo die Schule stehe, was man wolle und ob das eine oder andere Detail noch in die Zeit passe. Schließlich sei die Schule nun 20 Jahre alt geworden und müsse an mancher Stelle vielleicht aktualisiert werden.

Für dieses „Update“ der Schule wurde in fünf Gruppen gearbeitet – eine befasste sich mit der Schulorganisationsordnung (SOO). Vor dem Hintergrund der Frage „Ist unser System noch zeitgemäß?“ wurden verschiedene demokratische Organisationsmodelle diskutiert.

Eine zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Schulkonzept. Es ging um Verbesserungen bezüglich der Lerninhalte und der Vermittlung. Das pädagogische Konzept nach Freinet werde aber prinzipiell nicht in Frage gestellt, erklärte Hinrichs.

In der dritten Gruppe wurde unter professioneller Anleitung eines Vaters erfolgreiche Kommunikation geübt. In der Gruppe „Action“ sind neue Aktionen der Schule geplant worden.

Für die Schüler war sicher der Workshop „Utopia“ am spannendsten. Hier waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Jeder durfte dort frei seine Wünsche und Vorstellungen äußern, unabhängig davon, ob sie realisierbar scheinen.

Dazu war auch ein besonderer Rahmen geschaffen worden. Das „Utopia“ lag in einem Kellerraum, der mit Nebelmaschine und Partybeleuchtung für besondere Stimmung sorgte. Auf Zetteln an einer Wand wurden die Wünsche der Kinder und Jugendlichen, der Eltern und der Pädagogen gesammelt.

In drei Monaten geht es weiter

Die Vielfalt der Wünsche war bunt und reichte von realisierbar bis utopisch. Die neunjährige Julia wünscht sich einen Spind, während Greta (12) gern gemütlichere Räume hätte. So wie diese beiden Wünsche lassen sich auch andere schnell und einfach in die Tat umsetzen.

Der Wunsch nach einer Sekundarstufe II, den der Sönke (13) äußerte, wird wohl nur sehr langfristig realisierbar sein. Weitere Ideen standen an der Kellerwand: Jeden Tag Sonne, kein Streit, mehr Lehrer, ein Trampolin, eine Sporthalle, ein Pferd oder ein Schokobrunnen.

In einem Plenum zum Schluss der Veranstaltung wurden erste Resultate des Zukunftstages zusammengetragen. Die Moderation übernahmen dabei Schülerinnen und Schüler. Sie sammelten die Ziele der einzelnen Arbeitsgruppen, die Wege dorthin und mögliche Probleme. Dabei entstand ein großes Schaubild in der Aula. Damit soll nun weiter gearbeitet werden. Der nächste Zukunftstag ist in drei Monaten geplant.

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