AWG entsorgt Restabfälle aus dem Heidekreis

Partner bei der grauen Tonne

Ein Fall für die AWG: Der defekte Wäschekorb, selbst wenn er im Heidekreis in der grauen Tonne landet. - Foto: Seidel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Diese Partnerschaft hat tiefe Wurzeln: Schon vor 13 Jahren hatten der Landkreis Diepholz und der damalige Landkreis Soltau-Fallingbostel sie besiegelt, um in der Abfallentsorgung Synergieeffekte zu erzielen. Bis 2019 läuft diese Kooperation auf Basis einer sogenannten abfallwirtschaftlichen Zweckvereinbarung bisher. Verlängerung so gut wie sicher, denn heute wollen die Kooperationspartner ihre Zusammenarbeit bis zum Ende des Jahres 2025 besiegeln.

Will heißen: Die AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft) mit Sitz in Bassum bearbeitet nicht drei, sondern neun weitere Jahre lang Abfälle aus den grauen Tonnen des Heidekreises, wie der ehemalige Landkreis Soltau-Fallingbostel heute heißt.

Auf Nachfrage bestätigte AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler, dass die Verlängerung der abfallwirtschaftlichen Zweckvereinbarung heute von den beiden Landräten Cord Bockhop (Diepholz) und Manfred Ostermann (Heidekreis) unterzeichnet werden soll. Einzelheiten zu den Inhalten wollte Nieweler jedoch noch nicht nennen – und verwies auf eine Pressemitteilung der beiden Landräte.

Doch wer die Kreistagspolitik im Landkreis Diepholz aufmerksam verfolgt, kennt bereits entscheidende Fakten dieses Papiers. Denn der Kreistag hatte in seiner Sitzung im Juni die Verlängerung dieser Vereinbarung bereits beschlossen. Aus der Sitzungsvorlage geht hervor, dass die AWG und die AHK, die Abfallwirtschaft Heidekreis (Anstalt des öffentlichen Rechts) künftig Partner sind.

„Zukünftig soll der Landkreis Diepholz die vollständige Aufgabe der Entsorgung der der AHK überlassenen gemischten Siedlungsabfälle aus dem Heidekreis übernehmen“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Kreistag. Im Klartext: Alle Abfälle aus den grauen Tonnen im Heidekreis werden bei der AWG so behandelt, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Denn auf der Deponie darf am Ende nur noch eine Art Granulat landen. Weil die AWG mit ihrer Restabfallbehandlungsanlage Raba seinerzeit Vorreiter in Niedersachsen war, kam es 2003 zur Partnerschaft zwischen den Landkreisen Diepholz und Soltau-Fallingbostel.

Der heutige Heidekreis ist nicht der einzige, der mit der AWG kooperiert. Vereinbarungen gibt es auch mit den Nachbar-Landkreisen Minden-Lübbecke und Nienburg. Letzterer lässt einen großen Teil seiner Bio-Abfälle bei der AWG behandeln. Daraus entstehen Kompost und Biogas, das zum Beispiel in die Heizung der Klinik in Bassum fließt. Auch aus Delmenhorst kommen Bio- und Grünabfälle ins Entsorgungszentrum der AWG. Sie vermarktet außerdem das Altpapier aus Delmenhorst. Und aus der Stadt Oldenburg kommt mittlerweile ein Viertel der Sekundärbrennstoffe für das Heizkraftwerk, das die AWG in Bremen-Blumenthal betreibt.

Umgekehrt verwertet der Landkreis Nienburg in seinem Betrieb Abfallwirtschaft den gesamten Sperrmüll aus dem Landkreis Diepholz.

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