Hubschrauber-Landestelle: Mediziner kritisieren Standort

Parkplatzsituation am Ärztehaus „eine Zumutung“

Ähnlich wie in Sulingen (Foto) soll auch am Krankenhaus in Bassum eine Landestelle für Hubschrauber entstehen. Dadurch müssten zahlreiche Parkplätze in zentraler Lage weichen. - Archivfoto

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Unsere Patienten sind stinksauer. In Stoßzeiten drehen sie morgens 15 bis 20 Minuten Runde um Runde, um einen Parkplatz zu finden. Das sind in der Regel Menschen, die Fieber haben, kaum laufen können oder andere Gebrechen haben. Das ist eine Zumutung.“

Nicht nur Dr. Michael Garving missfallen die Pläne des Alexianer Klinikverbundes, an zentraler Stelle am Krankenhaus eine Landestelle für Hubschrauber zu errichten. Das gesamte Ärztehaus an der Marie-Hackfeld-Straße spricht sich gegen den Standort aus. Denn dadurch würden mindestens 25 Stellplätze wegfallen.

„Wir sitzen hier stellvertretende für alle aus dem Gesundheitscentrum“, meinte Montag Dr. Marcus Fürle, in dessen Praxis sich zahlreiche der Mediziner versammelt hatten, um ihre Besorgnis auszudrücken. Die Ärzte betonen ausdrücklich: „Wir sind nicht gegen die Landestelle.“ Diese halten sie absolut für sinnvoll.

Aber die Lage der geplanten Landestelle stößt den Anwohnern sauer auf. Sie soll direkt auf der Parkplatzfläche an der Marie-Hackfeld-Straße, Einmündung Zur Stiftseiche vor dem Entsorgungshof entstehen. „Diese Parkplätze müssen frei bleiben für unsere Partienten. Wir behandeln hier am Tag mehr Menschen als die Klinik“, beschreibt Fürle die Realität.

Aktuell fehlen gut 50 bis 100 Stellplätze

Die Mediziner seien nicht in die Planung einbezogen worden. Sie seien weder gefragt noch gehört worden. Und das seit Jahren nicht. Die Parkplatzsituation sei in der Vergangenheit immer prekärer geworden. Derzeit fehlen gut 50 bis 100 Stellplätze. „Wir haben bereits vor drei Jahren das Gespräch mit der Stadt gesucht“, erinnert Garving an einen Abend im Keller der Volksbank. Seitdem wurde am Krankenhaus viel gebaut – nur eben kein Parkplatz.

Der sogenannte Entsorgungshof hat knapp 30 Parkplätze gefressen. Auch der Neubau der Psychiatrie hat die Situation weiter verschärft.

Zwar plant der Klinikverbund an anderer Stelle neue Parkplätze – aber eben viel weiter weg. Die Ärzte fürchten Endloswege für Schwangere und schmerzgeplagte Menschen. Sie hoffen, dass die Politik ihre Sorgen ernst nimmt und sich mit der Thematik noch einmal beschäftigt. Am Mittwoch tagt der Verwaltungsausschuss zu diesem Thema. Dann wird auch ein Vertreter der Alexianer vor Ort sein.

Genehmigungsbehörde ist der Landkreis. Einige fürchten, dass der Landkreis als Mitgesellschafter zustimmen werde, ohne Alternativen zu prüfen. „Warum nicht ein Dach über dem Müllplatz oder ein zusätzliches Parkhaus oder die Errichtung der Landestelle an anderer Stelle?“, sind nur einige Ideen der Ärzte. Der Hubschrauber müsse ohnehin vom Rettungswagen angefahren werden – die Fahrt wäre lediglich 15 Sekunden länger.

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