Familie Block saniert ihr achteckiges Wohnhaus

„Ohne Flügel sieht die Mühle sehr, sehr traurig aus“

Spezialisten montieren die Windrose an der Kappe der Wedehorner Windmühle. - Fotos: Heiner Büntemeyer

Wedehorn - Von Heiner Büntemeyer. Auch ohne Flügel ist die 1878 erbaute Wedehorner Windmühle ein imposantes Bauwerk. Die Eigentümer Johanna und Detlef Block setzen alles daran, dieses Schmuckstück in seiner ganzen Erhabenheit zu erhalten. „Ohne Flügel sieht die Mühle sehr, sehr traurig aus“, sagt Johanna Block. Am Dienstag rückte ein Bautrupp mit einer neuen Windrose und den Flügeln an.

Ein großer Kran beförderte die Lasten in die Höhe, vom Korb einer ehemaligen Feuerwehr-Drehleiter aus montierte ein Mitarbeiter zunächst die Windrose auf die Kappe. Dann wurde die Kappe gedreht, sodass auch das Drehkreuz montiert werden konnte.

Dann wurden die elegant geformten hölzernen Teile der Flügel am Boden an eine Metallschiene montiert. Anschließend wurde ein Flügel nach dem anderen vorsichtig emporgezogen, in die Hülse im Drehkreuz geschoben und daran befestigt.

Jetzt grüßt die Mühle wieder in die Landschaft. Bedingt durch die Windrose braucht die Kappe nicht einmal mit der Hand in den Wind gedreht zu werden, wenn die Flügel sich drehen sollen. Und sie sollen sich auch wieder drehen. Allerdings werden sie nicht bespannt, so dass sie sich bei „Leierwind“ nicht drehen, „aber so ab Windstärke vier geraten sie in Bewegung“, berichtet Detlef Block. Allerdings nur dann, wenn die freundlichen Mühlenbesitzer dies wünschen. In der übrigen Zeit sind die Flügel arretiert.

Seit 29 Jahren im Wahrzeichen wohnen

Johanna und Detlef Block wohnen seit 29 Jahren in dieser Windmühle, die gut 15 Meter in die Höhe ragt und als eines der Bassumer Wahrzeichen gilt.

Der flügellose Zustand gehört der Vergangenheit an.

Als sie 1981 die Mühle erwarben, war sie eine Ruine, aber eine Ruine mit einem ganz soliden gemauerten Kern in Form eines außen achteckigen und innen 16-eckigen Mühlenkörpers, auf dem die drehbare Kappe ruht. Aber sie war noch sanierungsfähig, wie Architekt Detlef Block feststellte. Rund sechs Jahre dauerten die Restaurierungsarbeiten, erst 1987 bezogen Blocks ihre Mühle und bewohnen seitdem drei Geschosse. Über eine enge Wendeltreppe werden die einzelnen Geschosse erreicht. Das Mobiliar wurde, genau so wie früher das Mahlgut, von außen in die Mühle gehoben. In der Galerie, die in sechs Metern Höhe die Mühle umgibt, blieb der Durchlass erhalten, durch den alle sperrigen Teile nach oben gebracht werden können, wo Detlef Block in seinem Büro arbeitet.

Seinerzeit erhielt die Mühle auch neue Flügel, die aber inzwischen sanierungsbedürftig waren und im Februar abmontiert wurden. Als die alten Flügel am Boden lagen, zeigte sich, wie marode sie waren. „Ganze Bereiche waren morsch und wurden nur noch von der Farbe zusammengehalten“, berichtete Johanna Block.

Mühle steht unter Denkmalsschutz

Zu diesem Zeitpunkt hatten Blocks die Sanierungsarbeiten bereits durchkalkuliert. Da ihre Mühle unter Denkmalsschutz steht, wurden die Arbeiten durch das Amt für Landesdenkmalpflege in Hannover bezuschusst. Damit waren auch die Voraussetzungen für einen weiteren Zuschuss durch die Europäische Union (EU) erfüllt, sodass gut ein Viertel der Kosten finanziert waren.

Der Mühlenbaubetrieb Vaags aus Aalten im holländischen Gelderland legte ein vertretbares Angebot vor und bekam den Auftrag. Zuvor hatten sich Detlef und Johanna Block allerdings über die Kompetenz des Betriebes informiert und sich die Windmühlen in Schiffdorf, Oberneuland und am Bremer Wall angeschaut, die ebenfalls von dem Mühlenbaubetrieb repariert worden waren.

Nach der Demontage der Flügel blieb nur noch die Kappe auf der Mühle, auf die auch eine neue Windrose montiert werden musste, damit sich die Flügel wieder drehen können.

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