CDU-Sommertour: Landtagspräsident besucht Bassum

Launige Zeitreise zum Wahlkampf-Auftakt

Der Kapitelsaal – das Schmuckstück des Bassumer Stiftes. Gästeführer Klaus-Dieter Sprenger (2.v.r) und Stiftsrenteimeister Knut Lämmerhirt (r.) führen Landtagspräsident Bernd Busemann (Mitte) mit der großen Gruppe durch das historische Haus. - Foto: Seidel

Bassum - Von Anke Seidel. Zurück zu den Wurzeln, um Zukunft zu gestalten – ein passendes Motto für die Sommertour der CDU-Kreistagsfraktion, die am Montag zu einem außergewöhnlichen Auftakt des Kommunalwahlkampfs geriet.

Prominenter Gast inklusive, denn Landtagspräsident Bernd Busemann reflektierte mit knapp 30 Politikern aus dem gesamten Landkreis in Bassum ein Stück Regionalgeschichte – begleitet von einem Gästeführer mit Conferencier-Qualitäten.

Schauplatz ist zunächst die Bassumer Freudenburg mit ihrem historischen Ambiente, das Bildung atmet. Dort begrüßt CDU-Kreistagsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Volker Meyer seine Gäste (darunter auch Landtags-Vizepräsident Karl-Heinz Klare, Landrat Cord Bockhop sowie Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig) und skizziert kurz die Bildungsbilanz der Kreisvolkshochschule, in deren Trägerschaft sich der ehemalige Grafen-Sommersitz und Verwaltungsstandort heute befindet.

42 Tage vor der Kommunalwahl hat Landtagspräsident Bernd Busemann eine besondere Botschaft für die Kreistags- und Kommunalpolitiker: Sich selbst treu zu bleiben, hinter den christlich-demokratischen Werten zu stehen und Wähler zu motivieren, von ihrem Wahlrecht auch Gebrauch zu machen. 

Und das mit einem unverwechselbaren Profil: „Wenn wir etwas tun, dann muss erkennbar sein, welch Geistes Kind wir sind“, formuliert er es – wohl wissend, dass es bei Themen wie Ärzteversorgung, Grundschule, Polizei oder Wirtschaftspolitik „ans Eingemachte“ geht und dabei „eine bestimmte Leistungsbilanz, ein bestimmtes Weltbild“ wichtig ist. Wiedererkennungswerte schaffen und Profil zeigen – das beschreibt Busemann als enorm wichtige Faktoren.

Vor allem aber sollen die Politiker deutlich mehr als bisher mit den Menschen reden, damit sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Wahlverdrossenheit? Darauf müsse man, so der Landtagspräsident, klar antworten: „Leute, so geht das nicht!“

Vorurteile wie „Politiker stopfen sich die Taschen voll“ müsse man mit Fakten entkräften, wie viele Stunden Kommunalpolitiker bei Terminen für die Allgemeinheit investieren – ehrenamtlich.

„In der Türkei wird die Demokratie gerade abgeschafft“, warnt Busemann. Bei den Kommunalwahlen am 11. September komme es darauf an, dass möglichst viele Menschen die Demokratie unterstützen.

Der Landtagspräsident wünscht sich „Mut, Tatkraft und demokratisches Grundverständnis“ für die Gestaltung zukünftiger politischer Aufgaben, bevor Bassums Gästeführer Klaus-Dieter Sprenger die Zeit im Nu um Jahrhunderte zurückdreht. In launigen Worten beschreibt er die Historie der Freudenburg – und das mit so humorvollen Pointen, dass Vize-Landtagspräsident Karl-Heinz Klare die Runde plötzlich mit einer völlig anderen Frage überrascht. 

„Warum hat Kaiser Nero im Jahr 64 nach Christus Rom angezündet?“ Die Gruppe rätselt, bis der in Diepholz lebende Klare augenzwinkernd die Antwort gibt: „Weil es Bassum noch nicht gab!“ Im Bruchteil einer Sekunde kontert Klaus-Dieter Sprenger: „Aber das schönste an Diepholz ist die Straße nach Bassum.“ Den schönen, romantischen Weg entlang des Klosterbachs erleben die Unionspolitiker sodann auf ihrem Weg zum Stift.

Diesmal dreht Sprenger die Uhr noch weiter zurück: Im Jahre 858 (nur ein Jahrhundert nach dem Tod Karls des Großen) ist dieses Damenstift gegründet worden – und existiert bis heute. Eines haben die Stiftsdamen von damals mit den Kapitularinnen von heute gemeinsam: Sie sind keine Nonnen im klassischen Sinn, sondern alleinstehende Frauen mit christlichem Glauben – heute evangelisch-lutherisch. Sie haben ihren eigenen Besitz und können selbstbestimmt ihrem Beruf nachgehen. Zurzeit lebt allein die Äbtissin auf dem Stiftshügel.

„Sie dürfen das Stift auch jederzeit verlassen“, erläutert Sprenger seinen Zuhörern die Rechte der Kapitularinnen, die keine Residenzpflicht haben und ihren Wohnort frei wählen können. Selbstbestimmung sowie Emanzipation sind also keine moderne Erfindung. Im Stift haben Frauen sie schon lange gelebt.

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