TSV-Chef über Anträge und die Vereinsheim-Problematik

Kunstrasen auf dem B-Platz

Horst Schlottmann ist der neue Vorsitzende des TSV Bassum. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Horst Schlottmann ist der neue Vorsitzende des TSV Bassum. Er wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit gewählt. Im Interview spricht er über seine Motivation, dringliche Probleme und zukünftige Pläne.

Herr Schlottmann, was hat Sie zur Kandidatur bewogen?

Schlottmann: Ich war lange Jahre Spartenleiter für den Bereich Fußball. Ich wollte aus der Leitungsfunktion der Sparte raus, um neuen Ideen Raum zu geben und um Abnutzungserscheinungen vorzubeugen. Da ich beruflich und privat in der Lage bin, mich zu engagieren, habe ich mich entschlossen, im Vorstand mitzuarbeiten. Ich bin seit der C-Jugend im Verein. Der TSV liegt mir am Herzen. Ich wollte nicht die Doppelbelastung Spartenleiter und geschäftsführender Vorstand. Als klar war, dass Jürgen Schäfer mein Nachfolger wird, habe ich meine Hand gehoben.

Was sind die dringendsten Probleme?

Schlottmann: Das Vereinsheim und Baumängel im Outdoor-Bereich, wobei über diese die Stadt bereits informiert ist und sicherlich in Kürze eine Lösung gefunden wird. Die Fenster und Türen sind noch nicht abgedichtet. Es fehlen Spiegel im Waschbereich, und die Fußballer tun sich schwer mit dem Nassbereich vor den Waschbecken. Dort läuft das Wasser nicht in Richtung Bodenlauf in der Dusche ab, sondern muss mit dem Abzieher dorthin geschoben werden.

Zum Vereinsheim: Der Pachtvertrag läuft aus. Heiner Kroner möchte keine Verlängerung, und nun?

Schlottmann: Der Pachtvertrag läuft im August 2017 aus. Wir haben intern eine AG Vereinsheim gebildet und sind dabei, mehrere Lösungen zu erarbeiten. Es gibt drei Alternativen, die alle noch nicht spruchreif sind. Unser Ziel ist, das finanzielle Risiko gering zu halten. Spätestens im Frühjahr wird es eine Entscheidung geben, wenn wir die Vorschläge der Mitgliederversammlung vorlegen.

Die Sporthalle ist nach der Sanierung wieder nutzbar. Zusätzlich gibt es bald eine neue Halle in Nordwohlde. Reicht das Sportstättenangebot dann aus?

Schlottmann: Die neue Halle wird vom TSV Neubruchhausen, vom SV Dimhausen, von Nordwohlde und Bramstedt genutzt. Dadurch werden Kapazitäten frei. Man muss sehen, ob diese ausreichen. Der demografische Wandel macht sich bemerkbar. Was fehlt, sind Zeiten in den Vormittagsstunden – für Hausfrauen und Ältere, die Trendsport und Gesundheitsprogramme bevorzugen. Hier müssen wir Angebote schaffen. Ein weiterer Punkt ist die Auslastung der Halle. Diese Punkte müssen wir besprechen.

Wir? Meinen Sie den Stadtsportring (SSR)?

Schlottmann: Ja. Das ist ein Punkt, den wir besprechen werden.

Welche noch? Eventuell die Frage nach weiteren Sportplätzen? Vor sechs Jahren gab es einen Antrag für einen Kunstrasenplatz. Mittel waren in den Haushalt eingestellt worden, doch wurden sie anderweitig ausgegeben. Ist der Wunsch noch aktuell?

Schlottmann: Der Stadtsportring hat damals eine Prioritätenliste aufgestellt. Erst Halle, dann Kunstrasenplatz. Die Halle steht. Der SSR legt bald einen Antrag vor auf erneute Prüfung eines Kunstrasenplatzes. Der Bedarf ist nach wie vor da. Derzeit haben wir sehr hohe Kosten für die Wiederherstellung der Plätze – gerade im Winter leiden sie durch Abnutzung. Die Kosten für die Sanierung könnten durch einen Kunstrasenplatz erheblich gesenkt werden. Den Antrag würden die anderen Vereine mittragen. Es wäre ein Kunstrasenplatz für die Stadt, nicht für den TSV.

Welche Stelle würden Sie für geeignet halten?

Schlottmann: Geeignet wäre der B-Platz. Der wird derzeit nur für Spiele genutzt. Wir wollen vom SSR die Fraktionsvorsitzenden ansprechen und das Gespräch suchen. Wir möchten mit ihnen die Entwicklung besprechen.

Gibt es weitere Pläne?

Schlottmann: Ja. Es wird einen weiteren Antrag geben, den D-Platz betreffend. Im Flächennutzungsplan steht dieser als öffentlicher Bolzplatz. Wir haben dort auf eigene Kosten Flutlicht installiert. Derzeit ist es aber so, dass dort immer mehr Kinder und Neubürger bolzen. Da es ein öffentlicher Bolzplatz ist, können wir ihn nun nicht mehr nutzen, benötigen ihn aber dringend. Also lautet der Antrag, den öffentlichen Bolzplatz zu verlegen, um den D-Platz für den TSV zu nutzen.

Wie sehen die Finanzen des TSV aus?

Schlottmann: Wir mussten die Beiträge für Kinder und Jugendliche erhöhen – um 50 Cent im Monat auf sechs Euro für Kinder und 6,50 Euro für Jugendliche. Wir hatten überschlagen, dass wir, wenn wir die Angebote so beibehalten, ein Loch in der Kasse hätten. Deshalb die Erhöhung. Heute achten Familien mehr auf die Kosten. Früher war es so, dass Familien trotzdem Mitglied blieben, auch wenn die Kinder eine Weile pausierten. Heute folgt gleich der Austritt. Außerdem ist die Konkurrenz größer geworden. Wir merken beispielsweise die Kinderfeuerwehr.

Wie wollen Sie neue Mitglieder werben – wieviele Mitglieder sind es überhaupt?

Schlottmann: 1250. Wir haben angeregt, einen Flyer zu erarbeiten. Wir wollen auch die Homepage neu gestalten und die Pressearbeit forcieren. Es steht und fällt aber immer damit, dass es Kümmerer geben muss. Vorrangig ist uns wichtig, Übungsleiter zu bekommen. Gerne würden wir die Kooperation mit den Schulen fortführen. Um das Wir-Gefühl innerhalb des Vereins zu stärken, planen wir spartenübergreifende Veranstaltungen, zum Beispiel die gelb-grüne Nacht und Sportlerehrungen.

Wo sehen Sie den TSV in fünf Jahren?

Schlottmann: Diese Frage muss die Politik beantworten – wo sieht sie die Vereine in fünf Jahren?

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