„Junge Chöre München“ in der Twistringer St.-Anna-Kirche

Kraftvoll, energiegeladen und empathisch

Begeisterten am Sonntag in der St.-Anna-Kirche: die „Jungen Chöre München“. - Foto: Hoffmeier

Twistringen/Bassum - Von Anette Hoffmeier. Am Eingang der Twistringer St.-Anna-Kirche standen am Sonntagabend die Jungen und Mädchen der „Jungen Chöre München“ in ihrer schwarz-weißen Chorkleidung mit roten Westen und begrüßten die zahlreich erschienenen Zuhörer. Schon beim Verkauf der Programme machten sie Lust auf das Konzert. Heute Abend werden sie ebenso die Bassumer in der Stiftskirche (19.30 Uhr) einstimmen.

Zu ihrem ersten Stück in Twistringen zogen die 33 Sängerinnen und Sänger singend, begleitend von der Kirchenorgel, durch den Mittelgang ein und stellten sich im hell erleuchteten Chorraum der Kirche auf. Mit dem „Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft“, einer etwa 1.000 Jahre alten Weise, schufen sie eine sehr festliche Stimmung.

Im dreigeteilten Programm waren im ersten und dritten Abschnitt geistliche Chorgesänge aus verschiedenen Jahrhunderten zu hören, so das bekannte „Die Himmel rühmen die Ehre Gottes“ von Ludwig van Beethoven. Da bewies der Chor gleich seine großen dynamischen Fähigkeiten, die Bandbreite zwischen sehr leisen und kraftvoll lauten Abschnitten und die saubere Intonation. Die hellen und klaren Sopranstimmen meisterten mühelos die höchsten Höhen.

Auch etwas modernere Harmoniefolgen, wie in „Seht, ich bin bei euch“ von Bernhard Reimann, dem musikalischen Direktor des Chores, wurden sehr einfühlsam, spannungsvoll und sauber intoniert vorgetragen.

Ein Orgelstück von César Franck, das Prelude aus op. 18, auf der großen Becker-Orgel wunderbar vorgetragen von der jungen Organistin Patricia Langenmantel, bildete eine wohlverdiente Singpause für den Chor.

Im Mittelteil erklang weltliche Chormusik: die afrikanische Zulu-Weise Siyahamba, bei der ein Chorknabe Djembe spielte, das Halleluja von Leonard Cohen und „Hymne à la Nuit“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Die Krönung dieses Teils war aber der „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck. Zwei Kinder knieten vor den Altarraumstufen, 14 Sänger stellten sich hinter sie auf und ein „Engel“ und die beiden Kinder sangen ergreifend solistisch „Abends, wenn ich schlafen geh, vierzehn Engel um mich steh’n“.

Patricia Langenmantel leitete mit der „Toccata in Seven“ von John Rutter auf der großen Orgel schwungvoll zum dritten Teil über. Sie zeigte, was für eine Klangfülle in der Becker-Orgel steckt.

Hatte der Chor in den ersten beiden Abschnitten überwiegend a cappella oder von Johanna Reimann am Klavier begleitet gesungen, übernahm den Begleitpart jetzt bei einigen Stücken, etwa bei Johann Sebastian Bachs „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und bei Georg Friedrichs Händels „Halleluja“ aus dem Messias, die große Orgel, was bei der großen Entfernung zwischen Altarraum und Orgel und der den Klang verzögernden Akustik nur mit Co-Dirigentin am Orgel-Spieltisch ging.

Beim „Ave Maria“ von Giulio Caccini meinte man, die etwa 150 Zuhörer würden alle die Luft anhalten. Manch einer war erstaunt, dass Kinder und Jugendliche schon so kraftvoll, energiegeladen und empathisch singen können. Der Chor überzeugte auch durch die deutliche Aussprache der Texte; jedes Wort konnte auch in den hinteren Reihen noch verstanden werden.

Das Publikum war begeistert, spendete stehend Beifall, was die Jugendlichen zu zwei Zugaben veranlasste: Hosanna von Gerg Gilpin, und mit „Bleib bei uns, Herr“ verabschiedete sich der Chor aus aus der bayrischen Stadt, singend im Kirchenraum verteilt.

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