Knabberfeste Alu-Voliere – und ein zickiges Katta-Weibchen

Tierpark Petermoor feiert 2017 sein 50-jähriges Bestehen

Dr. Ralph Schuder, Vorsitzender des Fördervereins Tierpark Bassum, mit einem jungen Meerschweinchen. Im Hintergrund die fast 50 Jahre alte Voliere, die in den kommenden Wochen ausgetauscht werden soll. - Fotos: Frank Jaursch

Bassum - Von Frank Jaursch. Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, mit den Temperaturen sinken auch die Besucherzahlen im Tierpark Petermoor. Der Bassumer Zoo kann zufrieden auf 2016 zurückblicken. „Wir wurden extrem gut besucht“, weiß Dr. Ralph Schuder. Der Vorsitzende des Fördervereins berichtet von einem hohen Spendenaufkommen und positiver Besucher-Resonanz. Mit viel Rückenwind geht der Tierpark Petermoor ins Jubiläumsjahr: 2017 feiern Park und Förderverein ihr 50-jährigen Bestehen.

Die Situation des Parks hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert – maßgeblich durch die Zuwendungen durch die Stadt Bassum, zuletzt auch, weil der Förderverein mit einem hohen Betrag in einer Erbschaft bedacht worden war.

„Es geht dem Förderverein gut“, verdeutlicht Schuder – und signalisiert zugleich, dass in den kommenden Monaten verstärkt der Investitionsstau an und in den Gehegen abgebaut werden soll.

Schon in den kommenden Wochen wird ein Relikt aus den Anfangsjahren des Tierparks verschwinden: Die Voliere rechts vom Eingang, in dem die Königsfasane beheimatet sind, stammt vermutlich noch aus den späten 1960er-Jahren. Sie wird einer modernen, höheren, knabberfesten Voliere aus Aluminium Platz machen. Auch die Meerschweinchen im hinteren Bereich des Geheges erhalten dann eine neue Heimat.

Zudem werden einige Großsittiche in die neue Voliere einziehen, die bislang bei den Kattas untergekommen sind – dort aber wohl weichen müssen. „Unter den Kattas gibt es oft Streitigkeiten“, schildert Schuder. Da benötige man den Raum im Affenhaus, um die Gruppen zeitweise voneinander trennen zu können.

Ein Katta im Affenhaus des Tierparks beobachtet Besucher durch das Gitter. In der kleinen Katta-Kolonie kommt es häufiger zu Streitigkeiten, die auch zu schweren Verletzungen führen können. Aus diesem Grunde hat der Tierpark ein besonders streitlustiges Alpha-Weibchen an einen polnischen Zoo verkauft.

Der Bau der neuen Voliere, die bis Jahresende stehen soll, stellt den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen dar. Viele davon werden nicht für die Besucher zu sehen sein, sind aber dennoch sinnvoll und notwendig. So soll es eine Modernisierung der Heizungen in mehreren Gehegen geben. Dort sorgen zum Teil noch Aggregate aus den 1980er-Jahren – also wahre Energievergeuder – für Wärme.

Auch die personelle Situation im Tierpark ist aufgestockt worden. Lange Jahre war Tierpfleger Maik Otto quasi rund um die Uhr für den Park verantwortlich – eine enorm große Belastung. Mittlerweile hat die Stadt die Tierpflegerin Carolin Meineke, die in Bassum auch ihre Ausbildung absolviert hatte, als Teilzeitkraft eingestellt.

Rund 400 Tiere aus 80 verschiedenen Arten beherbergt der Tierpark Petermoor zurzeit. An der Zahl soll sich auch künftig nichts Wesentliches ändern – allenfalls, wenn es, wie kürzlich bei den Meerschweinchen, Nachwuchs gibt. Und vielleicht wird hier und da mal ein Pärchen aufgestockt, etwa wenn ein Weibchen fehlt.

Grundsätzlich befindet sich der Tierpark Petermoor im regen Austausch mit anderen Zoos. Und zwar in doppeltem Sinne. Ein „zickiges Alpha-Weibchen“ (Schuder) in der Katta-Gruppe war dermaßen unverträglich, dass es nun in einem polnischen Zoo eine neue Bleibe gefunden hat.

„Wir sind vielleicht nicht Hagenbeck“, sagt Maik Otto mit einem Lächeln, „aber bei uns geht’s auch schon ganz schön spannend zu.“

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