Ministerpräsident Stephan Weil gratuliert zum 25. Schlachteplatten-Mahl

Hommage an das Handwerk

Fröhliche Begrüßung gestern Abend in Neubruchhausen: (v.l.) Landrat Cord Bockhop, Ministerpräsident Stephan Weil, Sparkassendirektor Günter Günnemann, Kreishandwerksmeister Matthias Wendland und Kreishandwerks-Geschäftsführer Jens Leßmann. - Foto: Husmann

NEUBRUCHHAUSEN - Von Anke Seidel. Mit einem schlichten „Moin“ begrüßte Ministerpräsident Stephan Weil gestern Abend im Neubruchhauser Hotel „Zur Post“ sein Auditorium. Auch wenn er wegen einer Baustelle später als geplant beim „Mahl des Handwerks“ eintraf, nahm er sich Zeit für seinen Gratulationsbesuch. Zum 25. Mahl mit Schlachteplatte „servierte“ Weil eine Hommage an das Handwerk. Immer wieder applaudierten die rund 130 Gäste an den festlichen, ganz in Weiß gedeckten Tischen.

Vor allem für sein Versprechen, sich für die Sparkassen und Genossenschaftsbanken stark zu machen, gab es Beifall. „Man soll die Kleinen nicht für das bestrafen, das die Großen verbrochen haben“, erklärte Weil. Sparkassendirektor Günter Günnemann (Syke) hatte ihn zuvor um Unterstützung dafür gebeten, „dass die bewährten Strukturen nicht zerschlagen werden“. Neue Kreditvorgaben machen den Banken das Leben schwer. Das treffe insbesondere junge Familien und ältere Menschen, so Günnemann. „Es geht nicht mehr darum, was das Grundstück wert ist, sondern was D U wert bist“, kritisierte Weil unter Beifall im Saal diese Vorgaben – und war sich nicht sicher, ob er selbst als Ministerpräsident mit seinen 57 Jahren noch einen Kredit bekommen würde.

Ganz sicher war er sich aber in einem anderen Punkt: „Die Wirtschaftsmacht von nebenan – das ist für das Handwerk ein treffender Slogan!“ Es bilde in Niedersachsen nicht nur 50 000 junge Menschen aus, sondern sei genauso eine dezentrale Wirtschaftskraft. Darauf sei das Flächenland Niedersachsen angewiesen, stellte Weil fest – und blickte sodann auf den neuen amerikanischen Präsidenten: „Mir ist der Schreck in die Glieder gefahren, als ich die Nachricht aus den USA bekommen habe!“ Für sein eigenes Land würdigte Weil jedoch einen „starken Kern mitten in der Gesellschaft von gut qualifizierten Leuten“. Dieser Kern, die Mittelschicht, sei der Kern der Stabilität.

Die Zukunftschancen im Handwerk wertete Weil so: „Im Zweifel wird die Arbeit mehr.“ Der Ministerpräsident blickte auf die Elektromobilität und die Energiewende – wohl wissend, dass der notwendige Nachwuchs genauso wie die Digitalisierung Herausforderungen bedeuten.

„Wir brauchen Fachkräfte“, hatte Kreishandwerksmeister Matthias Wendland schon zu Beginn des Abends betont. Bei der Integration und Ausbildung von Flüchtlingen sei Sprachkompetenz unabdingbar, stellte er unmissverständlich fest – und befürchtete, dass eine hohe Zahl von Migranten in die Schwarzarbeit abwandern könnte, weil es ihnen kurz- oder mittelfristig ums Geldverdienen gehe. Dafür würde das Azubi-Gehalt aber nicht ausreichen. Ebenso unmissverständlich forderte Wendland ein konsequentes Vorgehen „gegen alle, die unsere Werte nicht akzeptieren“.

Landrat Cord Bockhop setzte sich in seiner Ansprache mit dem Sinn und Unsinn von Vorschriften im ganz normalen Alltags- und Wirtschaftsleben auseinander – und forderte die Gäste auf: „Lassen Sie uns verstehen, was falsch läuft. Damit wir es besser machen können.“

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