Kammermusik im Stift mit vier hochkarätigen Solisten

Hohe Kunst des Blechblasens

Stefan Schulz, Michael Steinkühler und Anna Magdalena Euen begeistern mit ihrem Spiel. Es fehlt im Bild Masahiro Masumi. - Foto: Hoffmeier

Bassum - Von Anette Hoffmeier. Vier hochkarätige Solisten waren am Sonntag nach Bassum gekommen, um innerhalb der Konzertreihe Kammermusik im Stift zum Thema Sonate aufzutreten. Unter dem Motto „Brass & Keys“ spielten der Solotrompeter Stefan Schulz und der Soloposaunist Michael Steinkühler, beide Mitglieder der NDR Radiophilharmonie Hannover, und die stellvertretende Solohornistin der Jenaer Philharmonie, Anna Magdalena Euen, zusammen mit dem Pianisten Masahiro Masumi.

Bei hochsommerlichen Temperaturen war der Saal im Stift bis auf den letzten Platz gefüllt, und alle waren gespannt auf das außergewöhnliche Programm mit Sonaten für Blechbläser.

In seiner halbstündigen Einführung erklärte Stephan Steinkühler vorab, dass die technische Entwicklung der Blechblasinstrumente – Trompete und Horn bekamen etwa Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Ventile – einige Komponisten dazu veranlasste, kammermusikalische Werke für diese Instrumente zu schreiben.

Im anschließenden Konzert wurde jedes der drei Instrumente erst einmal als Soloinstrument mit Klavierbegleitung vorgestellt. So spielte Stefan Schulz die Sonate in D-Dur G.1 des italienischen Barockkomponisten Giuseppe Torelli (1658-1709) für Trompete und Klavier, die ursprünglich noch für Naturtrompete ohne Ventile geschrieben worden war. Schulz spielte sie mit hellem, klarem Ton auf der Piccolo-Trompete und war so in der Lage, Verzierungen und Triller durch die Ventiltechnik auf brillante Weise zu spielen.

Von der weniger bekannten belgischen Komponistin Jane Vignery (1913-1974) erklang im Stiftssaal die 1947 entstandene Sonate für Horn und Klavier op. 7. Sowohl Hornistin als auch Pianist zeigten sich mit teils sehr gefühlvollem Zusammenspiel.

Anna Magdalena Euen erzeugte auf ihrem Horn durch unterschiedliche Stopftechnik verschiedene Klangfarben. Dieses hervorragend vorgetragene Stück entlockte den Zuhörern am Schluss ein „Bravo!“ und langanhaltenden Applaus.

In der Sonata „Vox Gabrieli“ (1973) von Stjepan Ulek (1914-1986) für Posaune und Klavier stellte Michael Steinkühler den sehr warmen Klang seiner Posaune vor. Dieses zeitweilig in beiden Instrumenten sehr anspruchsvolle und virtuose Stück belohnte das Publikum mit langem Beifall.

Nach der Pause bewiesen Trompeter und Posaunist ihr hervorragendes Zusammenspiel und eine saubere Intonation in Jaques Castérèdes (1926-2014) anspruchsvoller Sonatine (Concertino) für Posaune, Trompete und Klavier.

Den Abschluss des Nachmittags bildete die humorvoll klingende Sonata für Horn, Trompete und Posaune (1922) des französischen Komponisten Francis Poulenc (1899-1963). Nicht enden wollender Applaus brachte die vier Musiker wieder auf die Bühne, und „die hohe Kunst des Blechblasens“, wie die einhellige Meinung über das Konzert war, endete mit der „Bandera“ des 1960 geborenen amerikanischen Komponisten Kerry Turner als krönende Zugabe.

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