Lese-Café für Jung und Alt in die Bassumer Bücherei

„Hier gehören wir her“

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Die „Leserolle für Jung und Alt“ ist ein Projekt der Agenda „Abenteuer Vorlesen“ gewesen. Das scheinbar endlose Stück Papier erzählt spannende Kurzgeschichten über die Monate – und kann künftig in der Bücherei eingesehen werden. 

Bassum - Von Frank Jaursch. „Es ist eine tolle Ecke hier“, freut sich Ilse Klausing und blickt sich um. Seit das „Lesestübchen“ genannte gläserne Kabäuschen in der Stadtbücherei abgebaut wurde, präsentiert sich die Einrichtung im Bürgerservice-Gebäude deutlich heller und geräumiger als zuvor.

Mehr Platz für Tische und Stühle, mehr Raum für einen Plausch. „Die Zeiten, wo in der Bücherei ‘psst-psst’ gesagt wird, sind vorbei“, lächelt Susanne Tietje. Die Leiterin der Bücherei kann sich nicht nur über die optische Veränderung freuen, sondern auch über Zuwachs: Anfang September zieht das „Lese-Café für Jung und Alt“ in ihre Einrichtung um.

Bislang liefen die monatlichen Treffen mit Büchern, Kaffee und Kuchen schräg gegenüber, in der Seniorenberatungsstelle. Seit gut zwei Jahren gibt es das Angebot der Agenda „Abenteuer Vorlesen“ nun schon. Ilse Klausing hatte die Idee des Cafés gehabt. „Lasst die Leute doch auch mal zu uns kommen“, war ihr Vorschlag.

Das war neu. Zuvor besuchten die passionierten Vorleserinnen ihr Publikum regelmäßig – in Seniorenheimen oder Schulen, im Tierpark oder im Mütter-Kinder-Zentrum. Schon seit fast zehn Jahren hat das „Abenteuer Vorlesen“ seinen festen Platz im Kalender vieler Bürger.

Auch das neue Angebot stieß auf Interesse. Mal drei, mal fünf, manchmal bis zu acht Zuhörer kamen und ließen sich von Klausing und ihren Lesepatinnen vorlesen. „Das hat immer so was Nettes“, beschreibt es Agenda-Beauftragte Reinhild Olma.

Das Problem: Das „Lese-Café für Alt und Jung“ kam bei den etwas Jüngeren irgendwie nicht so recht an. „Die fühlten sich einfach nicht eingeladen“, umschreibt Olma und vermutet einen Grund dafür im Veranstaltungsort: der Seniorenberatungsstelle.

Als die Veränderungen in der Bücherei sichtbar wurden, entstand im Kopf der Agenda-Beauftragten eine Idee. Warum nicht dorthin umziehen, wo Bücher hingehören? Olma: „Die Bücherei wäre der ideale Ort für uns.“

Schnell war der Kontakt zu Susanne Tietje hergestellt. Die war sofort dabei: „Ich freue mich, dass es eine Gruppe gibt, die auch die Bücherei mit mehr Leben erfüllt“, erklärt die noch recht frische Leiterin. Sie hofft auf positive Effekte: „Vielleicht bekommt der eine oder andere Besucher ja Lust, öfter herzukommen.“

Ilse Klausing lädt weiterhin an jedem ersten Mittwoch im Monat zum Lese-Café ein – in der Zeit von 15 bis 16.30 Uhr bei Getränken, selbstgebackenem Kuchen und Auszügen aus so manchem guten Buch. Jüngere Erwachsene sind ausdrücklich ebenso willkommen wie Senioren. Wer eine Geschichte vortragen will, darf ebenso kommen wie jene, die nur gern zuhören.

Die Bassumer Vorleserinnen blicken mit Vorfreude auf den 7. September, zur Premiere in der Bücherei. Und Reinhild Olma ist sich sicher: „Hier gehören wir her.“

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