Litauische Sportler besuchen den AS United

Mit Händen, Füßen und etwas Englisch

Im Schützenhaus in Albringhausen feiern Gäste und Gastgeber. - Foto: Büntemeyer

Albringhausen - Von Heiner Büntemeyer. 2:2 lautete das Ergebnis eines Fußball-Freundschaftsspieles zwischen dem AS United und einem Team des FC Dziugas aus Litauen auf dem Sportplatz in Osterbinde. „Es war ein gutes Ergebnis in einem sehr freundschaftlich ausgetragenen Spiel“, lautete der Kommentar von Martin Wolle nach dem Spiel. Freundschaftlich verlief auch der gesamte Besuch der großen Delegation aus der litauischen Provinzhauptstadt Telsiai in Bassum.

Die Kontakte zwischen Bassum und Telsiai bestehen bereits seit zwölf Jahren und entstanden aus Initiativen der Kirchengemeinde, der Musikschule und des Lions Clubs. Aus den eher privaten und lockeren Verbindungen entwickelten sich feste Beziehungen, die 2009 in eine Partnerschaft zwischen Bassum und Telsiai mündeten.

Um diese Freundschaft auf eine breitete Grundlage zu stellen, fragte Bassums damaliger Bürgermeister Wilhelm Bäker bei den Fußballern des AS United nach, ob sie vielleicht an sportlichen Beziehungen nach Litauen interessiert seien und rannte offene Türen ein.

Bereits 2014 reisten die Fußballer ins Baltikum, verloren zwar das Fußballspiel, gewannen aber viele neue Eindrücke und das Gefühl, dass sich auf diese neue Verbindung etwas aufbauen ließe.

Am Wochenende erfolgte nun der Gegenbesuch. Insgesamt 25 Gäste – Fußballspieler, deren Frauen und Kinder – trafen am Freitag nach 1400 Kilometer langer Busreise in Bassum ein. Am Donnerstagvormittag waren sie in Telsiai abgereist. Bürgermeister Petras Kuizinas und zwei weitere Offizielle folgten aus zeitlichen Gründen mit dem Flugzeug. Wilhelm Bäker brachte sie schon am Sonnabend wieder zum Bremer Flughafen.

Die Gastgeber bewiesen an den drei Tagen logistische Meisterleistungen: Alle Gäste wurden privat untergebracht und sie organisierten ein Rundum-Paket, das keinen Leerlauf aufkommen ließ.

Den Sonnabend verbrachten alle in Bremen, wo Nathalie Spohn, Martin Wolle und Jürgen Laschinski ihren Gästen die Stadt zeigten. Die Besucher aus Telsiai waren begeistert. Auch dort kennt man das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten. Nun standen sie tatsächlich vor der Skulptur neben dem Rathaus und streichelten unentwegt dem Esel die Vorderbeine, weil sie gern einmal wieder nach Bremen kommen wollen.

Nach einer Hafenrundfahrt führte der Rückweg natürlich am Weserstadion vorbei. Abends wurde in der Albringhauser Schützenhalle gemeinsam gefeiert. Am Sonntag führte Klaus-Dieter Sprenger die Gäste durch Bassum, nachmittags wurde Fußball gespielt.

Da die Gäste kein Deutsch sprachen und ihre Gastgeber kein Litauisch, gab es zwar sprachliche Probleme, aber keine Verständigungsschwierigkeiten. „Etwas Englisch, Hände und Füße reichten“, lacht Wolle.

Für Bürgermeister Petras Kuizinas war es der erste Besuch in Bassum. Er war beeindruckt, von dem, was er hier sah. „Hier ist alles sehr ordentlich, und Bremen ist eine sehr schöne Stadt mit viel Geschichte“, berichtete er abends in Albringhausen. Beeindruckt war er auch davon, wie sich hier die Landwirtschaft darstellt.

Im Gespräch stellte sich heraus, dass Kuizinas in Telsiai Mitglied in einem Schützenverein ist. Daher zeigte Wilhelm Bäker ihm die Schießanlage in Albringhausen und beide waren sich einig, dass auch ein Austausch zwischen den Schützenvereinen angestrebt werden sollte.

Voraussichtlich im nächsten Jahr wird Telsiai eine Delegation aus Bassum empfangen. Angedacht ist, auch eine Delegation aus Bassums französischer Partnerstadt Fresnay dorthin mitzunehmen. Im Jahr darauf wäre wieder ein Gegenbesuch in Bassum denkbar, wenn Albringhausen seine 950-Jahr-Feier veranstaltet.

Das gegenseitige Interesse ist vorhanden, ob Besuche möglich sind, hängt eher vom Geld ab. Den Besuch der Gäste finanzierten die AS-United-Sportler vorwiegend aus Spenden. Daher bedanken sie sich bei allen Sponsoren sowie bei Bassums Gästeführer Klaus-Dieter Sprenger, der auf sein Honorar verzichtete.

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