Schwerathleten des TSV werden 50 Jahre alt 

Gymnastik statt Gewichte

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Arbeiten an der Chronik (v.l.): Peter Plaumann, Siegfried Hausmann und Friedrich Ludwig.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Gesundheitstherapeuten schlagen heute die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie hören, wie die Bassumer Schwerathleten früher trainiert haben. Siegfried Hausmann, von Anfang an dabei, erinnert sich: „130 Kilo – gestoßen, nicht gerissen. Wir haben völlig falsch trainiert.“ Heute wissen sie es besser, denn seit Jahren betreuen Physiotherapeuten die Übungsstunden. Am 9. Dezember wird die Sparte 50 Jahre alt.

Das wollen die Sportler feiern. Zu diesem Anlass wird es auch eine Bilderchronik geben – seit gut einem Jahr sammelt Siegfried Hausmann Fotos und Anekdoten. Bei der Erstellung helfen Spartenleiter Friedrich Ludwig und Peter Plaumann. Nicht selten haben die drei dabei lachen müssen. „Weißt du noch?“ Diese Frage fällt oft bei der Durchsicht des Bilderfundus.

Die Schwerathleten sind mit ihren roten Shirts gut zu erkennen.

In den vergangenen Jahren hat sich einiges verändert. Schon lange geht es nicht mehr um die Gewichte, sondern um Bewegung, Fitness und Geselligkeit. Und was besonders schön ist: „Wir sind zusammen alt geworden“, sagt Plaumann. Dennoch sind die Schwerathleten kein Club der alten Männer. Der Älteste ist zwar 83 Jahre alt. Der Jüngste jedoch zählt gerade mal 17 Lenze. „Und davon haben wir einige“, sind Ludwig und Hausmann stolz. Man habe es geschafft, die Jungen zu begeistern. „Einige bringen ihre Söhne mit. Von den Hartmanns macht sogar schon der Enkel mit“, erzählt Hausmann.

„Wir sind eine große Familie“, schwärmt Ludwig vom Zusammenhalt. Und Plaumann ergänzt: „Das sportliche Angebot ist abwechslungsreich, aber ebenso gehört die Geselligkeit dazu. Hinterher setzen wir uns alle zusammen und tauschen Neuigkeiten aus.“

Gegründet wurde die Sparte am 9. Dezember 1966. Bereits einige Jahre zuvor gab es erste Bestrebungen im TSV. Sportler wollten ihre Kräfte messen. Sie hoben Bänke, Gewichte und liefen mit Bleiwesten umher. Diese Aktivitäten begeisterten den damaligen Tierarzt Dr. Horst Starke. Er nahm die Sache in die Hand und gründete die Sparte Schwerathletik.

Notwendige Geräte wurden angeschafft – „die Trainingseinheiten waren in Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer aufgeteilt“, erzählt Hausmann. Damals hieß das Zirkeltraining.

Die Bestrebungen, Gewichte zu heben, hielten nicht lange an. „Es wäre für den Verein zu kostspielig geworden. Niedersachsens Heberhochburgen waren im Raum Hannover angesiedelt. Wir hätten lange Wege auf uns nehmen müssen“, erinnert sich Hausmann.

Männer der ersten Stunde, mit Blei an den Schuhen: Werner Holscher (l.) und Heinz Hische (r.).

Außerdem weilte zu der Zeit der rumänische Gewichtheber Schullerie in Bassum. Er trainierte ein paar Mal mit den Bassumern und kam dann zu dem Schluss, dass die Leistungsfähigkeit der Truppe nicht zu einem vernünftigen Ergebnis führen werde. Hausmann schmunzelt. „Das war’s dann. Danach entschied der Spartenleiter, den Hebebetrieb einzustellen.“ Die Sportler trainierten weiter, der Schwerpunkt aber lag fortan auf Fitness und Spielen. Als Starke Bassum verließ, übernahm Helmut Koch die Leitung. Später wurde Rolf Hartmann Spartenleiter. Er hatte das Amt bis März 2016 inne, musste dann aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Um die Sparte zusammenzuhalten, übernahm Friedrich Ludwig. Er hatte Hartmann bereits früher schon unterstützt.

Die Gruppe zählt 50 Aktive. Übungsabend ist immer montags um halb sieben. „Der Termin ist gesetzt. Da nehme ich nichts anderes an“, sagt Hausmann. Im Sommer trainieren die Männer auf dem Sportplatz, im Winter in der Halle.

Zu Beginn gibt es ein kurzes Aufwärmtraining, dann folgt Gymnastik, später kommen Ballspiele dran. Einige fahren im Sommer Rad.

Gerne nehmen die Männer weitere Mitglieder auf. Wer schnuppern möchte, kann ohne Voranmeldung beim Training mitmachen.

Bekannt sind die Schwerathleten vor allem für ihr Engagement: Sie organisieren seit Jahren den Silvestermarsch in die Stiftsfuhren und bauen vor Weihnachten ihre „Schwer-was-los-Hütte“ an der Sulinger Straße auf. Auch in diesem Jahr. Der Erlös beider Veranstaltungen wird regelmäßig gespendet.

Die Geburtstagsfeier beginnt am 9. Dezember um 19 Uhr im Gasthaus Stöver. Zum Vorbereitungsteam zählen neben den dreien auch Rolf Hartmann, Klaus Möller, Klaus Lauribat, Henry Meyer, bernd Rosengart und Frank Walter.

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