Abenteuer Panama 

Die Gringos aus Deutschland

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Herrliche Aussicht auf die panamaische Landschaft.

Albringhausen/Santiago - Von Frauke Albrecht. Seit zwei Monaten lebt die 20-jährige Franja Eckhoff aus Albringhausen in Panama. Sie arbeitet dort mit anderen Freiwilligen für den Dritte-Welt-Kreis Panama e.V. an unterschiedlichen gemeinnützigen Projekten. Nun hat sie dieser Zeitung einen Bericht von ihren bisherigen Erlebnissen geschickt.

„Unser Hauptprojekt ist die Wiederaufforstung in dem Dorf Mata Redonda“, schreibt sie. Dieses beinhaltet neben der Wiederaufforstung auch den Bau von Öfen, um die Gesundheit der Bewohner zu schonen. Denn vielfach gebe es nur eine offene Feuerstelle. In den ersten Tagen habe sie die Familien kennengelernt, die an dem Projekt teilnehmen, berichtet die junge Frau. In den darauffolgenden Wochen stand der Arbeitsalltag der Menschen im Fokus. „Unsere Aufgaben in dieser Zeit bestanden unter anderem aus der Arbeit mit der Machete auf dem Feld, der Ernte von Lebensmitteln wie Mais und Reis, der Beseitigung von Unkraut auf dem Feld, dem Bauen eines Damms und der Verhinderung von Erosion des Feldes“, schreibt Franja in ihrem Bericht. Außerdem gab sie einigen Dorfbewohnern Unterricht in englischer und deutscher Sprache.

„Während dieser ganzen Zeit aßen wir morgens und abends zu viert in dem für uns bereitgestellten Haus und mittags gemeinsam mit der Dorfbevölkerung“, schreibt die 20-Jährige. Typische Gerichte seien Reis mit Bohnen oder Sancocho, eine panamaische Hühnersuppe.

Das Haus, in dem die Freiwilligen wohnen, sei zwar einfach gestaltet, verfüge aber dennoch über einen gewissen Luxus. Franja: „Wir haben fließend Wasser und einen Gasherd.“

Wiederaufforstung und Ofenbau

Einfach, aber zweckmäßig, die Unterkunft von Franja.

Im Normalfall kochen die Menschen des Dorfes auf einer offenen Feuerstelle im Haus, was nur möglich sei, weil die Häuser sehr offen und dadurch belüftet würden. Dennoch führe die konstante Rauchbelastung bei vielen zu gesundheitlichen Problemen, weshalb der Bau der Öfen so immens wichtig sei. „Außerdem gibt es in unserem Haus keinen Strom, dafür jede Menge Insekten als ständige Mitbewohner, ein Plumpsklo außerhalb des Wohnbereichs und Betten aus Brettern oder Tierhaut als Unterlage. Die einzige Stromversorgung des Dorfes sind vereinzelte kleine Solarpanelen bei Familien, die sich diese selbst finanzieren konnten. Der Abwasch erfolgt mit Blättern mit rauer Oberfläche statt mit Schwämmen“, schreibt die 20-Jährige.

Hühner und Hunde seien überall anzutreffen, und das morgendliche Krähen der Hähne wecke die Menschen oft noch vor dem Sonnenaufgang. „Eine weitere Aufgabe ist die Arbeit in einem Honighaus in Santiago“, schreibt die Bassumerin. Dort werde der erwirtschaftete Honig der Bauern gesammelt und abgefüllt. Die Freiwilligen müssen die Honigflaschen reinigen, mit Honig befüllen, etikettieren und in Kartons verpacken. Erfahrung mit der Imkerei konnte die junge Frau bereits zu Hause sammeln.

Der Aufenthalt bringt sie vielfach an ihre Grenzen, sagt sie. Beeindruckend sei die einzigartige Flora und Fauna, „die momentan auf Grund der Regenzeit besonders gut gedeiht. Grüne Hügel reihen sich schier endlos aneinander. Panama scheint ein großer Wald zu sein“. Das Klima sei zwar tropisch mit seiner Hitze und der Schwüle und sicherlich gewöhnungsbedürftig, „aber ich habe mir die Gewöhnung noch viel schwieriger vorgestellt.“

Was für die Bassumerin allerdings neu sei ist, dass sie aufgrund ihres anderen Aussehens sofort auffällt. „Es fühlt sich an, als wären zu jeder Zeit, unzählige Augen auf uns gerichtet. Das ist für mich sehr unangenehm und ungewohnt. Durch unsere Haar-, Augen- und Hautfarbe und nicht zuletzt auch gelegentlich wegen unserer Körpergröße werden wir hier schnell als Gringos abgestempelt. Es ist immer wieder lustig in alltäglichen Gesprächen dann zu erwähnen, dass wir nicht aus den USA kommen, sondern aus Deutschland.“

Was sie begeistert, sei die ständige Wärme, die einheimischen, exotischen Früchte wie Papaya, Banane und Mango, die grüne Landschaft, die nur dünn besiedelt ist, sowie die schönen starken Regenschauer – meistens etwa einmal am Tag für eine Stunde.

Schwieriger als erwartet sei es, sich an eine andere Kultur zu gewöhnen. „Ich stoße hier immer wieder an die Grenzen des Verständnisses, sowohl sprachlich als auch kulturell“, schreibt Franja Eckhoff. Auch aus diesem Grund sei sie froh, dass drei weitere Freiwillige dabei sind, die sie ab und an fragen kann.

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